Die Essenz von Amok – Von Marc Schieferdecker

Marc hat in diesem ernsterem Video das Phänomen Amoklauf noch einmal genauer betrachtet, insbesondere in Hinblick auf Täter und Tatwaffen. Das komplizierte Thema bietet statt einfachen Antworten genauere Erklärungsversuche und Rechercheergebnisse.

Warum begeht ein junger Mensch ein solches Verbrechen? Erklärungsversuche und Präventionsvorschläge…

Wenn man sich intensiv mit der Waffenrechtsdebatte beschäftigt, dann kommt irgendwann in der Diskussion immer das Thema Amokläufe auf. Nicht nur in den USA ist dies ein Problem, sondern auch bei uns in Deutschland und Europa.
Es gibt nun einige neue wissenschaftliche Betrachtung des Themas, insbesondere von Frau Prof. Dr. Britta Bannenberg. Diese möchte ich euch im Video näher bringen und auch mit einigen in meinen Augen zu einfach gefassten und falschen Annahmen aufräumen.

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Von Marc Schieferdecker.

Quellen, Notizen und Skript.

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13 Gedanken zu “Die Essenz von Amok – Von Marc Schieferdecker

  1. Vieles von dem, was Marc sagt, kenne ich aus eigener Recherche. So war mir TARGET und NETWASS bekannt. Auch habe ich viele der Bücher, die im Target-Dokument aufgeführt sind, gelesen. Auch den Unterschied zwischen älteren Tätern (häufig Workplace Violence) und jüngeren Tätern (Schule) kannte ich.

    Neu für mich war Prof. Bannenbergs Gutachten zum Attentäter von München.
    Neu war mir ebenfalls, dass Medikamente doch nur selten im Spiel waren.

    Frau Dr. Bannenberg hat seit 2009 die Forschung in Bezug auf Amokläufe und Terrorakte voran gebracht. Ihr Gutachten hat mir sehr gut gefallen. Ihr Wissen hat sich seit 2009 (Winnenenden) rasant vergrößert und mir gefallen auch viele ihrer neueren Schriften.

    Ja, die Medien spielen eine große Rolle, weshalb wir von der GRA versuchen, die Attentäter nicht mit Namen zu benennen, ihre Bilder zu zeigen oder sie sonst zu herorisieren.

    Prävention funktioniert nur mit HINSCHAUEN statt Wegschauen.

    Die Täter “leaken” (lassen ihre Tötungsabsicht herausschauen) und wir als Gesellschaft müssen lernen, diese Information weiterzugeben und richtig zu verarbeiten. Aber die Informierten müssen auch wissen, wie sie damit umgehen sollten. Nicht jede Drohung kennzeichnet einen Amokläufer. Falsch-Negativ-Treffer können auch Probleme erst erschaffen.

  2. Moin Marc,
    vielen Danke für die Mühe. Tatsächlich ist die Tätercharakterisierung von Fr. Bannenberg, wobei auch da über die Jahre eine Verfeinerung zu beobachten war, der einzige allgemein gültige Ansatz der als relativ gut im Sinn von Realitätsbezug zu betrachten ist.

    Die entsprechenden Klassifizierungen dürften im Internet einsehbar sein, soweit diese nicht bereits vorliegen.

    Als weitgehend konstant problematisch erachte ich allerdings die doch geringe Fachkenntnis, garniert mit phänomenologischen Schmankerln, die zu einer fragwürdigen Einschätzung des Subthemas Tatmittel Schusswaffe führen. Nur das Thema Tatmittel USBV wird noch stiefmütterlicher behandelt.

    Bereits beim Thema SW scheint auch eine gewisse Fixierung hinsichtlich unrealistischer Einschätzungen zur Verfügbarkeit von SW aller Art zu bestehen.

