#Mythbusters: Die “Sinnhaftigkeit” von unangemeldeten Waffenkontrollen

Partner der German Rifle Association

Neben der Forderung der Grünen, wir Waffenbesitzer mögen unsere Munition doch bitte in der Zukunft zentral lagern, wird derzeit eine weitere Sau durchs Sommerloch getrieben: Der Ruf nach mehr unangemeldeten Kontrollen von Waffenbesitzern. Deswegen möchten wir euch mit diesem überschaubaren Artikel einen Link an die Hand geben, auf den ihr bei Forderungen nach mehr “unangemeldeten Waffenkontrollen” in den sozialen Netzwerken und Kommentar-Bereichen verweisen könnt.

Was wird bei einer Waffenkontrolle kontrolliert?

Kommt eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der Waffenbehörde bei einem Waffenbesitzer vorbei, wird kontrolliert, ob ein Waffenschrank mit ausreichender Schutzklasse vorhanden ist und die Waffen und die Munition entsprechend der Vorgaben (die sich nach der entsprechenden Schutzklasse des Tresors richten) gelagert werden. Auch können die Behördenmitarbeiter die Seriennummern der vorhanden Waffen mit den Einträgen auf der Waffenbesitzkarte vergleichen. Zudem kann geprüft werden, ob die vom Waffenbesitzer gelagerte Munition auch den Erwerbsbedingungen entspricht.
Grob dargestellt, es soll ja nicht zu kompliziert werden.

In der Vergangenheit bereits durchgeführte Kontrollen haben übrigens gezeigt, dass es insgesamt sehr wenig zu beanstanden gibt.

Wann kann eine Waffenkontrolle nicht durchgeführt werden?

Eine Waffenkontrolle kann nur dann durchgeführt werden, wenn der Waffenbesitzer zugegen ist, denn nur der Waffenbesitzer hat Zugriff auf den Waffenschrank, nicht aber z.B. die Ehefrau/der Ehemann bzw. die Lebenspartnerin, oder der -partner. Das bedeutet in der Praxis, dass viele unangemeldete Kontrollen nicht durchgeführt werden können, weil die Waffenbesitzer aufgrund ihrer Berufstätigkeit schlichtweg nicht Zuhause sind und die Partnerin, oder der Partner für den Waffenschrank keine Schlüssel besitzen.

Genau das ist der Grund, warum die Behörden nun meist dazu übergegangen sind, mit den Waffenbesitzern Termine für eine Kontrolle machen, da das hin und her fahren und vor verschlossenen Türen stehen einfach ineffizient ist, in der Praxis nicht funktioniert und nur Steuergelder verbrennt. Nur haben es die Grünen offenbar leider nicht so mit Praxisbezug, weil sie sich weder mal mit den Waffenbesitzern, noch mit den Sachbearbeitern in der Behörde unterhalten haben.

Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Unangemeldete Kontrollen funktionieren auf dem Papier, nicht aber in der Lebensrealität von Menschen. Es sind Nebelkerzen.

Warum ist die Aufbewahrungskontrolle generell abzulehnen?

  1. Die Kontrollen verletzen das Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 GG der BRD), denn verweigert sich der Waffenbesitzer der Kontrolle, verliert er seine Zuverlässigkeit und die Waffen können “zur Vernichtung eingezogen” werden.
  2. Bereits jetzt fordern viele Waffenbehördern vom Waffenbesitzer eine Rechnung, oder einen Fotonachweis über den angeschafften Waffentresor, was eine sehr einfache und praxisnahe Lösung ist, um sicherzustellen, dass ein geeigneter Tresor zur sicheren Verwahrung vorhanden ist. Und wirklich wesentlich mehr kann auch bei einer Vorort-Kontrolle nicht kontrolliert werden.
  3. Ob die Aufbewahrungsvorschriften eingehalten werden, ist für die innere Sicherheit unerheblich. Der Anteil der bei Gewaltverbrechen eingesetzten Schusswaffen, deren Besitz vom Staat kontrolliert wird, liegt seit Jahrzehnten im Promillebereich. “Amokläufe” mit einbezogen.
  4. Die Kosten, die dem Steuerzahler durch in der Praxis nicht funktionierende unangemeldete Kontrollen entstehen, stehen in keinem Verhältnis zu ihrem nicht vorhandenen Nutzen. Übrigens ebenso, wie das Nationale Waffenregister, dass jährlich Unsummen verschlingt und ebenfalls kein mehr an Sicherheit für die Bürger bietet.

