#EUGunban: Entwurf des BMI

Das BMI will mehr verbieten als die EU vorschreibt. Hierzu wurden zwei Referentenentwürfe am 14.01.2019 an die Verbände und andere “Stakeholder” geschickt mit der Maßgabe bis zum 2. Februar Stellung zu nehmen.

Da unsere Verbände alle ehrenamtlich arbeiten, ist die Kürze der Zeit eine Zumutung. Da wir bei den letzten Änderungen (2003, 2009, 2011 und 2017) gesehen haben, wie wenig vom ursprünglichen Entwurf trotz Warnungen der Experten geändert wird, ist die Stellungnahme eventuell wieder einmal eine “anscheinsdemokratische” Prozedur. Sie ist zwar vorgeschrieben, aber eigentlich kümmert es keinen der Entscheidungsträger.

Hier die wichtigsten und schlimmsten Änderungen

  • Das Bedürfnis kann nicht nur, sondern soll nach Erteilung geprüft werden, und zwar in regelmäßigen Abständen. Die EU hatte nur die Zuverlässigkeitsprüfung verlangt.
  • Dekowaffen und Vorderladerwaffen werden meldepflichtig (EU-Richtlinie)
  • Salutwaffen werden erlaubnispflichtig (Bedürfnisnachweis) und für fast alle Privatleute verboten. 
  • Verschlussträger, Gehäuse (Upper und Lower) werden wesentliche Teile und somit erlaubnispflichtig (EU-Richtlinie), ohne ihnen – wie bei Wechselsets – die Möglichkeit des erlaubnisfreien Besitzes durch WBK-Inhaber einzuräumen.
  • Nicht nur große Magazine, sondern auch große Magazingehäuse werden komplett verboten. Es sind keine Ausnahmen – wie in anderen Ländern – für Sportschützen vorgesehen, lediglich Altbesitz.
  • Ein Magazin, das in Kurz- und Langwaffen passt, ist ein Kurzwaffen-Magazin. Es sei denn, der Besitzer hat (auch) eine passende Langwaffe. (Mit welchen Konsequenzen?)
  • Entscheidend für die Kapazität ist die kleinste bestimmungsgemäß verwendbare Patrone. (Nix mit Beowulf)
  • Ein Wechselsystem besteht künftig aus Austauschlauf und Verschluss. (Anscheinend hat man die Langwaffen-Wechselsets vergessen.)
  • Ein Wechselschaft mit Gehäuse wird wesentliches Teil (und der Erwerb und Besitz somit erlaubnispflichtig. (Es ist kein erlaubnisfreier Erwerb für WBK-Inhaber vorgesehen).
  • Bei vielen neu verbotenen Teilen und Waffen führt ein rückwirkendes Datum (31.07.2017) dazu, dass der Erwerb ab 01.08.17 nicht zum Altbestand zählt und der Besitz somit komplett verboten ist.
  • Der Besitz von Nachtzielgeräte bleibt verboten, obwohl diese zur Bekämpfung der Schweinepest notwendig wären, wenn auch der jagdliche Einsatz nur mit Sondergenehmigung erlaubt ist.
  • Es gibt nur eine einzige Erleichterung für Jäger: Schalldämpfer werden den Jagdwaffen gleichgestellt. (Erwerb ohne Voreintrag in allen Ländern ohne Begrenzung der Stückzahl möglich.)
  • Die anderen erwähnten “Erleichterungen” für den Handel sind durch die Zunahme der elektronischen Meldungen (sogar Reparaturen, Rücksendungen, Verwahrwaffen etc.) mehrfachst ausgeglichen.

Jetzt: Verbände -keine Politiker!

Es nutzt zur Zeit gar nichts, die Politiker zu kontaktieren, da wir uns noch im Entwurfs-Stadium befinden und zunächst nur die Verbände um Stellungnahme gebeten wurden. Die Politiker wissen noch gar nichts von dem Entwurf.

Quelle: Wikipedia – Gesetzgebungsverfahrern
  1. Mitarbeiter des BIM arbeitet Entwurf aus
  2. Stellungnahmen von Interessenverbänden einholen
  3. Mitarbeiter stimmt sich mit anderen Ministerien ab.
  4. Fertigen Entwurf leitet er dem Minister zu
  5. BIM prüft, dann die Bundesregierung (Kabinett), dann zum Bundesrat

Das alles passiert oberhalb der gestrichelten Linie im Bild!

Falsche Zahlen für Folgeabschätzung

Der Mitarbeiter hat berechnet, wie viel die Änderung den Bürgern, der Wirtschaft und den Behörden kosten wird: 5,7 Mio. bei der Umsetzung und 3 Mio. jedes Jahr.

Die meisten Fallzahlen für freie Waffen/Teile wurden aus Verkäufen im Internet berechnet. Diese Artikel werden nicht jedoch nicht nur im Internet in den Warenkorb gelegt, sondern im wesentlich größerem Maße vor Ort gekauft: im Fachgeschäft, auf Börsen, von Privat an Privat.

Unnötige Schikanen

Die Begründungen des Entwurfs zeugen davon, dass der Mitarbeiter die Verhandlungen im Europäischen Parlament überhaupt nicht verfolgt hat oder die EU-Richtlinie für eigene Interessen gebrauchen will. Die Änderungen im Waffengesetz haben diese drei wichtigen Ziele:

1. Abwehr von Terror

Keine deutsche Waffe, egal ob erwerbsscheinpflichtig oder frei erwerbbare Salut- oder Dekowaffe wurde jemals für terroristische Aktivitäten missbraucht. Von daher wurden auch keine Magazine von WBK-Besitzern missbraucht. Ein Verbot ist daher nicht zielführend für die Terrorabwehr. Stattdessen könnte man den Verkauf und Besitz von Magazinen an den WBK-Besitz anknüpfen analog zu den Ersatzläufen. So haben Frankreich und Österreich die Richtlinie umgesetzt.

