Innenminister Gall, Dossenheim und das Waffenrecht

Nach dem erschütternden erweiterten Suizid am vergangen Dienstag im baden-württembergischen Dossenheim wurde am Sonntagabend im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes den Opfern gedacht.

Nachdem der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) unmittelbar nach der Tat bekanntgegeben hatte, dass es sich bei dem Täter um einen Sportschützen handelte, entbrannte abermals eine hitzige Diskussion über eine Verschärfung des Waffenrechts. Im SWR Interview konkretisierte Gall seine Forderungen: „Sportschützen wie den Dossenheimer Täter brauchen wir nicht!“

Dabei vergisst Herr Gall offenbar, dass auch die Besitzer von legal registrierten Waffen – also insbesondere die Sportschützen – ebenfalls keine Menschen wie den Dossenheimer Täter in ihren Reihen brauchen. Denn Waffenbesitzer benutzen ihre Waffen für den Sport, zur Brauchtumspflege oder zur Jagd.

Obwohl auch der Innenminister weiß, dass ein Großteil der Waffenbesitzer verantwortungsbewusste und zuverlässige Menschen sind, lässt er in der Pressekonferenz keine Gelegenheit verstreichen, eine gesamte – sich in der Minderheit befindende – Bevölkerungsgruppe (Sportschützen, Jäger, Waffensammler und sonstige, nach dem Waffengesetz berechtigten Personen) zu diffamieren.

Herr Gall kriminalisiert eine Ganze Bevölkerungsgruppe und stellt die Sportschützen bewusst unter Generalverdacht. Zudem spielt er den Medien damit bewusst in die Karten und verschafft sich somit Gehör im Wahlkampf. Anstatt wirkliche Betroffenheit gegenüber den Opfern zu zu zeigen (der Innenminister nahm nicht an der Trauerfeier für die Opfer teil), schlachtet Herr Gall das Thema bewusst aus und macht es zum Wahlkampfthema.

Man beachte in diesem Zusammenhang, dass selbst die Familie des Täters den Anstand hatte sich in einem Schreiben bei den Angehörigen der Opfer zu entschuldigen. Sie seien „zutiefst traurig und betroffen“. Eine solch schreckliche Tat für den eigenen Vorteil im Wahlkampf zu missbrauchen, ist im größten Maße pietätlos.

Wir weisen darauf hin Herr Gall, dass Sie bewusst eine gesamte Bevölkerungsgruppe, Menschen aus verschiedenen Schichten der Gesellschaft kriminalisieren. Sie vorverurteilen Handwerker, Kaufläute, Informatiker, Rechtsanwälte, Richter und Ärzte u.v.m. aufgrund ihres Sports oder ihrer Leidenschaft zu einem Hobby. Sie nutzen Ihr Amt für Ihre eigenen Partikularinteressen und diffamieren eine gesellschaftliche Minderheit.

Weiter fordert der Minister im SWR Interview ein „Verbot von Waffen mit hoher Durchschlagskraft“. An dieser Stelle wird die nicht fachkundige Öffentlichkeit von Herrn Gall bewusst hinter das Licht geführt. Denn – Hand aufs Herz – hier muss man einfach ehrlich sein: Töten kann man mit durchschlagskräftiger, großkalibrigen Munition genau so gut, wie mit dem ordinären Kleinkaliber. Aber das “durchschlagskräftige” Großkaliber ist einfach medienwirksamer. Ob man nun auch mit Autos, Baseballschlägern, Küchenmessern oder Bratpfannen töten kann, das möchten wir letztlich einmal völlig außer acht lassen.

Liebe Waffenbesitzer, wehrt euch dagegen, dass man euch in der Öffentlichkeit bewusst diffamiert und kriminalisiert. Lasst es euch nicht gefallen, dass euer Ansehen beschmutzt wird. Ihr seid anständige Menschen, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Ihr habt Familie, Kinder, habt ein geregeltes Einkommen und zahlt eure Steuern, damit Menschen wir Herr Gall unser Land regieren.

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