Gewalt entsteht nicht durch Schusswaffen, Schusswaffen sind letztlich eines von vielen möglichen Tatmitteln, haben bei den Tatmitteln insgesamt aber einen verschwindend geringen Anteil. Selbst illegale Waffen sind kaum deliktrelevant.

Warum die Grünen und andere Parteien sich so an dem Thema abarbeiten ist nüchtern betrachtet unverständlich.

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Kurze URL zu dieser Seite: https://german-rifle-association.de/WLMYw

16 Gedanken zu “#Mythbusters: Die “Sinnhaftigkeit” von unangemeldeten Waffenkontrollen

  1. Das ist nicht unverstaendlich und passt genau in das realitaetsferne Weltbild dieser Herren und Damen. Keine Ahnung von etwas zu haben ist nicht schlimm – sofern man sein geschultes Unwissen nicht zum Schaden Anderer gebraucht…..

  2. Sowohl unangemeldete Kontrollen als auch das NWR sind nur parareligiöse Fetische, die unqualifizierten und inkompetenten Mitläufern ein gutes Gefühl geben. Sie sind nichts weiter, als Blenderei, um dem Pöbel vermeintlich kompetente und tatkräftige Politiker vorzugaukeln.
    Leider wird dabei übersehen, dass dies lediglich kostspieliger und nutzloser Aktionismus ist, der auf Täuschung beruht.
    Zum Vergleich: Batman will das Böse aus der Welt schaffen, Odin kämpfe gegen Eisriesen.
    Das Böse gibt es noch, jedoch sah ich noch nie Eisriesen.
    Einem verblendeten Ideologen könnte jetzt somit die Existenz Odins oder zumindest die Inkompetenz Batmans glaubhaft gemacht werden, ohne einen tatsächlichen Beweis für deren Existenz liefern zu müssen.
    So ist es mit NWR und unangemeldeten Kontrollen. Wer den genauen Ablauf nicht kennt oder sich nicht mit Details beschäftigen will, wird niemals einen tieferen Einblick in die Sache bekommen und somit auch nicht bemerken, dass beide Systeme völlig nutzlos sind.
    Politiker profilieren sich trotzdem damit.
    Faustregel: es gibt keine einfachen und schnellen Lösungen für komplexe Problematiken, erst recht nicht, wenn die Lösung immer zu Lasten unbescholtener Bürger geht, aber das Problem von Gesetzlosen verursacht wird.

  3. Vorsicht bei “Kontrollen” !
    Niemals nicht aus der Ruhe bringen lassen !
    Ein sogenannter Kontroletti, hat mich letztens ein paar Graue Haare gekostet.
    S&W liefert bekanntlich mit Koffer, den der Herr sofort im Visier hatte ? (lag auf dem Langwaffenschrank)
    Auch die beiden Bundeswehrmunitiosbehälter (Blech) waren ihm ein Dorn im Auge.
    Ich habe ihm dann lächelnd nur Luft gezeigt !
    Ob er mich provozieren wollte ?
    Was dann folgte schreib ich lieber nicht, wär zu peinlich für die “offentsichtlichen” Hilfskräfte.