Falsche Interpretation:

BMI-Entwurf: Ferner verlangt die Richtlinie, dass Personen, die Wechselmagazine mit hoher Kapazität besitzen, keine waffenrechtliche Genehmigung zum Besitz der zu diesen Magazinen passenden Schusswaffen besitzen dürfen.

EU-Richtlinie: Der Erwerb von Ladevorrichtungen für halbautomatische Zentralfeuerwaffen, die mehr als 20 Patronen aufnehmen können, bzw. für Lang-Feuerwaffen, die mehr als zehn Patronen aufnehmen können, darf nur Personen gestattet werden, denen eine Genehmigung nach Artikel 6 erteilt wurde oder eine Genehmigung gemäß Artikel 7 Absatz 4a bestätigt, erneuert oder verlängert wurde. (Sondergenehmigung für A6 oder A7, die in vielen Ländern ausgestellt werden wird.)

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32017L0853&qid=1512413407239&from=EN

2. Zugang zu illegalen Schusswaffen erschweren

Da in Deutschland die Vorschriften für den Umbau von Deko- und Salutwaffen seit Jahren so streng sind, gibt es keine illegalen Umbauten ohne Teile, die aus dem Ausland beschafft wurden, wo jetzt ähnliche Regeln gelten wie bei uns. Daher benötigen wir auch keine strengeren Regeln als die, die wir der EU-Richtlinie zu verdanken haben. Ein komplettes Verbot aller Salutwaffen für Privatleute ist in der Richtlinie nicht vorgesehen.

3. Track & Trace

Sämtliche Schusswaffen sollen zu jeder Zeit behördlich rückverfolgbar werden. Auch hier schießt das BMI über die EU-Richtlinie hinaus. Wir hatten mit Fakten und Erfahrungen aus der Praxis in Brüssel erfolgreich erkämpft, dass wesentliche Teile nur gemeldet werden müssen, wenn sie einzeln überlassen oder eingebaut werden. Solange eine erlaubnispflichtige Schusswaffe im Ganzen überlassen wird, reicht eine Seriennummer für die Rückverfolgbarkeit, sofern es sich nicht um eine Modulwaffe handelt.

Datensammelwut des BMI: Wenn künftig im Nationalen Waffenregister alle wesentlichen Teile einer Schusswaffe registriert werden, soll das führende wesentliche Teil für die Schusswaffe als Ganzes stehen.

Wir sehen ja am bereits am teuer eingeführten Track&Trace mit Seriennummer beim NC- und Schwarz-Pulver, dass – obwohl kein legales Pulver missbraucht wurde – es dennoch zu Bombenanschlägen kam.
Einen ähnlichen Effekt wird diese Datensammelwut bewirken: nichts!

Entwürfe und Gesetzestexte

Alle, die sich engagieren wollen, finden die beiden Referentenentwürfe bei WO (sofern man dort angemeldet ist) oder bei prolegal (die wollen diese Woche noch die Synopse hochladen, die sich besser liest) oder per anonymen Link im Web.

Nur, wer echte persönliche Kontakte zu Politikern und anderen Entscheidungsträgern hat, möge diese nutzen, am besten vorab per Telefon mit der Frage, ob man etwas zusenden darf.

Die EU-Richtlinie ist hier zu finden: EU-Richtlinie auf Deutsch

Denkt dran: nett und freundlich argumentieren!
Bitte nicht nur die eigenen Interessen berücksichtigen, sondern auch die aller anderen!

Die hohen jährlichen Zusatzkosten von mehreren Millionen Euro werden übrigens von den Herstellern und Händlern und Behörden peu a peu auf euch umgelegt – so wie beim Pulver ….. Alles im Kampf gegen den Terrorismus.

P.S. Wer es verpasst hat : Hier unser Jahresrückblick 2018

Dieser Text ist mir was wert, deswegen spende ich!

Kurze URL zu dieser Seite: https://german-rifle-association.de/74Tay

44 Gedanken zu “#EUGunban: Entwurf des BMI

  1. Nach all den Unkenrufen kommt also die Wahrheit im R-Entwurf ans Licht. Sicher ist in diese Forderungen auch bewusst Verhandlungsmasse eingebaut.
    -Meldepflicht von nach aktuellen Best. abgeänderten Dekowaffen. Die sind technisch Metallschrott.
    – Meldepflicht für Vorderlader. Jede frei erwerbbare Wasserrohr hat schon die 2-5 fache Festigkeit und kann auch vom Laien einfach mit Zügen versehen werden. Diese sind jederzeit mit allgemein zugänglichen Teilen von Laien erstellbar, genau wie eine Armbrust.
    -Magazine. Kann man aus Blech falten, löten gar aus Profilmaterial kleben. Ausdrucken ist auch jederzeit möglich. Zudem ergibt sich daraus kein unmittelbarer Sicherheitsgewinn.
    -Nachtzielgeräte. Auch Makulatur was die Gefahrenabwehr angeht solange man rechtswidrig aber technisch einfach einen beliebigen Bildwandler vor ein ZF setzen kann.
    -Gehäuse. Soweit es keine hoch komplexen Frästeile sind ist das nicht nachvollziehbar.
    Technisch fragwürdig, fachlich nicht begründbar und eher ein langfristig geplanter Rundumschlag der den zivilen Legalbesitz verleiden soll. Genau so wie im Kleinen schon mit der nicht zielführenden PulverVO vorexerziert. Schon gegen die Flut an illegaler Pyrotechnik “Polenböllern”, mit echtem Sprengstoff laboriert, kann de facto nicht viel unternommen werden.
    Daher dürften die “falschen Interpretationen” ein bewusster Manipulationsversuch sein um durch wahrheitswidrige Darstellung des Sachverhaltes ein erwünschtes Ergebnis zu erzielen. Dafür spricht auch der juristisch unübliche Ansatz zur Rückdatierung sowie der bewusst in Kauf genommene Verwaltungsaufwand für Tracking von Verschleißteilen.
    Mit Kampf gegen den Terror hat das alles nichts zu tun, diese Einrede ist nur der Deckmantel für die vollumfängliche Kriminalisierung von nicht deliktrelevantem legalem Privatbesitz.

