Katja Triebel bei Markus Lanz? Warum wir uns den Massenmedien nicht verschließen dürfen

Wie vermutlich einige von euch bereits mitbekommen haben, ist die German Rifle Association inzwischen auch mit den Massenmedien in Kontakt gekommen. So wird heute Abend die Sendung “Markus Lanz” um 23.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt, in der Katja Triebel, Mitglied unseres Redaktionsteams, als Gast der Talkrunde teilgenommen hat.
Desweiteren wurde letzten Sonntag auf einem Schießstand in Bochum zusammen mit einem Team von Pro7/Galileo Spezial Oliver Huber gefilmt, wie er Neuschützinnen und -schützen das Thema Schießen näher bringt. Diese Sendung wird am 8. Juni auf Pro7 ausgestrahlt, wobei der Tag in Bochum nur etwa 5 Minuten der Sendung ausmachen wird.

Der Kontakt mit den Massenmedien wurde von vielen Waffenbesitzern durchaus positiv aufgenommen, jedoch erreichte uns von verschiedenen Seiten auch Kritik, die im Wesentlichen daraus bestand, dass eine Zusammenarbeit mit den Medien aufgrund der schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit abzulehnen sei. Mit “schlechten Erfahrungen” war unter anderem die Dokumentation “Waffen sind mein Leben” gemeint, wo neben Katja Triebel auch Friedrich Gepperth vom BDS durch das ARD und die unseriös tendenziöse Art der Berichterstattung in ein schlechtes Licht gerückt wurden. Wer nicht weiß, worum es damals ging: Hier ein entsprechender Link, der die “Qualität” der ARD-Dokumentation sicherlich erahnen lässt.

Wir haben im Rahmen unserer ersten Kontakte mit den Massenmedien einen Fehler gemacht: Wir haben nicht früh genug transparent darüber geredet, was genau wir machen werden, warum wir es machen und in welchem Rahmen wir uns bewegen werden. Dies werden wir in Zukunft anders handhaben – versprochen!

Die Zusammenarbeit mit den Medien sehen wir allerdings nicht als problematisch, sondern begreifen diese aus diversen Gründen als absolut notwendig. Hierzu einige Erläuterungen.

Die Sendungen finden so oder statt, ob mit oder ohne uns

Es gibt bei einer Medienanfrage zwei Möglichkeiten: Entweder wir nehmen diese Anfrage an, oder wir lehnen sie ab. Doch was folgt, wenn wir die Anfrage ablehnen? Wird die Sendung/der Bericht dann abgesagt? Nein natürlich nicht, das Format wird trotzdem stattfinden, nur möglicherweise ohne einen Gesprächspartner, der unsere Interessen vertritt. Wie Katja immer so schön zitiert: “Wer kämpft der kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!”. Ich persönlich vertrete die Ansicht: Wenn man sich schon das Maul über uns “böse Waffenbesitzer” zerreißt, dann bin ich gerne dabei und habe somit die Chance zu kontern.

Es gibt keine schlechte Publicity

Auch wenn der Spruch abgedroschen klingt, aber letztlich ist es so, dass wir im Grunde zwei Zielgruppen haben. Die eine Zielgruppe, die sich eh nicht überzeugen lässt und die andere, die dem Thema uninformiert neutral gegenüber steht. Um die erste Gruppe müssen wir uns keine Sorgen machen, diese Gruppe wird uns immer voreingenommen gegenübertreten und unsere Argumente schlichtweg nie akzeptieren. Genau das wird bei Öffentlichkeitsarbeit immer wieder passieren: Die “Anti-Gunner” werden einfach alle Argumente die wir anbringen negieren und versuchen die Diskussion auf die emotionale Ebene zu ziehen.
Wichtig ist dann, was die zweite Gruppe, die dem Thema offener gegenübersteht von dieser Art der Diskussion hält. Hier sehe ich für uns Chancen etwas zu erreichen. Wenn nur ein kleiner Teil der zweiten Zielgruppe über unsere Argumentation nachdenkt, dann hat sich der Auftritt in den Medien bereits gelohnt. Steter Tropfen höhlt den Stein. Ein einfaches Prinzip.

Boulevard ist besser

Auch die Zusammenarbeit mit Pro7/Galileo sehen wir positiv, denn erfahrungsgemäß sind boulevardeske Formate eine große Chance uns zu präsentieren, ohne das der moralische Zeigefinger erhoben wird. Bei öffentlich-rechtlichen Medien ist dies leider oft nicht der Fall. Für den Teil des Berichts den Oliver Huber mit Pro7 gemacht hat, konnten wir durch unsere Zusammenarbeit folgendes Positives erreichen:

Der Bericht über den Schieß-Schnupperkurs sollte zuerst in Amerika auf einer Shooting-Range gedreht werden. Dort sollten Menschen ihre ersten Erfahrungen mit Großkaliber- bis hin zu vollautomatischen Waffen machen. Wir konnten erreichen, dass unsere Idee des Schnupperkurses von der Redaktion präferiert wurde und wir einen didaktisch, pädagogischen Aufbau von einer theoretischen Einführung über das langsame Heranführen mit .22lr Gebrauchspistolen zu Großkaliberrevolver und Selbstladebüchse nun in der Sendung präsentieren. Was ist wohl besser für uns? Ein normaler Tag mit Neulingen auf der Range, oder sinnfreies Full-Auto Geballer?
Zudem hatten wir die Möglichkeit, die Protagonisten, die vorher noch nie etwas mit Schusswaffen zu tun hatten, nämlich Julia, Lena, Peter, Peter und Julian selbst zu suchen und wir durften die Dreh-Location bestimmen. Während des Drehs durften wir ein Banner der Zeitschrift “Caliber” spannen und so einen Hinweis für Interessierte legen. Auch war es kein Problem auf der Range die Flaggen der GRA aufzuhängen, die eine dezente Werbung für unsere Bewegung sind.
Die Redakteuerin, welche das Projekt geplant und durchgeführt hat, ist vor dem Dreh von Katja, Oliver und Michael einen Tag auf der IWA begleitet worden, um Hintergrundwissen zu dem Thema zu vermitteln. Insgesamt betrachtet, konnten wir uns also gut einbringen.

Fazit

Letztenendes haben wir auf das Endprodukt von TV Produktionen – egal welchen Formates – keinen Einfluss, es sei denn es handelt sich um eine Live-Sendung. Wir können nur im Vorfeld dafür sorgen unser Möglichstes zu tun, um das Format positiv zu beeinflussen. Aber machen wir uns nichts vor: Mit entsprechendem Schnitt und musikalischer Untermalung lassen sich Filmaufnahmen auch in eine negative Richtung umdeuten. Nur dürfen wir dabei nicht vergessen: Das wäre in einem solchen Fall so oder so geschehen. Ob wir nun bei der Produktion beteiligt waren oder nicht, spielt in dem Fall keine Rolle.

Sind wir aber bei der Produktion mit an Bord, dann können wir wenigstens darüber berichten, wie es wirklich war. In unseren Augen ein großer Vorteil, gerade wenn wir die oben angesprochene Zielgruppe erreichen wollen, die dem Thema offener gegenüber steht.

Arthur Miller hat mal gesagt: “Die Manipulationsmöglichkeiten haben sich natürlich im Zeitalter der Massenmedien erheblich erhöht”. Was er noch nicht wusste: Die sozialen Medien wirken dabei seit geraumer Zeit als wirksames Korrektiv.

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