Der Trend zum Verantwortungs-Outsourcing

Zum Thema Waffenrecht und legalem Waffenbesitz lese ich bei den Artikeln der Online-Zeitungen am liebsten die Leserkommentare. Sie sagen oft mehr über den Schreiber als er über das Thema sagt. Ich will mich hier nicht zum Thema Waffen und Waffenbesitz äußern, das haben andere schon zur genüge getan. Wozu ich mich äußern will ist ein Trend , eine neue Mode in Deutschland, die sich aus den höchsten Kreisen der Politik – wo sie zur Kunstform erhoben wurde – ihren weg in die Stuben des Bürgers gefunden hat.

Es ist eine neue Welt die vor uns liegt eine Welt der dummen und gefährlichen Menschen. Das eine geht oft mit dem anderen Hand in Hand. Und dumm und gefährlich sind die Leute welche Sprüche absondern wie “Waffen töten Menschen”. Solche Aussage zeigen nämlich ganz deutlich eine gefährliche Entwicklung. Das Abschieben von persönlicher Verantwortung auf tote Gegenstände.

“Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich ein Gewissen hat, einen Arzt, der für mich Diät beurteilt, und so weiter, so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen.”

Immanuel Kant

Wer ist schuld am Verkehrsunfall? Das Auto, ganz klar. 3,0 Promille im Blut nach der Sauftour? Nicht meine Schuld. 180 in der 30 Zone? Nicht meine Schuld. Sommer statt Winterreifen? Nicht meine Schuld. Das Auto ist schuld. Hätte ich kein Auto könnte ich nicht betrunken, zu schnell oder mit den falschen Reifen fahren.

Bin ich Schuld wenn ich mir beim Gurken schneiden in den Finger schneide? Nein natürlich ist das Messer schuld. Hätte ich keines und währe es nicht so scharf hätte ich mich nicht geschnitten.

Kinder, die verrohen? Natürlich sind die Computerspiele schuld. Die Eltern welche ihrem Kind von 12 Jahren ein Spiel ab 18 kaufen und es den ganzen Tag unbeaufsichtigt vorm Computer sitzen lassen sind natürlich nicht schuld.

Verantwortung tragen und Verantwortung übernehmen sind sehr unangenehme Dinge. Und der heutige Mensch lebt schließlich für den schnellen Spaß, das schnelle Vergnügen. Da ist es praktische die Verantwortung einem toten Gegenstand zu geben.

Was ich auch schlimm finde ist, dass man offensichtlich glaubt, es mache für das Opfer eines Verbrechens einen Unterschied ob es durch ein Sportgerät (Baseballschläger), oder ein Werkzeug (Hammer, Axt) oder eine Schusswaffe getötet wird. Zur Aufklärung der bildungsfernen Elite dieses Landes: Tot ist tot. Traurig ist das immer.

Ich sehe in dieser Entwicklung, die Verantwortung für sein Handeln von sich zu weisen, eine größere Gefahr für unser Land und unsere Gesellschaft als in irgendetwas anderem. Für mich gilt deshalb auch in Zukunft “Menschen töten Menschen”. Und das egal womit.

Und auch den Satz “Waffen wurden zum töten konstruiert” sollten wir mit Vorsicht genießen. Die Konsequenz wäre sonst wohl folgende:

Da der Baseballschläger ursprünglich als Sportgerät und nicht als Waffe gedacht war gilt es in Zukunft nicht mehr als Körperverletzung, oder Mord sondern als “Sportunfall”, wenn ein solcher Schläger zum Einsatz kommt.

Wenn der Ehemann seine Frau mit dem Hammer erschlägt ist es dann ein Arbeitsunfall.

Ob ich mit der Axt einen Baum fälle, oder meinen Nachbarn erschlage, diese Entscheidung liegt nicht bei der Axt, sondern bei mir.

Natürlich rede ich hier gegen Wände. Aber vielleicht wacht ja der eine oder andere auf. Das wäre schon ein Erfolg.

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6 Gedanken zu “Der Trend zum Verantwortungs-Outsourcing

  1. Hervorragend erkannt und dargestellt. Ich erlebe dieses Outsourcing schon seit Jahren in meinem Berufsleben. Von jeder Art der medizinischen Behandlung wird VERLANGT, dass sie unmittelbar, ohne persönliche Anstrengung, selbstverständlich auch ohne Schmerzen (körperlich wie Seelisch) und vor allem ohne Eigenverantwortung zu geschehen hat. Wehe, der “Onkel Doktor” verlangt von mir Sport zu treiben, das Rauchen aufzuhören oder weniger zu trinken. Dann taugt er nichts mehr und ich “hoppe” zum nächsten Arzt. Solche Leute sind selbst dann nicht einsichtig, wenn ihnen der 10. Facharzt das gleiche sagt. Vielmehr ist es dann das “Ärztepack” in Deutschland, das nichts taugt. Kann man auch auf viele andere Bereiche ausweiten. Der Physiotherapeut, der anstrengende und “nervige” Krankengymnastik verlangt taugt nichts, weil “es muss doch was geben, das ohne MEIN zutun wirkt”. Die Erzieherin, die mir erklärt, dass ich auf den Fernsehkonsum meines Kindes achten soll taugt nichts, weil DIE bezahle ich doch dafür, dass SIE meine Fehler kompensiert. (Gilt auch für Lehrer) Besonders bemerkenswert sind dann diejenigen Eltern, die in jeder Beziehung versagt haben und sich “spezialisierte” Hilfe einkaufen. Das ist dann der Kinderpsychologe oder die Waldorfschule. DIE sollen dann mal eben das “beackern”, was vorher jahrelang versäumt wurde. DAS kann sich dann allerdings nur noch das sogenannte “Bildungsbürgertum” leisten. Was ich bisher geschrieben habe hat zwar nicht direkt mit unserem Anliegen als LWB zu tun, dürfte jedoch den geposteten Beitrag ergänzen und deutlich machen, wie “unsere Gesellschaft tickt”. Wenn die selben Versager dann auch noch ohne irgendwelche Kenntnis der Fakten ihre Empörung über Waffen vehement zum Ausdruck bringen, können sie endgültig ruhig schlafen, weil sie zu den Guten gehören. Dass ihr Versagen u. U. dazu beigetragen hat, ein “Monsterkind zu züchten”, spielt dann sowieso keine Rolle mehr. DAFÜR sind dann Andere verantwortlich.

  2. Sehr gut. Genau so sehe ich es auch. Es ist diese Tendenz, die in vielen Bereichen der Gesellschaft zu sehen ist. Erst mal irgendwas machen und dann verwundert tun, wenn die Katastrophe losbricht. Das Killerargument ist dann immer: “Ja das hätte mir mal jemand vorher sagen müssen.” Genau das ist aber nicht der Fall. Als Erwachsener gut erzogener Mensch habe ich mir vorher klar zu machen welche Folgen mein Handeln haben kann. Und wenn man nicht total antiautoritär erzogen wurde, sollte einem auch klar sein, daß man für die Folgen seines Handelns auch zu 100% selber gerade stehen muß.

    Viele Grüße und danke für diesen tollen Beitrag,
    Antonius

    PS: So ein Beitrag gehört eigentlich mal in den Kommentar der FAZ, damit dieser Gedanke mal wieder überregional ins Bewußtsein der Bevölkerung gehieft wird.

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