Attentat in Plymouth, UK – schärfere Waffengesetze gefordert

In Plymouth hat ein 22-jähriger, der der Incel-Szene angehört, seine Mutter und vier Passanten, darunter ein dreijähriges Mädchen, erschossen und sich dann selbst getötet.

https://goo.gl/maps/skV3TonMk651BsF49

Diese Bluttat wird – wieder einmal – von Politikern missbraucht, um schärfere Waffengesetze zu fordern. Doch handelt es sich hier wohl um einen Behördenfehler. Die aktuellen Waffengesetze hätten völlig ausgereicht, ihm den Waffenbesitz nicht mehr zu erlauben. Beide Eltern hatten sich, wie auch in Alphen (NL) und Santa Barbara (US), an die Polizei und Behörden gewandt, diese gewarnt und um psychologische Hilfe gebeten. Die Mutter berichtete, dass ihr Sohn sie töten wolle, weil sie Schuld an seiner Jungfräulichkeit sei. Doch weder die Waffenbehörde, noch die Gesundheitsbehörde, hatten Zeit. Und das, obwohl ihm letztes Jahr die Waffen wegen Gewaltverdacht entzogen wurden und er erst vor wenigen Wochen diese zurückerhalten hatte. Mehr “rote Fahnen” kann man gar nicht übersehen.

Wir empfehlen, das Video von EnglishShooting anzuschauen, welches sehr detailliert das aktuelle Waffenrecht im Vereinigten Königreich zu diesem Vorfall darstellt:

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“Plymouth – What Do We Know So Far?” (Kanal auf YouTube von EnglishShooting)

Diese Bluttat dürfte nicht dazu führen, weitere Waffentypen zu verbieten. Der Attentäter hatte eine Schrotflinten-Lizenz, bei Vorderschaftrepetierflinten und Selbstladeflinten nur mit 2-Schuss-Magazin erlaubt sind. In den sechs Minuten bis zum Eintreffen der Polizei hätte auch eine Einlaufflinte mit einem Schuss (plus Nachladen) missbraucht werden können. Dass die Opposition nun eine Verschärfung statt besserer Durchsetzung des Waffengesetz fordert, ist – wieder einmal – der Unkenntnis der Politiker geschuldet (sie wissen gar nicht, was im Waffengesetz steht) und dem Motiv: Lass keine Chance ungenutzt. Bereits jetzt sind in UK zwei Referenzen von Bürgern und von einem Arzt notwendig für den Waffenbesitz. Es gibt – wie Englisch Shooting berichtet – bereits die Möglichkeit soziale Medien nach Einträgen von Lizenzinhabern zu durchsuchen.

Was positiv in der Berichterstattung von FAZ, Welt, Zeit etc. auffällt: es wird weder der volle Name, noch ein Bild des Attentäters gezeigt. Anscheinend hat die dpa doch etwas dazugelernt.

Hier die Meldung der FAZ dazu: https://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa

Wikipedia (en): https://en.wikipedia.org/wiki/Plymouth_shooting

Kurze URL zu dieser Seite: https://german-rifle-association.de/AY4aA

23 Gedanken zu “Attentat in Plymouth, UK – schärfere Waffengesetze gefordert

  1. Es ist schon erstaunlich, wie die Behörden hier wieder einmal versagt haben. Dieses Mal waren es die britischen Beamten.

    Es sei daran erinnert, dass z.B. bei dem Attentat in Hanau ebenfalls massives Behördenversagen zu verzeichnen war (die GRA berichtete unter „#Hanau Politischer Missbrauch eines psychisch Kranken“) und im Fall des Amoklaufes von Erfurt gibt es auch zahlreiche Ungereimtheiten. Hier hat u.a. die Waffenbehörde eine sehr unglückliche Figur gemacht.
    Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, das diese schreckliche Taten regelrecht zugelassen werden, um anschließend einen Vorwand für eine Verschärfung des Waffenrechts zu haben.