    1. @ Karl Müller

      Zitat:”Mit Kampf gegen den Terror hat das alles nichts zu tun, diese Einrede ist nur der Deckmantel für die vollumfängliche Kriminalisierung von nicht deliktrelevantem legalem Privatbesitz.”

      Umgekehrt wird ein Schuh draus: Was hier läuft, ist der Kampf FÜR den Terror.
      Seit einigen Jahren wird von politischer Seite alles versucht, dass Immunsystem unserer europäischen Gesellschaft zu deaktivieren, damit sie möglichst ohne Gegenwehr mit anderen Gesellschaften vermischt bzw. übernommen werden kann. Stichwort: Hass auf “alte weiße Männer”. Also die bewusste Unterdrückung derer, die unsere Gesellschaft normalerweise mit ihrer Kraft und ihrer Erfahrung beschützen sollten. Zeitgleich soll die Bevölkerung entwaffnet werden, damit sie dem Terror von außen schutzlos ausgeliefert ist. Man muss nur eins und eins zusammenzählen und versteht, worauf das alles hinausläuft. Die Übernahme unsere Gesellschaft durch eine andere. Krieg ohne Waffen, dafür mit Worten, viel Geld und exorbitantem Geburtenüberschuss.
      Die Mächtigen in Europa verscherbeln ihr eigenes Volk an den Feind, damit sie selbst nicht pleite gehen. Die kurzfristige Profitgier in Europa hat uns zu Geiseln derer gemacht, die langfristig denken und handeln.

    2. Die wirkliche Kröte ist die wiederkehrende Bedürfnisprüfung: Der Verein muss, wie beim Antrag auf eine neue KW, das regelmäßige Schießen bescheinigen, womöglich muss der Verband das nochmals prüfen und dann wird der Verband Aufwandsersatz berechnen müssen und die Waffenbehörde kann dann auch noch einmal mit Gebühren zuschlagen. Bei einer Krankheit (Beinbruch etc.) kommt der Schütze sofort in eine Rechtfertigungssituation. Schrankwaffenbesitzer müssen sich entscheiden…. Da sollte sich die Partei, die den Bundesinnenminister stellt, überlegen, ob dieser noch seinen Laden im Griff hat bzw. nachdenken, was eine sachgerechte Lösung ist. Bundesrecht ist hier im Vorrang. Beschwichtigungen auf Länderebene sind völlig nutzlos.

      1. Als Besitzer einer Langwaffe im Kurzwaffenkaliber mit 20 Schuss Magazin frage ich mich natürlich auch, was die geplanten Magazinregeln für mich und meine Beretta Storm bedeuten.

  2. Wieder einmal wird das Waffenrecht verschärft, um Terrorismus zu bekämpfen. Wie naiv müssen Rechtspolitiker sein, wenn sie glauben, dass sich Terroristen an irgendein Waffengesetz halten. Terroristen und auch gewöhnliche Kriminelle benutzen ausschließlich Waffen, die behördlich nicht registriert sind. Bei Terroristen kommt hinzu, dass diese in der Regel vollautomatische Kriegswaffen favorisieren, die es in der EU auf dem Zivilmarkt sowieso nirgendwo zu kaufen gibt und die daher nur auf dem Schwarzmarkt zu bekommen sind.

    Wer glaubt, dass sich Kriminelle an das Waffengesetz halten, der glaubt auch, das sich Drogensüchtige an das Betäubungsmittelgesetz halten.

    Die geplante Gesetzesverschärfung wird wieder einmal die rechtstreuen Bürger treffen. Das Bundeswaffengesetz hat seit seiner ersten Verabschiedung als Gesetz über Schusswaffen und Munition im Jahr 1928 so gut wie nichts zur inneren Sicherheit beigetragen.

    Das deutsche Waffengesetz ist eine einzige Geschichte des Scheiterns:
    (1) Die bewaffneten Unruhen in der Weimarer Republik bekam man mit dem neuen Gesetz nicht in Griff, denn die politisch radikalen Konfliktparteien haben sich schlicht nicht daran gehalten.
    (2) Die in der Weimarer Zeit eingeführt Meldepflicht für Schusswaffen war ein Geschenk für die National-Sozialisten, die über die Waffenregister nun ihre politischen Gegner bequem entwaffnen konnten. Bewaffneter Widerstand gegen Hitler war ab 1938 (Reichskristallnacht!) nicht mehr möglich. (Quelle: Halbrook, Stephen P.: Fatales Erbe – Hitlers Waffengesetze: Die legale Entwaffnung von Juden und „Staatsfeinden“ im „Dritten Reich“, Berlin: Story, 2016)
    (3) Die Bewaffnung der RAF-Terroristen in den 1970ern konnte damit nicht verhindert werden und die 1972 unter dem Vorwand der RAF-Bekämpfung erfolgte massive Verschärfung traf natürlich nur die rechtstreuen Bürger. Die RAF kam weiter an Waffen.
    (4) Die Amokläufe von Erfurt und Winnenden konnten ebenfalls nicht verhindert werden.