    Dazu kommt eine mit teils fragwürdigem Vokabular besetzte Würdigung des Tathergangs. Diese fällt leider wie bisher durch Unverständnis endballistischer Vorgänge auf und zeigt das der sorgfältigen Untersuchung von Distanzen bei Schussabgabe nicht die notwendige Sorgfalt gewidmet wurde. Auch wird ein Zusammenhang zwischen statischen sportlichen Schießfertigkeiten und den Trefferraten in hoch dynamischen Lagen behauptet, der sich so aber nicht belegen lässt.
    Dazu kommt die Grundhaltung der nicht fundierten Einschätzung einer angeblichen Gefährlichkeitssteigerung die unter dem politische Stichwort “Großkaliber” als roter Faden durch Ihre Publikationen zieht, und leider als politische Stellungnahme garniert mit Hollywoodmärchen zu betrachten ist. Dem tatsächlichen Stand von Forschung und Technik wird keine Bedeutung beigemessen, es dar vermutet werden dieser ist kaum bekannt.
    Daher Täteranalyse gut bis sehr gut, technische Analyse unzureichend.
    Wobei letzteres auch zumindest nachvollziehbar ist, ist eine technisch-wissenschaftliche Auseinandersetzungsebene beim Thema Schusswaffendelikte in der Bundesrepublik in der politischen Filterblase und Teilen der BOS eher unpopulär.

  3. Auch hier macht man grundlegende Fehler: man mischt zwei Dinge zusammen nämlich der klassische Amoklauf und der klassische Terroranschlag. Ein wirklich klassischer Amoklauf ist sehr selten. Die wenigen Fälle die es gibt sind recht unbekannt. Da kauft sich eine Frau die ein salopp normales Leben und noch nie eine Waffe in der hand hatte eine Waffe geht los ermordet willkürlich x Menschen und sich selbst. Ursache absolut unbekannt.

    Dann gibt es Leute die aus zwar dummen Motiven aber schon begreiflichen Gründen es salopp nicht mehr aushalten sich eine Waffe oder anderen gegenstand nehmen und gezielt Lete umbringen (…nebst meist am Ende sich selbst). Auch wenn man so etwas gerne als “Amok” Lauf abhandeln würde ist es weniger ein Amok Lauf sondern rein nur eine “normale” Reaktion zum Beispiel auf Mobbing Ausgrenzung uvm.

    Ein Terroranschlag hat rein nichts mit Amoklauf zu tun. Es sind geplante Kampfaktionen. (jetzt grob umschrieben).

    Zurück zum Amoklauf. Was gerne so als Amoklauf abgetan wird hat leider rein nichts damit zu tun und die Bezeichnung Amoklauf scheint dazu missbraucht zu werden wahre meist schlimme Hintergründe zu verschleiern oder zu vertuschen. Es ist schrecklich was in Winnende passiert ist aber eine SChule die von sich behauptet es habe nie Mobbing gegeben ist schon fraglich genug und das der Täter Tim K. gemobbt wurde scheint mehr als bekannt. Auch die Ziele die der Täter wählte waren sehr “ausgewählt” und es sollen Opfer gewesen sein von denen Tim K sich “ausgegrenzt” fühlte oder “misshandelt” fühlte wie eine Person “Pflegepersonal” vor einem Krhs. Das Tim K am Ende seiner salopp geistogen Kräfte war belegt ein Video. Am ENde steht Tim K da getroffen von einem normalen Projektil aus einer Polizei Dienstwaffe (Glock 17). Treffer Oberschenkel. Das sind “höllische” Schmerzen aber Tim K steht da scheint es nicht mehr wahrzunehmen legt seine Waffe an den eigenen Kopf und drückt ab.

    Ganz deutlich: die Tat von Tim K ist keineswegs gutzuheißen und solche Taten sind scharf zu verurteilen. Dennoch muss eine Aufarbeitung folgen und nicht eine Schönschreiberei und ein pauschales Verfluchen von Waffen Freund*innen. Was da in Winnende geschehen ist mag weniger wirklich ein klassischer Amoklauf gewesen sein so wie es auch in vielen anderen Fällen gewesen sein kann. Es war eine absolute dumme Überreaktion auf mögliche Unmenschlichkeiten. Natürlich wäre so ein “Eingeständnis” ein “Skandal” aber besser mit der Wahrheit umgehen als glauben mit Lügen könnte man Therapiert werden oder solche Sachen wirklich aufarbeiten.

    Das diese falschen Wege schief gehen scheinen viele ähnliche Fälle angeblicher Amokläufe beweisen denn so viel anderer Hintergrund gibt es scheinbar oft nicht. Und was ebenso fatal ist: man wirft nach wie vor die Dinge durcheinander denn “wahre” Amokläufe sind sehr sehr sehr selten.

    1. Moin,
      natürlich ist die “Amok”-Bezeichung sachlich falsch, es handelt sich um Mehrfachtötungen unklarer Genese oder einen erweiterten Suizid. Den Vokabelmüll “Amok” verbreitet leider unsere mental damit überforderter Medienlandschaft, teils auch sicher bewußt als clickbait. Amok ist eine Deliktform die Spontanhandlungen ohne Organisationshintergrund bezeichnet.