    Schauen wir uns doch einmal die Kriminalität in London im Jahr 2020 an, insbesondere die Morde:
    Es gab 2020 126 [128] Morde, die von ONLONDON wie folgt aufgeschlüsselt werden:
    31 wurden als Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt eingestuft, darunter 12 mit Messern
    44 der Tötungsdelikte ereigneten sich in einer Wohnung und 71 auf der Straße
    Von den 126 Opfern waren 14 Jugendliche und 40 zwischen 20 und 24 Jahre alt
    31 der Tötungsdelikte wurden als „bandenbezogen“ eingestuft.
    In 14 Fällen benutzte der Mörder eine Feuerwaffe, in 71 Fällen ein Messer.
    https://www onlondon.co.uk/the-number-of-homicides-in-london-fell-in-2020-what-explains-why-these-sad-statistics-change/

    Nur 11% der Morde in London wurden also mit Schusswaffen begangen!

    89% der Morde wurden mit anderen „Werkzeugen“ begangen, meistens Messer. Wie wir wissen, hat Großbritannien ein noch schärferes Waffenrecht als Deutschland. Trotzdem wird dort munter weiter gemordet, was sehr deutlich zeigt, dass man mit einem extremen Waffenrecht bei der Bekämpfung der Kriminalität rein gar nichts erreicht. Mit einem scharfen Waffenrecht erreicht man lediglich, das sich rechtschaffene Bürger mangels Waffe nicht mehr wehren können.

    Thomas Jefferson notierte bereits vor 200 Jahren in sein Kollektaneenbuch wohin scharfe Waffengesetze stets führen:

    „Gesetze, die das Tragen von Waffen verbieten, entwaffnen nur diejenigen, die weder geneigt noch entschlossen sind, Verbrechen zu begehen… Solche Gesetze machen die Dinge für die Angegriffenen schlimmer und für die Angreifer besser; sie dienen eher dazu, Mord und Totschlag zu fördern als diese zu verhindern, denn ei­nen unbewaffneten Mann kann man leichter angreifen als einen bewaffneten Mann.“
    – Thomas Jefferson

    https://foundersquotes.com/founding-fathers-quote/laws-that-forbid-the-carrying-of-arms-disarm-only-those-who-are-neither-inclined-nor-determined-to-commit-crimes/

    Soweit mir bekannt, hat Jefferson hier aus Cesare Beccarias „Über Verbrechen und Strafen“ (Dei Delitti e Delle Pene) abgeschrieben. Beccaria war ein Zeitgenosse Jeffersons und ein sehr bedeutender italienischer Rechtsphilosoph und Strafrechtsreformer. Seine Bücher wurden damals in 22 Sprachen übersetzt.

    1. @schmiedvonkochel
      Die Briten haben das selbe Problem wie wir. Da stimmt der Fokus beim Waffenrecht nicht und die Überprüfung ist löchrig wie ein Käse. Genau genommen stimmen die Antennen beim gesamten Strafrecht nicht. Man denke in diesem Zusammenhang auch an Rotherham, wo sich jeder denkende Mensch im Nachgang fragt, wie so etwas über Jahre hinweg ungeahndet fortlaufen konnte.

  2. Es sei in diesem Zusammenhang an die Terroranschläge in Paris im Jahr 2015 erinnert. 130 unschuldige Menschen wurden damals von islamistischen Terroristen in und um Paris getötet. Ausgerüstet waren sie mit für Sportschützen und Jäger verbotenen vollautomatischen Kriegswaffen.

    Die EU hatte vor 2015 jahrelang zugesehen, wie leicht zu reaktivierende Kriegswaffen über die Balkanroute in die EU geschmuggelt wurden. Auch hatte sich im Nachhinein herausgestellt, dass die westlichen Geheimdienste schlecht gearbeitet hatten, was ebenfalls dazu beitrug, dass es zu diesem Anschlägen kam.