      1. Nun Mark, es reichte von vollkommener Ahnungslosigkeit im Umgang mit Schußwaffen (geladen/nicht geladen, hat er sich beim 686 nicht vorführen lassen und bekam dafür von mir eins drauf als er zugreifen “wollte” ) über Zweifel ob ein “Le Mat” wohl Rechtens ist, waren wohl ein paar Kammern zu viel und erst der dicke Mittellauf… hin zum Grübeln was es mit dem “seltsamen Ding” auf meiner “45-90 RB” auf sich hat. (Spindeldiopter) Dann fiel sein Blick auf die an der Wand stehende “Steinschloßcustom”, die meine Nachbarschaft zu “Begehrlichkeiten” verleiten könne. Klar, die können auch durch Mauern schaun. Als sie gegangen sind fiel mir ein, ich hätte ja gar nicht Zuhause sein müssen. Die hatten vergessen zu kontrolieren, ob ich wirklich ich bin. Die WBKs waren auch recht uninteressant. Nächstens setz ich den Nachbarn in die Bude, merkt ja keiner. grins

        Aber sowas von “Wichtig” waren die beiden …

      2. Alter Falter, hab Dich mit dem Artikel gerade auf “ef” gefunden. Sehr gut, nur…war da beim Zeichnen des Konterfeis “Sturm” ?

  4. Schön an der Gesetzgebung ist auch, daß natürlich überhaupt nicht die Ressourcen geschaffen worden sind um die Kontrollen durchzuführen. Bei dem jetzigen Stand wird ein erster Durchlauf, bei dem dann alle legalen Waffenbesitzer mal dran waren, wohl eher Jahre bis Jahrzehnte dauern. Das nennt man dann wohl vollendete Handwerkskunst. Erst mal medienwirksam was beschließen und dann die Durchführung und Machbarkeit einfach mal vergessen. Das Gesetz ist doch da, dann kann doch nichts mehr schiefgehen.

  5. Mythos: Die Mär der Sinnhaftigkeit….

    Sein wir ehrlich : es gibt keine !
    genauso wie die Waffenfreien Zonen In Hamburg, oder die Alkohol Free-Zones in anderen Städten. Augenwischerei und Beruhigungspillen für den Otto Normalbürger.
    Aber wie immer : der Gääängster hält sich nicht an Gesetze.
    Der Idiot ist wie immer der gesetzestreue Bürger.

    Ich könnte wieder ko*****……..sorry :-(

    1. Die Grünen Querköpfe liegen immer bei 8-10 %, Gott sei Dank ist der Schaden nicht allzu hoch. Trotzdem vernichten sie natürlich durch Unnützthemen viele Steuergelder und unsere Luft zum Atmen.

  6. In Baden-Württemberg werden gerne Horrorzahlen bei Aufbewahrungsverstößen gemeldet.

    Ich habe 2011 deren Evaluation untersucht, d.h. die Werte untersucht. Dabei kam ich zu völlig anderen Interpretationen als Herr Gall.

    Gall: Seit der Änderung des Waffengesetzes (Gesetz vom 17. Juli 2009) müssen alle Waffenbesitzer die sichere Aufbewahrung ihrer Schusswaffen und Munition – unabhängig von einem behördlichen Verlangen – nachweisen (§ 36 Abs. 3 Satz 1 WaffG).
    Ich: Während in der gesamten Bundesrepublik seit 2003 eine Bringschuld des Nachweises zur sicheren Aufbewahrung existiert, haben die BW-Behörden es anscheinend versäumt, diese auch einzufordern und ihre waffenrechtlich registrierten Bürger zu informieren.

    Gall: Landesweit haben 21,5 % der kontrollierten Waffenbesitzer die Aufbewahrungsvorschriften nicht oder nicht ausreichend beachtet.
    Ich: Die wenigsten Beanstandungen (15% und 16%) gab in den Großkreisen, in denen über 80% der Kontrollen ohne Verdacht erfolgte. Hier wurden auch die wenigsten WBKs (0,3%) widerrufen und die wenigsten Strafanzeigen (1,8%) verteilt.

    Gall: 80,9 % der Verstöße gegen Aufbewahrungsvorschriften waren weniger schwerwiegend.
    Ich: Bei nur 4% der Kontrollen wurden schwere Verstöße festgestellt.