      Sowohl bei Terroranschlägen wie bei Täterpersönlichkeiten vom Typ “Tim K.”planen voraus, manchmal jahrelang.

      Tim K. war, vereinfacht beschrieben, krank. Ein stark deviantes Verhältnis zu Gewalt, natürlich nur gegen Dritte, und zu Sexualität ergibt sich aus seinen Aufzeichnungen. Zu dem Krankheitsbild gehört auch die Einbildung von “Mobbing”, “Kränkungen” etc., denn soweit nachprüfbar erwiesen sich die von K. erhobenen Vorwürfe als haltlos.
      Im hätte vielleicht ein langfristiger Aufenthalt in der geschlossenen Forensik geholfen, genau so wie eine sorgfältigere Verwahrung der Waffen des Vaters.
      Richtig ist einen viel kritischeren Umgang mit Mobbing an Schulen etc. einzubeziehen, das kann für mental nicht ganz stabile Personen schon mörderisch werden, und nachher will es, wie immer, keiner gewesen sein. und medial kommt der “Wir haben uns alle lieb-Terror”!

      BTW: Es gibt eine alte Untersuchung von Hatcher zum Realisierung und Empfinden von Schusswaffentreffen durch Geschädigte. Danach zeigen nur zufällig Getroffene eine unmittelbare Wahrnehmung. Angespannte und fanatisiert Handelnde dagegen nur verzögert oder gar nicht. Dem widersprechende Befunde sind bisher nicht bekannt; Kneubühl bestätigt diese Befunde noch 2011.

      In einsatzbedingten Hochstresslagen nimmt man Treffer gar nicht wahr, außer die beeinflussen die Beweglichkeit/Motorik oder Sicht. Einen Westentreffer hab ich überhaupt nicht bemerkt, eine Splitterverletzung am Arm ohne Bewegungseinschränkung nur wegen der Blutung. Schmerzen gabs erst nach der zeitnah erfolgten Wundreinigung, so nach30 Min.

  4. „Die Wahl der Waffe und die enorme Menge an Munition sind sehr typisch. Die hohe Zahl der Opfer ist Folge der Verwendung einer Schusswaffe. “ Prof. Dr. Bannenberg, Die Amoktat des D. (A.) S., 2016, S. 14

    Mit dieser Meinung wird man häufig konfrontiert. Erst durch die Verwendung einer (halbautomatischen, großkalibrigen) Schusswaffe würden angeblich hohe Opferzahlen überhaupt erst möglich. Ohne den Wert des Gutachtens herabsetzen zu wollen, muss darauf hingewiesen werden, dass es sich hierbei, wieder einmal, lediglich um eine Meinung handelt, die sich nicht durch Fakten belegen lässt.

    Bei der Amoktat in München 2016 wurden 9 Menschen getötet und 5, z. T. schwer, verletzt. Das ist furchtbar, aber es gibt leider auch anderorts Mehrfachtötungen mit zum Teil hohen Opferzahlen bei denen keine Schusswaffen eingesetzt wurden. So wurden in China zwischen 1997 und 2014 insgesamt 303 Menschen bei solchen Vorfällen getötet und 627 verletzt (Quelle s. Link). Darunter 12 Tote und 5 Verletzte bei einem Anschlag mit Benzin in einem Kindergarten. Erinnert sei auch noch einmal an den Massenmord von Volkshoven 1964 mit 10 Toten und 20 Schwerverletzten, die meisten Schülerinnen.