    Am 18.11.15, also nur fünf Tage nach den Anschlägen in Paris, trat die EU mit ihrem Gun Ban-Vorschlag an die Öffentlichkeit. Der Gun Ban war also schon ausformuliert, lag schon in der Schublade. Er war schon beschlossen. Kann es sein, dass man die Anschläge in Paris regelrecht zugelassen hat?

    Gott sei Dank gibt es auch (noch) Menschen, die im Leben dazulernen, sich nicht der Political Correctness unterwerfen und ihre Meinung sagen. Zu diesen gehört Ronald K. Noble, der von 2000 bis 2014 Chef von Interpol war.

    Er stellte 2016 ein Video ins Netz mit dem Titel „Bewaffnete Bürger können helfen, terroristische Massaker wie in Nairobi und Paris zu verhindern“.

    David Kopel berichtete darüber in seinem Artikel „Opinion: Good guys with guns: Former Interpol chief Ron Noble on the Westgate Mall mass shooting“ in der Washington Post. Hier ist die Übersetzung: https://docdro.id/3RIN3zm

    1. Ich sage es seit Jahren: Es kommt nicht auf das “Was” an, sondern auf das “Wer”.
      Die Art und Spezifikation der Waffe ist vollkommen irrelevant, wenn der Waffenbesitzer bzw. Waffenträger damit verantwortungsvoll umgeht. Geht er damit nicht verantwortungsvoll um, so ist die Art der Waffe vollkommen zweitrangig. Und jemand, der von vornherein nicht die Absicht hat mit einer Waffe verantwortungsvoll umzugehen, der besorgt sie sich in nahezu allen Fällen so oder so illegal. Oder glaubt hier wirklich jemand, dass ein Terrorist bei der Polizei ein Schießeisen beantragt, mit der Begründung ein Attentat begehen zu wollen? ;-)

  3. Und hier noch ein Kommentar aus aktuellem Anlass:
    Wie wir alle wissen, haben die Taliban am Wochenende Kabul eingenommen. Was die Mainstreammedien hierzulande ganz sicher nicht berichten werden ist die Tatsache, dass die Taliban die Bewohner Kabuls bereits auffordern, ihre Waffen abzugeben.

    Sie sagen ihnen, dass sie sich jetzt „sicher fühlen“ können und dass sie daher ihre Waffen nicht mehr brauchen.

    „Wir verstehen, dass die Menschen ihre Waffen aus Gründen der persönlichen Sicherheit behalten haben“, sagte ein Taliban- Sprecher. „Wir sind nicht hier, um unschuldige Zivilisten zu verletzen.“

    Einfach mal googeln: „Taliban Collect Weapons From Civilians In Kabul“.

    In Wirklichkeit deutet sich hier das an, was man in der Geschichte schon zigfach beobachten konnte: Zuerst werden die politischen Gegner entwaffnet, dann werden sie in Lager gebracht und schließlich ermordet. Den Gegnern der Taliban steht voraussichtlich einiges bevor, aber zuerst müssen sie entwaffnet werden.

    1. Natürlich sammeln die alle Waffen in Privatbesitz ein. Die Taliban wollen ja keinen Widerstand gegen ihren faschistoiden Mumpitz. Also sammeln sie alle Schießeisen bei denen ein, die potentiell Widerstand leisten könnten.

      Und noch eine Sache hinterher:
      Die Taliban sind jetzt exzellent bestückt. Mit modernsten militärischen Waffen aus US Produktion, die das staatliche(!) US Militär dort zurückgelassen hat und von den Taliban nun eingesammelt worden sind. Und das auch noch, ohne dafür zu bezahlen.
      Ich gehe jede Wette ein, dass mit genau diesen Waffen demnächst Terroranschläge verübt werden. Und zwar auch in der EU. Und keine Waffenrechtsverschärfung der EU Technokraten wird das verhindern. Das einzige, was das verhindern könnte, wäre ein Gleichgewicht der Kräfte.
      Und das geht nur dadurch, in dem man die Europäer legal bewaffnet und das Waffenrecht liberalisiert.