    Vorschläge zur Terrorismusbekämpfung:
    (1) Grenzen wieder kontrollieren – Entgegen der geltenden Rechtslage (Art 16a Abs. 2 Grundgesetz und § 18 Abs. 2, 3 Asylgesetz) lässt die Bundesregierung zahllose Menschen (oft unkontrolliert) und ohne Ausweispapiere ins Land und niemand weiß, was diese Menschen alles (an Waffen) ins Land bringen. Dieser Zustand ist sofort zu beseitigen.
    (2) Liberalisierung des Waffenrechts – Insbesondere müssen mehr Große Waffenscheine erteilt werden, damit bewaffnete Zivilisten bei einem Terrorangriff als First Responder eingreifen können. In meinen kürzlich bei der GRA unter „Aktuelles“ erschienen Kommentaren zu „Kleiner Waffenschein: Sicherheitsgewinn“ habe ich bereits ausführlich dargestellt, dass es in den USA mit Waffenscheininhabern nur positive Erfahrungen gibt. Auch Israel praktiziert die bewaffneten First Responder mit Erfolg: “Je mehr ausgebildete Zivilisten Waffen tragen, desto höher sind die Chancen, Anschläge zu vereiteln und die Opferzahlen zu verringern”, sagte der Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan. (Quelle: Spiegel online am 21.08.2018 mit der Meldung „Zivilisten sollen einfacher an Waffen kommen“).
    (3) Mehr Polizeipräsenz und härteres Durchgreifen gegen Kriminelle – Polizeipräsenz auf der Straße ist eines der wichtigsten Mittel zur Verbrechensprävention überhaupt. Darüber hinaus muss die Politik dafür sorgen, dass Polizisten wieder den Respekt genießen, den sie für ihre Arbeit brauchen und die Beamten müssen auch die politische Rückendeckung haben, damit sie gegen Straftäter auch hart vorgehen können.

    Fazit
    Die geplante Verschärfung des Waffenrechts trifft wieder nur die rechtstreuen Bürger und macht diese gegenüber terroristischen Angriffen noch wehrloser. Es gibt Maßnahmen (s.o.), die deutlich mehr Erfolg versprechen. Eine Waffenrechtsverschärfung ist somit zur Terrorbekämpfung nicht geeignet. Terroristen bekämpft man nicht indem man rechtstreuen Bürgern die Waffen abnimmt. Hat man denn in den letzten 90 Jahren nichts dazugelernt?

    1. Hallo Herr Müller,
      die Terroreinrede ist natürlich nicht besonders glaubwürdig und für Fachleute sogar völlig unglaubwürdig wie Sie richtigerweise bemerken. Dennoch halte ich es für notwendig, sie zu thematisieren. Man muss immer auch an jene Menschen denken, die quasi in der Mitte der Debatte stehen. Das ist die große Masse derer, denen die Waffengegner mit allerhand scheinheiligen „Argumenten“ ihre Position vermitteln wollen. Und es gelingt allzu oft, denn die Masse ist oft völlig ahnungslos. Die Masse in Deutschland glaubt bekanntlich auch, dass sie vom Euro profitiert und ähnliche Märchen. Man braucht sich nur Target2 auf der Internetseite der Bundesbank anzusehen, dann weiß man was los ist, aber weiß der Durchschnittsbürger überhaupt, was Target2 ist? Mein obiger Kommentar ist quasi für die Mitte der Gesellschaft, weniger für die, die sowieso Bescheid wissen. Im Endeffekt geht es bei der Umsetzung der Feuerwaffenrichtlinie darum, einen weiteren Schritt in Richtung totale Entwaffnung der Bevölkerung zu machen. Das ist das Endziel. Das ist glasklar.

  3. Die EU-Waffenrichtlinie bringt keinen Gewinn im Kampf gegen Terrorismus und Kriminalität und trägt nichts zur Erhöhung der Sicherheit bei. Was bringt sie dann? Zuerst einmal mehr Kosten:

    „5,7 Mio. bei der Umsetzung und 3 Mio. jedes Jahr.“ (s. o.)

    Dividiert durch die Anzahl der legalen Schusswaffen, also rund 5,3 Mio. kostet die Umsetzung gut einen Euro und im Folgenden rund 57 Cent pro Jahr je Schusswaffe. Im Einzelnen ein Klacks, zusammen aber eine Summe die für null Nutzen einfach aberwitzig erscheint. Würde dieses Geld in die Bekämpfung der Wohnungs- und Obdachlosigkeit investiert, wäre der Nutze für alle hingegen enorm.

    Wem nutzt die Richtlinie trotzdem? Die Antwort liegt auf der Hand: einzig und allein der EU-Bürokratur und ihren Vertretern in den Ländern. Hier wird durchexerziert, wie nationales durch internationales Recht ausgehebelt werden kann.

    „Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

    Zu „… weil die meisten gar nicht begreifen, …“ muss noch hinzugefügt werden: weil die meisten gar nicht erfahren, was da beschlossen wurde.

    Auch bei den Vereinten Nationen wird seit langem daran gearbeitet, den privaten Besitz von Feuerwaffen zu verbieten. Freuen wir uns doch schon mal auf einen „UN Global Pact for Civil Disarmament“.

