Der private Besitz von Verbandsmaterial

In der Bundesrepublik Deutschland wurde schon vor Jahrzehnten ein flächendeckendes und gut organisiertes System mit ausgebildetem Rettungspersonal und modernsten Fahrzeugen eingeführt um verletzten Menschen erste Hilfe zu leisten und sie in Krankenhaus zu transportieren. Dazu sind diese Profis mit den nötigen Kenntnissen, Instrumenten und entsprechenden Verbandsmaterialien ausgestattet. Es besteht also absolut keine Notwendigkeit für Laien in diesen Vorgang einzugreifen.

Nun scheinen einige wenige Mitbürger diesem System nicht vollständig zu vertrauen und haben sich auf eigene Faust Verbandsmaterialien und zum Teil sogar gefährliche Instrumente wie Scheren und Klemmen beschafft und bewahren sie oft unverschlossen und ständig zugriffsbereit in Ihren Privatwohnungen auf! Dabei ist es leicht möglich, dass Kinder beim Spielen Zugriff  auf diese Verbandsstoffe erlangen und sich selbst oder andere dabei verletzen. Lassen Sie mich an dieser Stelle nur ein einfaches Beispiel nennen: Durch den fahrlässigen Einsatz einer sogenannten “Kompresse” kann es beim Opfer zu einer Unterbindung der Blutzufuhr zu einer Extremität kommen und dadurch können erhebliche Gewebeschäden auftreten. Das schreckliche Ende kann dann eine Amputation sein. Sicher werden Ihnen, lieber Leser, sofort noch viele weitere Gefahrenquellen einfallen.

Um die Gefahren von Verbandsmaterialien komplett zu beseitigen wäre ein sofortiges Verbotdes privaten Besitzes (unter entschädigungs-losem Einzug und Vernichtung der Bestände) sicherlich der beste Weg – dies lässt sich aber nicht in einer Legislaturperiode durchsetzen.

Deshalb schlage ich zumindest ein Paket von Sofortmaßnahmen vor:

Diese gefährlichen Artikel dürfen nicht mehr – wie es momentan die erlaubte Praxis ist – in einfachen Kunststoffschränken ohne Schloss verwahrt werden. Für einfache Verbandsstoffe fordere ich zumindest 2mm Stahlblechschränke mit Schloss. Für die weitaus gefährlicheren Instrumente (Scheren, Klemmen, Messer) benötigt der Besitzer einen separaten Stahlschrank der (nachgewiesenen!) Klasse B. Von den besonders scharfen, sogenannten Skalpellen ist gänzlich abzuraten. Diese sollten nur bei einem Nachweis von Sachkunde und Bedürfnis zu erwerben sein. Zum Thema Sachkunde ist zu sagen, dass die meisten Verbandskastennarren zwar mal einen Lehrgang mitgemacht haben, dieser aber oft schon Jahre zurückliegt und die Kenntnisse daher also gar nicht dem aktuellen Stand der Sach- und Rechtslage entsprechen!

Also ist mit nichts Gutem zu rechnen, wenn diese Menschen versuchen Ihre Kenntnisse bei einem unschuldigen Opfer anzuwenden. Manchmal wenden die Wickel-Enthusiasten ein, dass ein nicht zugriffsbereiter Schrank die Anwendung im Notfall erschweren würde. Auch müssten – außer dem rechtmäßigen und geprüften Eigentümer – weitere Personen im Haushalt Zugriff erhalten. Was soll man zu solchen Forderungen sagen? Der Kasten sollte, nach unserem Vorschlag, auf keinen Fall dort angebracht werden, wo mit Verletzungen zu rechnen ist (Hobbyraum, Küche, Garage…) sondern viel besser an einer versteckten Stelle in einem Lagerraum. Der Schlüssel ist unbedingt getrennt davon in einem möglichst weit entfernten Zimmer zu lagern. Außerdem sollten Wickeln nur im Abstand von mindestens sechs Monaten erworben werden dürfen. Der Einwand, dass für verschiedene Verletzungen auch unterschiedliche Materialien benötigt werden, ist dabei nur ein Vorwand für das exzessive Horten unterschiedlichster Arten von Verbandsstoffen. Zwei Wickeln pro Haushalt müssen reichen! Unser Ziel sollte dabei sein durch die Minimierung der im Volk vorhandenen Wickeln die Gefahr für die Allgemeinheit möglichst gering zu halten. Sein wir doch ehrlich: Wenn der letzte “Selbstverarzter” einsieht, dass die geforderten Auflagen einen sinnvollen Einsatz seines Erste-Hilfe-Kasten schier unmöglich gemacht haben, wird er sicherlich einsichtig werden und sein Bestreben, die professionellen Ersthelfer nachzuahmen aufgeben. Und dann können wir Normalbürger endlich wieder ruhiger schlafen.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg und ich hoffe auf Ihre Unterstützung. In diesem Sinne bis zur nächsten Woche. Dann widme ich mich dem Thema der unverbesserlichen Feuerlöscher-Freaks.

Ihr gutes Gewissen

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