      1. @Ralf Pöhling
        Nach den bisherigen Meldungen sammeln die Taliban die Waffen von allen Zivilisten ein, also nicht nur von denen, die sie für „unzuverlässig“ halten oder denen, die ihnen ganz direkt feindlich gegenübertreten. Die Taliban ticken hier nicht anders als alle anderen Regierungen dieser Welt. Wo man auch hinsieht, fast alle Länder haben strenge, sehr strenge oder ultrastrenge Waffengesetze bis hin zum Totalverbot. Bei den Waffengesetzen geht es nur vordergründig um Dinge wie öffentliche Sicherheit. In Wahrheit ging und geht es um Macht und Kontrolle über das Volk und dieser Machtpoker, dieser Streit, ob und in welchem Umfang die Untertanen Waffen haben dürfen oder nicht ist so alt wie die Menschheit selbst. Regierungen schlafen einfach besser, wenn sie wissen, dass die Regierten unbewaffnet sind. Das ist bei den Steinzeitkriegern vom Hindukusch nicht anders als in modernen westlichen Staaten.

        Als Frankreich im August 1944 befreit war, erging bereits im Herbst ein Dekret an die nun nicht mehr benötigten Résistancekämpfer, ihre Verbände aufzulösen und ihre Waffen abzuliefern. Das ist unglaublich: Zur Befreiung durften sie gerne Leben, Freiheit und alles, was ihnen teuer war, riskieren, anschließend, als man sie nicht mehr brauchte, ist man ihnen von Seiten der neuen französischen Regierung unter de Gaulle sofort wieder mit Misstrauen begegnet. Das kann man nachlesen in Stephen Halbrooks Gun Control in Nazi-Occupied France: Tyranny and Resistance (Kapitel 8: „A French Gun Decree“, Seite 230 in der Kindleversion)

        Und in Deutschland bekommt man nicht einmal als Soldat einen Waffenschein. Es ist selbstverständlich, dass der Soldat im Einsatz sein Leben auf’s Spiel setzt, im zivilen Leben traut man ihm allerdings nicht, wie dieser Fall zeigt: https://www.westfalen-blatt.de/owl/bielefeld/ksk-soldat-soll-pistole-bekommen-843480

      2. @schmiedvonkochel

        Gemeint war, dass die Taliban von allen denen die Waffen einsammeln, die nicht auf ihrer Wellenlänge ticken oder kein Mitglied in ihrer Truppe sind, damit nur noch sie selbst bewaffnet sind.
        Der Vergleich mit den französischen Widerstandskämpfern hinkt ein wenig, wenn ich auch verstehe, worauf Sie hinaus wollen. Diejenigen, die jetzt in Afghanistan entwaffnet werden, sind ja keine Widerstandskämpfer im Sinne der Taliban, sondern Kollaborateure.
        Und die werden nach Ende eines Krieges ganz anders behandelt, als Widerstandskämpfer.
        Da drängt sich eher der Vergleich auf mit dem, was die Nazis direkt nach der Machtübernahme getan haben. Die haben direkt alle potentiellen Widerstandskämpfer entwaffnet, bevor sie sich organisieren und Widerstand leisten konnten.
        Wobei es derzeit wohl noch eine Region in Afghanistan gibt, die bisher nicht von den Taliban eingenommen worden ist und dies vermutlich auch nicht zulassen wird.

        Zum Link auf das Westfalenblatt:
        Hochinteressanter Fall. Ich kenne da noch jemanden, dem es ähnlich geht.
        Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.