    Wie die Prohibition in den USA von 1920 bis 1933 und ähnliche Beispiele zeigen, führen Verbote zu einem Anstieg von Schmuggel, illegaler Produktion und Schwarzhandel, verbunden mit organisierter Kriminalität. Mexiko ist ein trauriges Beispiel dafür.

    Warum setzen sich, trotz aller vorliegenden Erkenntnisse, immer noch die überwiegende Mehrheit der Bürger für strengere Waffengesetze ein oder befürworten diese? Weil sie in ihrer „selbst verschuldeten Unmündigkeit“ beharren (wollen) und weiter an die Utopie einer idealen Gesellschaftsform glauben.

    1. Hallo Her Buhn,
      ja, wobei sich doch die Frage nach Nutzen und Aufwandswirksamkeit stellt. Die beabsichtigte Tendenz der allgemeinen vollumfänglichen Entwaffnung ist offenkundig.
      Nur…von Seiten des Legalbesitzes waren und sind doch keinerlei Gefahren für die politische Klasse oder deren Machtstrukturen zu erwarten?
      Das hier bizarre Ideen aus Berlin auf dem Umweg über die EU Rechtswirklichkeit werden sollen ist offenkundig. Nur wo ist die Gefahr, wo ist der Nutzwert? Gut, komplexere Gegenstände wie Maschinenwaffen und PALR haben einiges Gefährdungspotenzial weil damit die Schutzvorrichtungen mit denen sich die politische Klasse absichert, neutralisiert werden können. Aber Vorderlader? Zumal letztere jederzeit aus allgemein zugänglichem Stahlrohr selbst zusammengeschraubt werden können? “Große Magazine” die man sich ausdrucken kann? Ich hab sogar mal eins aus Holzleisten gefräst in ner Sicherstellung gesehen, das hatte nur Magazinlippen aus etwas umgebogenen Blechrohr…
      Das dies alles weder zielführend ist noch funktionieren kann zeigt doch bereits ein sehr jammeriger IANSA-Bericht über selbst erstellte Schusswaffen in Afrika. Von der Jagdbüchse bis zur AK wird alles improvisiert.

      Der Bürger verharrt lieber in seiner Unmündigkeit, das ist, noch, sehr bequem und erspart mühseliges Bilden einer eigenen Meinung.

    2. Diesen UN Pakt gibt es doch schon, nennt sich nur anders:

      Programme of Action to Prevent, Combat and Eradicate the Illicit Trade in Small Arms and Light Weapons in All Its Aspects<<

      Ich habe dazu vor Jahren mal einen Wiki-Artikel geschrieben, der radikal eingekürzt wurde. Von daher verlinke ich mal auf die lange Version von 2011:

      https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kleinwaffenaktionsprogramm_der_Vereinten_Nationen&oldid=93284404

  4. Sind Magazine mit großer Kapazität tatsächlich so gefährlich, dass man sie verbieten muss?

    Wenn man auf diese Frage eine seriöse, d.h. eine akademische Antwort finden will, dann sieht es im europäischen Sprachraum schlecht aus, weil es hier praktisch keine Waffenforschung gibt. In den USA ist das ganz anders. Eine sehr interessante Äußerung habe ich bei einem der bekanntesten Köpfe in der amerikanischen Waffendebatte gefunden. Es handelt sich dabei um Dr. John Lott. Lassen wir ihn einmal zu Wort kommen:

    „Bei dem Angriff in Fort Hood im Jahr 2009 [13 Tote] schaffte es Major Nidal Malik Hasan, mindestens 220 Schüsse abzugeben, wobei er lediglich einen Revolver und eine halbautomatische Pistole benutzte. Die durchschnittliche Zahl von Schüssen, die jene [Kriminellen] abgeben, die High Capacity-Magazine nutzen, war tatsächlich sehr ähnlich der Schusszahl bei herkömmlichen Magazinen (71 zu 65). Diese Tatsache ist offensichtlich nicht allzu überraschend, wenn man davon ausgeht, dass die durchschnittliche Zeit zwischen den Schüssen dazu tendiert deutlich länger zu sein als die Zeit, die man braucht, um ein Magazin zu wechseln.

    HC-Magazine haben auch ein größeres Risiko zu blockieren. Die Waffen der Angreifer blockierten sowohl bei der Schießerei im Batman-Kino [2012 in Aurora, Colorado; 12 Tote] als auch bei der Gabbie Giffords-Schießerei in Tucson, Arizona. Große Magazine erfordern außergewöhnlich starke Federn und manchmal werden die letzten Patronen nicht mehr richtig zugeführt, wenn die Feder auch nur ein bisschen Kraft verloren hat (das kann passieren, wenn die Leute Patrone in den Magazinen lassen). …

    Hier geht es zu einer wichtigen Grafik: https://medium.com/@crimeresearch1/fbi-reports-on-active-shooters-are-wrong-says-expert-65eda12e93be

    Schützen können viele Schüsse abgeben einfach indem sie zwischen ihren geladenen Waffen wechseln. Oder sie nehmen zusätzliche Magazine mit und wechseln diese in wenigen Sekunden.

    Während in Figur 1 [s. Link oben] die Unterschiede zwischen den Fällen mit HC-Magazinen und denen mit mehreren Waffen darauf deuten, dass die Fälle mit mehreren Waffen mehr Tote zur Folge haben, so ist keiner der Unterschiede statistisch relevant. Aber die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein Verbot der HC-Magazine nichts dazu beitragen wird, die Zahl der Toten zu reduzieren.