    Gall: In 19,1 % der Fälle mussten aufgrund der Schwere der Verstöße förmliche Verfahren zum Widerruf eingeleitet werden.
    Ich: In lediglich 114 Fällen (0,8%) war der Verstoß so gravierend, dass Verfahren zum Widerruf der WBK eingeleitet wurden.

    http://www.triebel.de/2011/Evaluation_BW.pdf

    1. Übrigens konnten engagierte Waffenbesitzer innerhalb der FDP, wie z.B. Constanze Gill diese von der Sinnlosigkeit der Hauskontrollen überzeugen. Dadurch sollten die auf den Prüfstand – lt. Parteiprogramm. Da die Partei nicht mehr im Bundestag sitzt, können wir uns leider nicht von der Ernsthaftigkeit dieses Programmpunkts überzeugen.
      http://fdp-freising.de/freising/archives/1965

      Siehe Punkt 4: Evaluierung
      http://www.dsb.de/media/infothek/Wahlpruefsteine/2013/FDP_-_Positionspapier_Waffenrecht_11.06.13.pdf

      Hier sieht man schön, wie nach der Erweckung im Oktober 2012 auf der FDP-Veranstaltung in Potsdam (Brandenburg) das Thema Waffenrecht im Bundestwitter bis zur BT-Wahl Thema war und seitdem der Hashtag keine Verwendung mehr hatte.
      http://www.bundestwitter.de/thema/Waffenrecht

      Wogegen mit dem Hashtag Waffen fast nur Beiträge zur Rüstungspolitik kommen:
      http://www.bundestwitter.de/thema/Waffen

      1. Die FDP können Sie getrost in die Mülltonne kloppen. Die haben jahrelang sozialistische Politik gemacht und tragen das Wort “Liberal” nur im Parteinamen.
        “An ihren Taten werdet ihr sie erkennen!” -Johannes 2,1-6

        Der einzigste wo in dieser Partei noch was taugt ist Frank Schäffler, der kämpft aber auf verlorenem Posten.

        Es gibt defacto keine Partei im Bunzelstag wo für die Freiheitsrechte der Bürger eintritt. Es ist auch ein immer geglaubter Irrtum politische Freiheit (das Recht Waffen zu tragen zum Beispiel) könne ohne wirtschaftliche Freiheit (das Recht Waffen zu kaufen und verkaufen) existieren.
        Dem ist nämliche nicht so.

        Ich bevorzuge im Bezug auf das Waffenrecht die PdV. Dies ist eine 100% libertäre Partei wo im Sinne der österreichischen Schule der Nationalökonomie denkt und handelt.

        Es gibt mittlerweile viele libertäre Gruppen, Organisationen und auch Studentengruppen wo im Aufwind sind. Es darf wieder gehofft werden!

        “Wer kein Schwert hat, der verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert!”
        – Jesus Christus; Lukas 22, 36
        (ohja, dieses Zitat DARF man wortwörtlich nehmen!)

  7. Der Mannheimer Morgen brachte kürzlich einen interessanten Beitrag zum Thema.
    Dabei ging es um die Kontrollquote (Durchgeführte Kontrollen bezogen auf die Gesamtzahl der Waffenbesitzer). Dabei zeigt sich für Baden-Württemberg ein durchwachsenes Bild. Je nach Waffenbehörde beträgt die Kontrollquote zwischen 0,5% und 100%. Bitterböse ist die Einstellung von Innenminister Gall, der die Verantwortung für die schlechte Kontrollquoten auf die Waffenbehörden abschiebt. Dass die “miserablen” Kontrollquoten fehlenden personellen und finanziellen Resourcen geschuldet sind ignoriert Herr Gall jedoch großzügig. Dabei war es doch auch ausgerechnet die grün-rote Koalition in B-W, die sich die Verschärfung des Waffenrechts auf die Fahnen geschrieben hatte.

    http://volkert.caliber-corner.de/2014/08/24/nur-manche-kontrollieren-streng/

  8. ich würde gerne mal wissen ob in Hamburg die Kontrolle geld kostet ?
    Habe gehört das in manchen Bundesländern gebühren verlangt werden !

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