  4. Immer wieder muss man nach solchen Mehrfachmorden, Amok möchte ich das nicht nennen – in meinem Lexikon seht eine andere Definition für Amok…. feststellen, daß es Behördenversagen im Vorfeld gab (nicht nur in Deutschland). Hier versagt zu oft der Staat. Bei der Ausarbeitung von Gesetzesverschärfungen ist der Staat aber wiederum rekordverdächtig schnell!🤔- Oder liegt es vielleicht daran, daß man seine Energie im VORFELD eher auf die Verschärfungforderungen, und nicht auf eine sinnvolle Prävention, legt, um diese Verschärfungen bei Gelegenheit schnell zur Hand zu haben? Ein Beleg für diese Überlegung könnte sein, daß die Verschärfungsforderungen häufig mit dem vorgegebenen Grund/Ereignis wenig bis nichts zu tun haben, bzw. die Tat nicht verhindert hätten – Stichwort: Kriminelle oder Kranke scheren sich nicht um Gesetze die ihre Tat betreffen….

  5. Dieser Anschlag folgt wieder bekannten Mustern.

    Der Flintenmörder lässt sich in die Systematik der Mass Shooters einordnen. Er gehört zum Typ der über eine bestimmten Gruppe „Verärgerten“, in diesem Fall der Gruppe der Frauen.

    Quelle: psychiatryonline (dot) org/doi/pdf/10.5555/appi.books.9781615371099

    Seine Flinte und seine Lizenz waren ihm bereits von der Polizei abgenommen aber rund drei Wochen vor der Tat wieder zurückgegeben worden. Die Bitten der Mutter um psychologische Hilfe für ihren Sohn wurden offensichtlich nicht ernst genommen. Er selbst präsentierte sich total frustriert und mit einem offensichtlich ernsten psychischen Problem bei YouTube. Dazu kursiert ein Videoausschnitt in den Medien. Kurz: trotz mangelnder Eignung wurde ihm der Waffenbesitz erlaubt.
    Bis zum Eintreffen der Polizei dauerte es wieder die berühmten rund 5 min (hier 6 min).

    Sollen solche Taten verhindert werden, muss an diesen Punkten angesetzt werden. Weitere Einschränkungen des legalen Waffenbesitzes bringen da nichts. Weder nach britischem noch nach deutschem noch nach irgend einem anderen Waffengesetz hätte dieser Mensch eine Waffe besitzen dürfen.

    Punkt 1 und 2 zusammengefasst kommt es darauf an, solche psychisch Auffällige überhaupt erst einmal zu erkennen. Wenn sie sich sehr zurückhaltend geben oder zurückgezogen leben, vielleicht sogar noch von ihrer Familie gedeckt werden, ist das sehr schwer. In der Regel senden die potentiellen Täter jedoch „Hilferufe“ aus. In diesem Falle auf YouTube. Wenn dann noch einem bestimmten Personenkreis oder den Behörden bekannt ist, dass Waffen mit im Spiel sind, sollten die Alarmglocken schrillen.

    Aber auch wenn alle Präventionsmaßnahmen ausgeschöpft worden sind, was meist nicht der Fall ist, kann es vorkommen, dass der Täter es schafft, seine meist lang gehegten Pläne in die Tat umzusetzen. Dabei ist es im Prinzip unerheblich, ob es sich um einen Einzeltäter oder eine Terroristentruppe handelt, nur wird sich mit der Anzahl der Täter auch die der Opfer erhöhen.

    In jedem Fall werden unschuldige Bürger unvermittelt attackiert. Dies kann mit einer Schusswaffe, ebenso aber auch mit anderen gefährlichen Gegenständen, z. B. Macheten, oder / und mit Fahrzeugen oder Brand- und Sprengstoff geschehen. Verbreitet ist die Kombination erst mit einem Auto in eine Menschengruppe zu fahren und dann mit Blankwaffen niederzumetzeln was noch steht.

    Dass Weglaufen in den seltensten Fällen funktioniert, zeigen die Opferzahlen solcher Vorfälle. Kollektive Gegenwehr mit allem was einem in die Hände kommt, ist da erfolgversprechender. Allerdings sind die meisten Menschen dazu nicht in der Lage. Es ist auch in Szenarien für den Ernstfall nicht vorgesehen.