    Selbst wenn Magazine irgendwie verboten werden könnten, wie will man Menschen effektiv davon abhalten, mehrere Waffen zu bekommen? Es ist eine Sache, einen bestimmten Gegenstand komplett zu verbieten. Es ist eine viel schwierigere Aufgabe, die Menschen davon abzuhalten, mehrere Exemplare eines Gegenstandes zu erlangen, der legal ist. Und die Zahlen zeigen, dass die Angreifer in der Lage sind mindestens genauso viele Menschen zu töten indem sie einfach mehrere Waffen benutzen.

    Aber es ist eine Tatsache, dass es praktisch unmöglich ist, Kriminelle davon abzuhalten, die Magazine zu bekommen, die sie wollen. Magazine, große oder kleine, sind banal einfach herzustellen. Es sind nur Behälter mit Federn und sie können mit den einfachsten Werkzeugen hergestellt werden. Das Aufkommen der 3D-Drucker macht es noch einfacher sie herzustellen. (120)

    Es gibt keinen Beweis, dass das bundesweite Verbot von Magazinen mit einer Kapazität von mehr als zehn Schuss im Jahr 1994 die Verbrechensraten beeinflusst hat. Sogar das der politischen Linken zuneigende Urban Institute war, finanziell unterstützt von der Regierung Bill Clinton, nicht in der Lage, irgendeinen Beweis hierfür zu finden.

    Und all das führt zu einer weiteren Ironie. Die Verbote von HC-Magazinen werden nur von rechtstreuen Bürgern beachtet. Das wird Inhaber eines Waffenscheins davon abhalten, viele Patronen in ihre Waffe zu laden. Waffenscheininhaber, die ihre Waffe in der Öffentlichkeit dabeihaben, haben gewöhnlicherweise nur das Magazin dabei, das in ihrer Waffe ist. Sie tragen nicht mehrere Waffen. Angreifer hingegen können sich vorbereiten indem sie mehrere Waffen und Magazine mitbringen. Sie können eine taktische Weste tragen wie die, die James Holmes getragen hat, mit Taschen für ihre Magazine. Auch wenn sie irgendwie keine großen Magazine bekommen können, dann sind sie doch in der Lage, viele kleine Magazine mitzunehmen.

    Quelle: Lott, John R.: The War on Guns – Arming Yourself Against Gun Control Lies, Washington D.C.: Regnery Publishing, 2016, Seiten 119 ff.

    Das Buch ist absolut lesenswert, aber leider gibt es keine deutsche Übersetzung. Hier kann man es mit einem deutschen Amazon-Konto bestellen: https://www.amazon.de/gp/product/1621575802/ref=oh_aui_detailpage_o02_s00?ie=UTF8&psc=1 Nicht etwa bei Amazon USA bestellen, sonst klappt das mit den 5 bis 10 Werktagen Lieferzeit nicht!

  5. Moin SvK,
    tja das ist tatsächlich seltsam. Ich meine mich überdies zu erinnern dass zu Zeiten meiner militärischen Ausbildung auch ein Vortrag zu Magazinbauformen darunter war. Größe, Länge und warum oder nicht. Im Gefolge des WK 1 sind diese Fragestellungen praktisch bei allen europäischen Armeen untersucht worden und man hat sehr schnell die bekannten Probleme mit Zuführsicherheit, Gewicht erkannt. Daum gabs endlos lang nur wenige KW-Magazine die 2-reihig waren, sonst MPs vorbehalten und Für Gewehrpatronen meist nur 20-25 Schuss.
    Zudem warum gibst für Sturmgewehre meist maximal 7 30er? Einfach, weil nach schnellem Verschuss der Punkt des Cook Off, also der Selbstüberhitzung erreicht ist und eh nicht mehr oder kaum gezielt geschossen werden kann. Darum hatte der Täter von Las Vegas ja auch so viele Waffen und exakt am cook off die Waffe gewechselt.
    Taktisch ein alter Hut für jeden der mal dienstlich solche Dinge wie Deckung- oder Niederhaltefeuer umsetzen musste, oder die MG´s im Gelände nach Feuerdichte zu verteilen.

    Fazit: Genau so wenig wie es seit hundert Jahren der ballistischen Forschung nicht gelungen ist ein “besonder gefährliches KW-Kaliber” zu finden, genau so wenig gibt es eine gefährliche Magazingrösse! Zumal selbst Geübte in dynamischen Lagen kaum mehr als 40 gezielte Schüsse abgeben können. Das ist selbst mit 5ern zu leisten, oder einem Revolver mit moon-clips.
    Übrigen gelingt es auch mit den Primitivwaffen wie “zulu-guns” für wenig Geübte bis zu 30 Schuss in der Minute abzugeben, mit Flintenmunition. Und auf die deliktrelevanten Distanzen damit auch problemlos Wirkungstreffer zu erzielen. Was ebenfalls amtsbekannt ist.
    Will aber politisch keiner hören, und welches Fachdezernat will schon den Dienstherrn nachhaltig verärgern?
    Es geht auch dabei folgerichtig um Kriminalisierung, nicht um begründete Ansätze zur Gefahrenabwehr.

    1. Hi Marco!
      Das Problem ist, dass sich international vernetzte Kreise inkl. UNO (s. auch den Link weiter oben von Katja Triebel) längst darauf geeinigt haben, dass der private Waffenbesitz WELTWEIT verboten werden muss. Die Mehrheit im Europäischen Parlament hat 2016/2017 für den EU Gun Ban gestimmt. Die Altparteien in Deutschland sind mittlerweile ausnahmslos gegen privaten Waffenbesitz. Auch CDU/CSU gehören mittlerweile zu jenen, die privaten Waffenbesitz nicht mehr befürworten. Das sieht man auch klar an den Wahlprogrammen, in denen der private Waffenbesitz nicht mehr erwähnt wird. Die einzige Partei, die in ihren Wahlprogrammen für ein liberales Waffenrecht eintritt, ist die AfD.