    1. Hallo Herr Buhn,
      tatsächlich haben Sie den sehr meinungsstarken, aber fachlich durchaus als nicht so nicht fundierten Problempunkt der Arbeit erkannt.
      Leider gehört auch Frau Bannenberg zur Riege der Kriminologen die diverse Behauptungen welche von interessierter Seite an sie herangetragen wurden, nicht falsifiziert haben. Das betrifft insbesondere die tatsächliche Wirkung von Schusswaffen und wird am Beispiel der sinnfreien Einlassungen zur “Großkaliberproblematik” überdeutlich sichtbar. Da offenkundig der Stand von Forschung und Technik dabei weitgehend ignoriert wird, stellt sich die Frage nach der Motivlage für solche Einschätzungen. Immerhin hat die systematisch betriebene Terminalballistik bis Heute keinen Erfolg mit dem Ansatz gehabt einen “besonders gefährlichen” Projektildurchmesser zu identifizieren! Nicht zuletzt ist dazu, Herrn Kneubühl sei Dank, eigentlich seit ca. 2011 auch dem interessierten Laien die physikalische Wirkungsbestimmung in der Literatur zugänglich. In der “Wundballistik kulminiert letztlich die wissenschaftliche Entwicklung von der “Risslängenmethode” der DN bis zu Selliers “Energieprofilen”.
      Man kann daher nur darauf verweisen, die kinetische”Wirkung” ist mit physikalischen Parametern messbar, die Gesamtwirkung, in die auch individuelle körperliche Disposition und mentale Verfasstheit eingehen, sind zusätzlich zu berücksichtigen.
      Diesen wissenschaftlichen Teil blendet Frau Bannenberg ebenso vollständig aus, wie die einsatztaktischen Betrachtungen bei denen das Überraschungsmoment eben so zu berücksichtigen ist, wie die meist geringe tatsächliche Schussdistanz samt “schreckstarren Geschädigten” (was allein die Trefferraten erklärt) sowie die Tatsache das bei den bisherigen Lagen weder passive noch aktive Schutzmaßnahmen unmittelbar zur Wirkung gelangen konnten.
      Letztlich ist auch, und das ist nicht negativ gemeint, Frau Bannenberg eine “mentale Zivilistin” die weder ahnt, noch drüber schreibt wie wenig wirksam Handwaffen im Vergleich zu anderen Wirkmitteln sind. Eigentlich bemerkenswert da auch sie auf “militärische Waffen” verweist. Unklar bleibt dabei mangels Definition natürlich ob dieser Begriff aus psychologischen Gründen gewählt worden ist, denn auf “Militärischem Mist” sind eigentlich ganz andere Erkenntnisse gewachsen.
      Zur Herbeiführung von unmittelbarer Kampf-(Handlungs-)unfähigkeit ist von der relativen Wirksamkeit die Sequenz: Brand-, Splitter und Schuss bisher nirgends in der Fachliteratur abgerückt worden. Zumal beim Schuss hauptsächlich Maschinenwaffen gemeint sind. Dazu habe ich auch explizit auf die USBV in Kertsch verwiesen, mit einer Kiste “Polenböller”, einfach in Stahlrohrabschnitte gesteckt, ist das auch hier jederzeit möglich.
      Auf die durch das Manifest des Anders Breivik auch für “Amok”-Täter allgemein zugängliche Arsenal abseits von SW hat ja Pfeiffer (Nicht der SPD-Meinungsmacher vom KfN) schon vor Jahren verwiesen:
      https://www.researchgate.net/publication/299337556_Von_der_abstrakten_zur_konkreten_Gefahr_Das_Manifest_des_Anders_Breivik_Threat_characterization_-_abstract_to_emminent_The_Breivik_Manifesto

      Mehr als fachlich begründet zu widersprechen erscheint mir da nicht geboten. Mit ausreichenden Finanzmitteln ließe sich der Großkaliberunfug auch relativ einfach messtechnisch widerlegen, sowohl hinsichtlich “Durchschlaglesitung” wie auch einer abstrusen “erhöhten Gefährlichkeit”.

      1. Hallo Herr Müller,

        danke für die Expertise, insbesondere den Hinweis auf das Opferverhalten. Dank sozialer Konditionierung scheinen viele Menschen heute nicht mehr in der Lage zu sein, auf eine Bedrohung adäquat zu reagieren. Von den drei biologisch vorgegebenen Möglichkeiten, Flucht, Angriff oder Totstellen, kennen sie nur die letztere. Ich betone ausdrücklich, dass ich damit nicht den Opfern die Schuld zuweisen will, sondern den Leuten, die es geschafft haben eine Friede-Freude-Eierkuchen-Mentalität bis zur Selbstaufgabe zur sozialen Norm zu erheben.

