Bürokratiemonster 4: Magazinverbote

Die Bundesregierung will die Nutzung von legalen Schusswaffen zur Begehung terroristischer Anschläge erschweren, was insbesondere durch eine Begrenzung der Magazinkapazität halbautomatischer Schusswaffen erreicht werden soll.

Waffengesetz Punkt 4

Zudem werden unter anderem „bestimmte große Wechselmagazine sowie Schusswaffen mit fest verbauten großen Ladevorrichtungen zu verbotenen Gegenständen“. Allerdings werde „den berechtigten Interessen der Eigentümer solcher Gegenstände durch weitgehende Besitzstandsregelungen Rechnung getragen“, heißt es in der Vorlage weiter.

Mitteilung des Bundestags

Welche legale Schusswaffe wurde in einem terroristischen Anschlag benutzt? 

Fünf der sechs Sachverständigen bei der Anhörung, davon zwei von der Polizei, haben ausgesagt, dass große Magazine kein Problem für die Sicherheit darstellen.

Der VDB hat ausgerechnet, dass allein die Anzeigepflicht für Magazine im Altbesitz 13 Millionen Euro an Verwaltungskosten verschlingen werden. Wenn jetzt das BMI darum “gebeten” wird, dass das BKA Ausnahmegenemigungen nach § 40 erteilen darf, kommen weitere Kosten und Aufwand hinzu. Auch diese Zahlen stehen nicht im Änderungsantrag.

Es hätte völlig gereicht, wenn – wie von mir vorgeschlagen – Magazine wie Munition behandelt worden wären: Abgabe von großen Magazinen nur an Waffenbesitzkarten-Inhabern mit passender Waffe. Mit meiner Lösung wäre Kriminellen der legale Zugang verwehrt worden, ohne den legalen Waffenbesitzern zu unterstellen, sie würden Anschläge planen.

Meine EU-konforme Lösung würde immens viel Verwaltungskosten sparen und Gerichtsverfahren erübrigen

  • Aktive Sportschützen mit passender Waffe müssten Altbesitz an Magazinen nicht anzeigen, nur Jäger und “Hobbyschützen”
  • Sportschützen müssten keine Ausnahmegenehmigungen beantragen
  • Hersteller und Händler würden sich nicht mit “verbotenen Gegenständen” rumplagen
  • Anforderungen zur Aufbewahrung und Transport von “verbotenen Gegenständen” wären obsolet
  • Ausländische Sportschützen könnten weiterhin ihre großen Magazine zu einem Match in Deutschland mitbringen oder damit durch Deutschland fahren, wenn die Waffe im EU-Feuerwaffenpass registriert ist
  • Airsoft-Besitzer, deren “freie Waffen” Magazingehäuse für Plastikkugeln enthalten, würden nicht kriminalisiert werden

All dies ist mit einem Verbot von Magazinen und Magazingehäusen nicht möglich! 

Fazit

Hier wird immens viel Verwaltungsgeld verschleudert und das BKA mit Anträgen für Ausnahmegenehmigungen nach § 40 überlastet, ohne dass dabei die Sicherheit um ein Quentchen erhöht wird.

Ich empfehle jedem Sportschützen mit EU-Feuerwaffenpass, jeden Monat eine Ausnahmegenehmigung für ein anderes, gerade aufgetauchtes Magazin zu beantragen, das man beim internationalen Match benötigt. Ihr habt ja 19 Monate Zeit, für die zu spät gekauften Magazine Anträge zu stellen.

Zum Weiterlesen: https://german-rifle-association.de/?s=magazinverbot

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4 Gedanken zu “Bürokratiemonster 4: Magazinverbote

  1. Was ist jetzt mit den fest verbauten Röhrenmagazinen bei UHR, Vorderschaftrepetierflinten, halbautomatischen Flinten und Vorderschaftrepetierbüchsen, KK-Halbautomaten und normalen KK-Repetierbüchsen mit Röhrenmagazin?! Oder sind Röhrenmagazine jetzt vom Tisch, da nicht wechselbar?!
    Was ist mit „großen“ Magazinen von Deko-Waffen?!

    Ehemalige Bundeswehrsoldaten, die ´mal als Andenken vor 30 Jahren ein 20er G3-Magazin „mitgenommen“ haben, werden nun unwissend zu Straftätern, oder wie?!
    Ich wette, viele Ex-Wehrpflichtige der letzten Jahre haben ein Magazin für eine Langwaffe der Bundeswehr zu Hause! Vielleicht damals mit 21 Jahren noch in der Vitrine der Junggesellenbude und heute mit 50 Jahren verstaubt in alten Bücherkartons irgendwo im Keller des Einfamilienhauses. Jetzt wo alles „geschafft“ ist, darf Papi nach einer Hausdurchsuchung noch eben ´mal ein halbes Jahr in den Knast! Tsssss…….

    Ausserdem lagen diese Magazine zu Hauf auf den Tapeziertischen von Flohmarktverkäufern, auch heute noch! Da sind mit Sicherheit hunderttausende von im Umlauf!