      Gem. § 5 Abs. 1 Bundesverfassungsgerichtsgesetz bestimmen Bundestag und Bundesrat, wer Verfassungsrichter wird. Damit ist klar, welche Geisteshaltung nahezu alle Verfassungsrichter haben dürften und wenn diese Verfassungsrichter bei einer Klage (z.B. gegen eine Waffenrechtsverschärfung) sich so gar nicht äußern möchten, dann reichen sie diese Klage eben an den EuGH durch. Es ist doch kein Wunder, dass das Ansehen der Justiz in Deutschland immer weiter abnimmt. So gesehen dürfte eine Klage keine große Aussicht auf Erfolg haben.

      1. Gerade wegen der internationalen Vernetzung der Anti-Waffenlobby halte ich die Unterstützung von Organisationen wie der GRA, firearms united, prolegal und Forum Waffenrecht für absolut notwendig. Die Hauptschlacht wird aber in den USA geschlagen. Deshalb kann es nicht schaden, auch Mitglied der NRA zu werden. Das ist übrigens online ohne weiteres möglich. Bei all den Organisationen kann man auch spenden; da ist das Geld sicher besser angelegt als bei einer aussichtslosen Klage.

  6. Guten Abend Herr Buhn!
    Damit haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Die USA sind meines Wissens derzeit das einzige Land auf der Welt, das den Waffenbesitz in der Verfassung festgeschrieben hat. Das 2A muss man auch nicht abschaffen, um den privaten Waffenbesitz in den USA zu verbieten. Es reicht, wenn es den Waffengegnern, d.h. den Feinden der Freiheit, gelingt, das Second Amendment durch einfache Gesetze auf Bundes- bzw. Staatenebene auszuhöhlen. Oder man hebelt es über internationale Verträge aus. Die UNO, deren Hauptgebäude in N.Y. auf einem von Rockefeller geschenkten Grundstück steht, wird das Zustandekommen solcher Verträge sicher nach Kräften fördern. Sodann werden diese internationalen (völkerrechtlichen) Verträge in US-Recht umgesetzt gemäß dem Grundsatz, dass das Völkerrecht über dem nationalen Recht steht. Wenn das gelingt, werden unzählige Regierungen mit Verweis auf das „Vorbild“ USA den Privatwaffenbesitz ebenfalls endgültig abschaffen. Aus eben diesem Grund bin auch ich Mitglied in der NRA. Die Schlacht wird in USA geschlagen. Der Beitritt über das Internet ist sehr einfach. Man braucht lediglich eine Kreditkarte. Die Anmeldung ist simpel.

    1. Guten Morgen Schmied von Kochel,

      da sind wir ja zumindest schon mal zwei. Ich konnte es nicht ertragen, wie die NRA nach Parkland bei uns in den Medien unverdienterweise durch den Dreck gezogen wurde. Deshalb bin ich NRA-Mitglied geworden.

      Das NRA School Shield program und weitere Programme und Aktivitäten der NRA stellen eine echte Alternative zur Forderung nach mehr gun control dar. Die Fälle von Feuerwaffenmissbrauch finden immer dort statt, wo Demokraten die Vorschläge der NRA ignorieren und wirklich wirksame Vorschriften und Gesetzesänderungen blockieren.

      Der Kampf um das 2nd Amendment ist gerade jetzt voll entbrannt. Fällt es, wird das 1791 festgeschriebene Recht Waffen zu besitzen und zu tragen nicht nur in den USA eingeschränkt werden. Ich schreibe „eingeschränkt“, da man ein naturgegebenes oder, wie die Amerikaner glauben, von Gott verliehenes Recht nicht abschaffen kann. Man kann es nur einschränken bis hin zur völligen Unterdrückung.

      „The only way to stop a bad guy with a gun is with a good guy with a gun,” Wayne LaPierre