  5. Hallo Herr Buhn.
    es macht nicht den Eindruck Sie würden den Geschädigten die Schuld zuweisen, die Tatherrschaft hat allein der Täter; jedenfalls sind mir begründete gegenteilige Auffassungen bisher selten untergekommen.
    Was mich an der Veröffentlichung des Gutachtens etwas nachdenklich stimmt, ist halt der inhaltlich bereits kritisierte Teil. Wo unbegründet von “Militärwaffen” fabuliert wird, und die unsägliche “Großkalibermär” aufgekocht, sich aber weder Definitionen noch Belegliteratur dazu finden, da ist oft noch mehr im Busch.
    Konkret steht zu vermuten das auf Grundlage der schwammigen Feststellungen im Gutachten erneut eine Kampagne gegen “Großkaliber” inszeniert werden soll oder bereits weit über die Planung hinaus ist. Dazu der Verweis auf Militärwaffen, was sicher auf das Feld “Halbautomaten” hindeutet. Schließlich besteht auch der Wille seitens Teilen der Politik samt deren damit in Beziehung stehenden Kriminologen, aus der gezielten sachwidrigen Darstellung zu beiden Themenfeldern eine Gefahr zu konstruieren welche letztlich den Gesetzgeber “zwingt” darauf zu reagieren. Mit gleichem Tenor hatte sich bereits Herr Feltes ebenso ideologisch positioniert und ist auch jeden Beleg für die aufgestellten Behauptungen schuldig geblieben. Den Herrn habe ich damals sogar offiziell angeschrieben und um Belege gebeten, kam nie eine Antwort.
    Daher beliebt es für beide Themen dabei: Fachlich begründete Belege einfordern und auf exakten Definitionen bestehen, “Gummiparagraphen” haben wir trotzdem schon mehr als genug.
    Ansonsten scheint die Tendenz Menschen durch Erziehung und Medienberieselung gezielt wehrlos/passiv zu machen doch erste Früchte zu tragen: Obwohl bestimmte Parteien dauerversagen, werden die immer wieder gewählt. Ein Verhalten das Einsteins Definition von Wahnsinn schon nahe kommt.
    Ein bisschen mag auch eine kantsche selbstverschuldete Unmündigkeit aus blindem Vertrauen in die Lauterkeit von Parteien und Staat dazu beitragen, aber das ist nur eine Hypothese.

  6. Bannenberg führt auf S. 21 des Gutachtens an, dass bei den in der Studie untersuchten 9 Taten ohne Schusswaffen 6 Todesopfer gab, bei den 10 Taten mit Schusswaffen jedoch 44. In Bezug auf diese Studie ist ihre Schlussfolgerung demnach richtig. Betrachtet man jedoch sogenannte Amoktaten weltweit und auf beide Altersgruppen bei den Tätern bezogen, lässt sich die Aussage, Schusswaffen führen zu höheren Opferzahlen, nicht aufrechterhalten. Insbesondere in Ländern, wo Feuerwaffen für Privatpersonen so gut wie gar nicht erhältlich sind, beispielsweise in der VR China, gibt es ebenfalls sehr hohe Opferzahlen durch den Einsatz von Blankwaffen, Brand- und Sprengstoffen sowie Gift.

    1. Hallo Herr Buhn,
      genau da beginnt schon der methodische Fehler. Es ist eine phänomenologische Beobachtung die als Analyse ausgegeben wird. Jeder Naturwissenschaftler lehnt solches, verkürztes, Vorgehen ab.
      Zumal die einsehbaren Langzeitstatistiken eben eine ganz anderes Aussage hinsichtlich der Überlebensrate von SW-Defekten treffen. Die primäre Überlebensrate beträgt nämlich ca. 81% (Ganzoni 1975, Kneubühl 2011). Dazu kommen die geringen bis mäßigen Trefferraten von pol. Einsatzkräften in dynamischen Lagen über reale, meist sehr bescheidene, Schussdistanzen.
      Warum ist die Trefferraten bei diesen Delikten dagegen signifikant höher? Weil der Täter mal statisch auf Ringscheiben geschossen hat? Nach aller Erfahrung mit dienstlicher Schießausbildung bleibt nur als Antwort: Das ist kaum möglich, die Polizeien früherer Jahrzehnte hätte sonst reihenweise Top-Schützen produzieren müssen. Es ist erst mit dem Schießkino etwas besser geworden. Trotzdem werden die Wirkungstrefferraten von “Amok”-Delikten selbst von SE kaum erreicht.
      Angesichts der doch komplexen Erkenntnisse halte ich daher solche unklaren Darstellungen für nicht vertretbar. Es wird nicht einmal versucht die Zahl der Geschädigten nach den tatsächlichen Exitusursachen darzulegen.
      Mit der selben dürftigen Herangehensweise könnte man sonst den Tätern in Fällen mit scharfer Gewalt unterstellen eine Klinge nicht “richtig handhaben zu können”!

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