    Statistisch gesehen ist zwar die Wahrscheinlichkeit in ein Massacker zu geraten, zumindest in Deutschland, verschwindend gering. Trotzdem liest man fast jeden Tag etwas von Messerattacken und eben auch immer öfter etwas über Schusswaffengebrauch.

    Ich habe zwar keine Statistik darüber gefunden, wie oft in Autos bei einem Unfall die Airbags auslösen. Persönlich habe ich das aber noch nie erlebt. Trotzdem halte ich Airbags für absolut erforderlich. Genau so sehe ich das mit Schusswaffen zur Selbstverteidigung, über die es, zumindest in den USA, sehr wohl Statistiken gibt. Zumindest hat man damit eine erheblich höhere Chance, die berühmte fünf Minuten zu überleben. Auf jeden Fall trägt das legale Führen von Schusswaffen zur Prävention bei. Die Täter schlagen lieber dort zu, wo sie keine Gegenwehr erwarten. Bei vielen Fällen von Mass Shootings in den USA findet man bei gründlicher Suche die Information, dass sie in Gun-Free Zones stattgefunden haben.

    1. Tja, die berühmtem 5 Minuten…

      Wie sagen die Amis doch so schön: „When seconds count, the police are only minutes away.“

      Das ist nicht böse gemeint im Hinblick auf die Polizei. Die Amis sind in der Hinsicht eben etwas realistischer als die Europäer.

      Das zeigt auch der folgende Satz: A gun in your hand is better than a cop a on the phone !

      1. @schmiedvonkochel
        Die Sprüche treffen es auf den Kopf und das mit Humor (LOL).
        Da es definitiv viele gibt, die es mit Englisch nicht so haben, das ganze mal in einer möglichen deutschen Übersetzung:

        „Wenn Sekunden zählen, ist die Polizei nur Minuten entfernt.“

        Dieser Spruch wird im www oft zitiert und kommentiert. Hier ein Kommentar von Reddit, progun:

        Thuban. 2J „My instructor used to say the police aren’t there to save you. They are there to avenge you.“ ( Mein Ausbilder pflegte zu sagen, die Polizei ist nicht da um dich zu beschützen. Sie ist da um dich zu rächen.)

        Der zweite Spruch scheint besonders populär zu sein und hat es sogar auf T-Shirt-Kollektionen geschafft.

        „Ein Schießeisen in der Hand ist besser als ein Polizist am Telefon.“

      2. @schmiedvonkochel

        Ich war nicht dabei, aber wer die Tatabläufe der Massaker im Stile des IS kennt, der wird mich bestätigen: Es hat mit 100% Sicherheit nicht einmal eine einzige(!) Minute gedauert, 90 Menschen auf der Tanzfläche des Bataclan zu ermorden. Nicht eine einzige.
        Ermordet worden sind diese Menschen dann auch noch von genau den Leuten, die das Event eigentlich absichern sollten. Die Security war unterwandert.
        Es war also niemand da, kein seriöser Sicherheitsdienst, keine Polizei und kein Militär, das das Massaker effektiv hätte verhindern können.

        Was sagt uns das? Unser System hat versagt. Total. Schlimmer geht es nicht.
        Also ist es doch wohl an der Zeit, endlich unsere Sicherheitsarchitektur zu überdenken und für eine effektive Abschreckung und Gegenwehr zu sorgen.
        Ein Terrorist, der bereits in der ersten Sekunde seines Terroraktes auf potenten Widerstand trifft, führt sein grausames Werk mit Sicherheit nicht zu ende.

        Only a good guy with a gun can stop a bad guy with a gun.
        Also sollten wir zusehen, dass möglichst viele Good Guys bei uns bewaffnet sind.
        Bisher klappt das nicht. Weil unser Sicherheitsapparat nicht darauf ausgelegt ist, Opfer unter der Zivilbevölkerung zu verhindern, sondern einzig darauf, sich selbst zu schützen.
        Und selbst das funktioniert nicht richtig.