    1. LOL
      Wie dumm nur……
      Jetzt, wo das Magazinverbot über 10 Schuss für Langwaffen quasi beschlossene Sache ist, sinken rapide die Preise für alle Langwaffenmagazine über 10 Schuss! Die Händler wollen die jetzt natürlich noch legal loswerden! Die sind ja nicht dumm! Die wollen ja keine Verluste machen! Das nennt sich soziale Marktwirtschaft! Da braucht ihr nur ´mal online bei dutzenden Händlern nachschauen!

      Ihr Politiker und Sicherheitsbehörden habt leider gar nix im Griff!

      Das heißt, wenn sich jetzt Terroristen oder sonstige zwielichtige Gestalten günstig mit 20er- und 30er-Magazinen und 100er Trommeln für AK 47, AK 74 oder AR15, AR10 eindecken wollen, dann ist jetzt der beste Zeitpunkt!
      Und selbst, wenn sie diese nicht selber benutzen, dann können sie die Magazine bald illegal zum 3fachen Preis weiterverkaufen!
      Und das wissen die Terroristen, denn die studieren genau, was hier so vorgeht! Und sie werden es JETZT in diversen Online-Shops kaufen! Dumm gelaufen!
      Danke „EU“, danke Deutschland- Politik, super gemacht!
      Ihr rüstet jetzt die Terroristen noch günstiger gegen die zivile, rechtstreue Bevölkerung mit high-capacity-mags auf! Astrein daneben, eure „Politik“!
      6. Setzen!

  2. Fürwahr, ‘Affen’-Gesetz…

    Hier eine Sache, die in die ‘Magazinsparte’ passt, und einem –bis zur Sprachlosigkeit– aufzeigt, WAS für “Experten” wir hierzulande haben (da ist man schon fast geneigt, tatsächlich an den “Fachkräftemangel” zu glauben ;)

    In der ZDF-Glosse “Darum ist das neue Gesetz umstritten”, kommt ein Waffensachverständiger zu Wort (in dem Absatz “Patronengurte wurden schlichtweg übersehen”) — Auszug:

    Außerdem sieht Winkelsdorf in der Novelle einen weiteren Schwachpunkt. “Das Bundesinnenministerium verbietet Magazine mit mehr als zehn Schuss, aber ein Patronengurt mit 250 Schuss ist für das BMI okay.” Er kritisiert insgesamt die Qualität des Entwurfes: “Patronengurte wurden schlichtweg übersehen, dabei sind sie viel gefährlicher.”

    Wow, ohne Worte, ‘Killerpatronengurte’, ohne Frage das Gefährlichste seit Erfindung des Teddybären (zB. könnten sich mit den Gurten spielende Kinder damit strangulieren)…

    Und das ist wieder so etwas, an dem man verzweifeln könnt: ein ‘echter’ WaffenSACHVERSTÄNDIGER…. der derart WENIG Sachverstand demonstriert — wie kann es sein, das solche ‘Experten’ sogar in den Gremien irgendwelcher Bundestagssitzungen ihren Auftritt haben, und man ihre Argumente tatsächlich in die Gesetzgebung mit einfließen läßt!?…

    Was DENKEN sich so Leute dabei — ganz einfach: GAR NICHTS! WÜRDEN sie nachdenken, käm ihnen nämlich die Lächerlichkeit ihrer Argumentation in den Sinn, zB.:
    Ein Terrorist geht mühsam Monate- und jahrelang den Weg des gesetzestreuen Sportschützen — um ENDLICH seine LEGALE Anschlagswaffe in Händen halten zu dürfen. Dann wird ihm klar: “Mist, gibt ja jetzt nur noch die 10-Schuss-Magazine, das’ bissi wenich für’n ordentlichen Auftritt, hmmm…”. Dann der Geistesblitz: “Patronengurte! An die komm ich ja noch legal ran, super, Allah sei Dank!” [oder Gott oder Buddha oder meinetwegen dem fliegenden Spaghettimonster].

    Dann schließlich die Tat: er ballert also das 10-Schuss-Magazin leer, nimmt es raus, schultert den sperrigen (legalen) Halbautomaten (oder legt ihn komplett zur Seite) — weil er ja nun beide Hände & volle Konzentration Richtung Hosenbund braucht, um mühselig eine (stramm sitzende) Patrone nach der anderen aus dem Killerpatronengurt zu fieseln und ins legale 10-Schuss-Magazien zu laden…
    Er hebt die Waffe wieder auf, lädt nach, schaut sich um und…. — heh, nanu, wo sind alle hin?? (naja, WENN er sich dann überhaupt noch umschauen kann, und nicht schon längst ein paar wenige Mutige auf ihn draufgesprungen sind)…

    Also, man sieht’s, haarsträubend, was da bei uns für Leute aktiv an der Gesetzgebung mitwirken (dürfen) — fürwahr, Affengesetz…. und AFFENSACHVERSTÄNDIGE…

    …Uhh, und bitte: es gehe niemand her, und kläre den Herrn Winkelsdorf auf, dass man zB. in die zwei Taschen eines robusten Mantels gar bis zu 500 (!!!) phööse Phatrooonen reinschütten könnt’ — sonst gibt’s nächstes Mal glatt ein Taschenverbot, und die Dinger dürfen ab dann nur noch außen, so als Zierde, angedeutet sein (mit Ausnahme natürlich für Inhaber eines ‘großen Taschenscheins’ ;)

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