        Man entschuldige das harte Wort, aber ist Zeit für einen kräftigen Arschtritt.
        Einen Arschtritt, der die Entscheider aus ihrem Schlummer aufweckt und ihnen ihre Unfähigkeit vor Augen hält.

  6. @ralf45, zum Kommentar vom 27.08.21
    Die unfassbaren Gräueltaten, die die Terroristen an den wehrlosen Bürgern im Bataclan verübt haben, habe ich bereits in einem Kommentar am 16.04.19 hier beschrieben: https://german-rifle-association.de/degunban-bmi-verteidigt-magazinverbot/

    In der Tat ist es so, dass scharfe Waffengesetze den Bürgern nicht mehr, sondern weniger Sicherheit bringen.

    Strenge Waffengesetze sind für den Normalbürger sogar lebensgefährlich!
    Für die, die man die „hohen Tiere“ nennt, sind scharfe Waffengesetze dagegen nicht gefährlich, denn sie können sich einen eigenen Bodyguard oder einen eigenen Sicherheitsdienst für Haus und Hof leisten und sie tun das auch.

    Warum strenge Waffengesetze die Sicherheit der Bürger massiv reduzieren hat David Kopel in seinem Aufsatz „Gun Control Puts Your Life at Risk“ schlüssig dargelegt. Die deutsche Übersetzung mit dem Titel „Scharfe Waffengesetze sind lebensgefährlich“ gibt es hier: https://davekopel.org/Deutsch/Scharfe%20Waffengesetze%20sind%20lebensgef%C3%A4hrlich-David-Kopel.pdf
    Von diesem Aufsatz gibt es auch eine akademische Langversion (englisch) mit zahlreichen Quellenangaben. Der Link hierzu ist in der Übersetzung.

    1. @schmiedvonkochel

      Ich zitiere mal den letzten Satz des Aufsatzes von Kopel:
      “Wie das letzte Jahrhundert zeigt, sind die kurzfristigen Risiken eines gut bewaffneten Volkes weitaus geringer als die langfristigen Risiken einer Regierung, die stärker ist als das Volk.”

      Wie wahr. Man muss sich nur eins vor Augen halten:
      Deutschland wie auch Russland waren im 20 Jahrhundert Diktaturen, die Millionen von Menschen auf dem Gewissen hatten. Und beide Diktaturen verhinderten den privaten Waffenbesitz. Wobei das eine mit dem anderen direkt zu tun hat.
      In den USA ist das bis heute anders. Die USA waren nie eine Diktatur.
      Wegen des 2nd Amendments. Und zwar nur deswegen.

  7. Da mein Kommentar auf Freischaltung wartet und das dauern kann, poste ich ihn hier erneut mit nur einem aktiven Link:

    at ralf45, zum Kommentar vom 27.08.21
    Die unfassbaren Gräueltaten, die die Terroristen an den wehrlosen Bürgern im Bataclan verübt haben, habe ich bereits in einem Kommentar am 16.04.19 hier beschrieben:
    https ://german-rifle-association.de/degunban-bmi-verteidigt-magazinverbot/

    In der Tat ist es so, dass scharfe Waffengesetze den Bürgern nicht mehr, sondern weniger Sicherheit bringen.

    Strenge Waffengesetze sind für den Normalbürger sogar lebensgefährlich!
    Für die, die man die „hohen Tiere“ nennt, sind scharfe Waffengesetze dagegen nicht gefährlich, denn sie können sich einen eigenen Bodyguard oder einen eigenen Sicherheitsdienst für Haus und Hof leisten und sie tun das auch.

    Warum strenge Waffengesetze die Sicherheit der Bürger massiv reduzieren hat David Kopel in seinem Aufsatz „Gun Control Puts Your Life at Risk“ schlüssig dargelegt. Die deutsche Übersetzung mit dem Titel „Scharfe Waffengesetze sind lebensgefährlich“ gibt es hier: https://davekopel.org/Deutsch/Scharfe%20Waffengesetze%20sind%20lebensgef%C3%A4hrlich-David-Kopel.pdf
    Von diesem Aufsatz gibt es auch eine akademische Langversion (englisch) mit zahlreichen Quellenangaben. Der Link hierzu ist in der Übersetzung.

  8. Man sollte die Schusswaffenattentate und Terroranschläge mal so betrachten, wie es ein pensionierter General des Pakistanischen Geheimdienstes SIS in einem Interview erklärt hat: hin und wieder ist ein erfolgreicher Anschlag notwendig. Dann gibt es wieder mehr Geld, mehr Material, mehr Personal und mehr Rechte für die Sicherheitsbehörden. Und Erfurt, Winnenden, Paris, Berlin, Hanau, Plymouth und andere passen genau in dieses Schema.
    Und jetzt hat man mit CORONA und der “Klimakatastrophe” weitere Druckmittel zur Hand, um die Bürgerrechte obsolet zu machen. Da passen dann auch die Entwaffnungspläne der GRÜNEN dazu, denn sonst könnte es ja Widerstand geben!

    1. @leonidas108
      Hochinteressant was Sie da schreiben. Pakistan ist Rückzugsraum für die Taliban gewesen, als die Westmächte dort bis vor kurzem noch das Ruder in der Hand hatten.
      Der pakistanische Geheimdienst stützt und steuert die Taliban in Afghanistan. Schon lange.
      Und was da gerade passiert seit wir abgezogen sind, spricht Bände.
      Nebenbei: Nirgendwo gibt es mehr illegale Schießeisen, wie in Afghanistan.
      Dank des Westens. Stellt sich da nur noch die Frage, wer eigentlich uns steuert. ;-)

  9. @schmiedvonkochel:
    das Schlimme ist, dass es in Deutschland noch zu viele Obrigkeitshörige gibt, deswegen klappt es immer wieder mit den Verschärfungen, ob im Waffenrecht oder anderswo.
    Und leider sind viele Obrigkeitshörige auch Idioten. Erkennbar daran, mit welchem Hass etwa Impfgegnern oder CORONA-Kritikern begegnet wird. Bei so manchem Leserbrief sehe ich “unsichtbar” die Forderung: “Kreuzigt ihn!” “Hängt ihn!” “Verrecken soll er/sie!”
    Und dummerweise sind es diese lautstarken Idioten, die bei der Politik auf Sympathien treffen.

      1. @Niclas (GRA e.V.)

        Das war nicht im politinkorrekten übertragenen Sinne gemeint, wie man das früher so locker bei jeder erdenklichen Gelegenheit daher sagte, sondern wörtlich.
        Es ist auch sachlich und geschichtlich schlicht korrekt.

        Die Toleranzgrenze der Deutschen gegenüber ihren Regierungen und deren Auswüchsen ist nahezu grenzenlos. Bis der Karren immer soweit in den Dreck gefahren ist, dass sie dann wieder nach dem starken Mann rufen, der dann mittels Kahlschlag alles wieder reparieren soll, was die vorherigen Regierungen alles in Grund und Boden regiert haben.
        Und damit der Kahlschlag dann mit dem Volk zusammen bis zum Ende effektiv durchzuführen ist, braucht es ein einfaches Feindbild. Ein Feindbild, von dem der Großteil der Wählerschaft selbst eben nicht betroffen ist. Das sind mal die Reichen, die Kapitalisten, die Juden oder wer auch immer sich gerade anbietet.

        Dass die Welt viel komplexer ist und jede Diktatur ihren Vorlauf hat, der mit der grenzenlosen Toleranz gegenüber offensichtlichen politischen Fehlentwicklungen einhergeht, wollen die Deutschen nicht erkennen. Denn dann müssten sie ja selber denken und selber etwas dagegen tun. Untertanen tun das aber eben nicht. Die warten darauf, dass man ihnen sagt, was sie zu tun haben. Und damit schließt sich dann der Kreis zu dem, was ich oben geschrieben habe.

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