  7. Auf die Idee, Mitglied in der NRA zu werden, bin ich noch gar nicht gekommen und ich denke viele andere auch nicht. Aber ich kann Eure Beweggründe nachvollziehen. Auch wenn die USA weit weg sind, so würde eine starke Einschränkung oder gar Abschaffung des privaten Waffenbesitzes in den USA auch deutliche Auswirkungen auf alle anderen Länder mit Zugang zu privaten Schusswaffen haben. Deshalb macht es durchaus Sinn, diese Organisation aus der Ferne zu unterstützen. Die Gedanken dahinter sollte man deshalb vielleicht auch mal einer breiteren Öffentlichkeit in Europa vermitteln.
    Nichtsdestotrotz sollten wir auch an die einheimischen Organisationen denken. Ich bin Sportschütze aus Leidenschaft und möchte meinen Sport ohne Einschränkungen so lange ausüben, bis ich es vielleicht irgendwann aus Altersgründen nicht mehr kann. Und das bitte mit meinen eigenen Sportwaffen, die ich auf meine persönlichen Bedürfnisse abgestimmt und eingestellt habe!
    Es wird immer Menschen geben, die diesem Sport nichts abgewinnen können, die ihn nicht mögen oder verstehen und auch solche, die behaupten das wäre kein echter Sport, so wie Max Uthoff, der in einer Satire-Sendung meinte, “man müsse ja nur seinen Finger solange krumm machen, bis ein Geräusch ertönt” und “wenn das Sport ist, dann ist es das Herauspulen von Essensresten zwischen den Zähnen auch”.
    Aber propagieren wir nicht ständig in einer bunten, demokratischen Gesellschaft zu leben, mit Toleranz und Offenheit auch solchen Dingen gegenüber, die manchem fremd sind oder seltsam erscheinen? Schließlich sind die legalen registrierten Waffenbesitzer laut jeder Studie und Kriminalstatistik äußerst gesetzestreu und keine Gefahr für die Allgemeinheit. Warum also hat man es ständig auf uns abgesehen und versucht uns mit immer neuen Einschränkungen und Gesetzesverschärfungen unseren Sport und unsere Hobbys zu vermiesen? Wo ist die Toleranz und Offenheit uns gegenüber?
    Wir wissen natürlich, wo das alles eines Tages hinführen soll und gerade deshalb ist es wichtig schon jetzt etwas dagegen zu tun. Deshalb sollte man auch Organisationen wie Firearms United, die GRA, Forum Waffenrecht usw. unterstützen. Damit kann auch der Einzelne viel bewirken. Der Kampf großer Netzwerke gegen immer neue Einschränkungen und Verbote ist notwendig aber auch kostenintensiv. Und jeder von uns ist irgendwo Mitglied und zahlt jährlich Beiträge, ob im Schützenverein, Angelverein, Oldtimer-Club, Rotes Kreuz usw. Vermutlich hat auch jeder schon mal Geld für einen guten Zweck gespendet. Eine Mitgliedschaft oder ein Beitrag mehr ist da sicher noch drin und sollte es uns wert sein.

    1. Unser Sport ist so alt wie die Menschheit. Der erste Homo sapiens, der sich seine Waffen selbst angefertigt hat, brauchte niemanden um Erlaubnis zu fragen. In der Urgemeinschaft war das Herstellen von Waffen, wie auch von anderen Gegenständen, eine kultische Handlung. Aus der Notwendigkeit, sich im Umgang mit Waffen zu schulen, entwickelten sich Kriegs- und Jagtänze sowie sportliche Wettkämpfe. Waffen wurden nicht zum Töten entwickelt sondern um zu überleben, durch Jagd und Kampf. Über ihre bloße Funktionalität hinaus waren sie schon immer Kunstobjekte von hoher kultureller Bedeutung.

      Die Regulierung des Waffenbesitzes begann erst mit der Herausbildung des Feudalsystems. Der Herrscher von Gottes Gnaden konnte Rechte gewähren oder verweigern. Noch heute sagt man: „Wer gibt dir das Recht, …!“ In Europa sind wir von dieser Denkweise immer noch umfangen. Nur in den USA wurden die Erkenntnisse der Aufklärung konsequent in der Verfassung umgesetzt. Das 2nd Amendment gewährt den Bürgern nicht das Recht Waffen zu besitzen und zu tragen, es bestätigt nur, dass dieses, natur- oder gottgegebene, Recht nicht beeinträchtigt (infringed) werden soll.

      Die Gegner dieses Rechts profitieren davon, Waffen als etwas Böses darzustellen und sie zu verbieten. Das sichert ihnen gut bezahlte Posten, politische Macht und persönliches Ansehen. Hinter ihnen steht die IANSA, eine globale Bewegung die Organisationen verlinkt, die sich dem Kampf gegen „Kleinwaffen“ (small arms) verschrieben haben. Die Bewegung entstand ursprünglich aus Organisationen, die gegen die unkontrollierte Verbreitung und gegen den Missbrauch von Kleinwaffen in Bürgekriegsgebieten vorging. Nach dem Ende des kalten Krieges hatten sie praktisch kein Betätigungsfeld mehr. Um ihren Weiterbestand zu sichern, gingen sie von da an gegen zivile Waffen im Privatbesitz an. Eine genaue Beschreibung, auch ihrer Taktiken und Methoden, findet ihr in der gunology von Ron Siderius hier auf der GRA-Seite.

      Ich konnte die Frage, warum man uns, trotz Forderung nach Diversity, unser Spielzeug nicht lassen will, nur kurz umreißen. Zu viele Menschen haben sich einem natürlichen Umgang mit Waffen entfremdet. Privater Waffenbesitz gehört nicht in ihr politisches oder privates Weltbild. Ihre Forderung nach Weltoffenheit und Toleranz betrifft nur ihre eigenen Interessen. Und im übrigen passen Sozialismus und Freiheit ganz einfach nicht zusammen.

    2. Hi Jörg!
      Ich bin natürlich auch Mitglied beim Forum Waffenrecht. Das Problem von FWR und prolegal ist, dass die beiden viel zu wenig Öffentlichkeitsarbeit machen. Aber ich glaube, das ist eher das kleinere Problem. Vielen Waffenbesitzern in Europa fehlt es (noch) an der freiheitlichen Gesinnung beim Waffenrecht. Vielen amerikanischen Waffenbesitzern ist die US-Verfassung regelrecht heilig. Wehe dem, der es wagt sie anzurühren!

      Hast Du Dir schon einmal überlegt, was Du selbst machen kannst, damit es nicht noch weiter abwärts geht mit unserem Waffenrecht? Eine Mitgliedschaft beim FWR reicht definitiv nicht. Engagiere Dich, z.B. in Deinem Verein als Waffenrechtsbeobachter!

      (1) Du kannst z.B. dafür sorgen, dass die wichtigsten Veröffentlichungen der GRA in Deinem Verein gleich nach Erscheinen als Link in die Runde geschickt werden. Der aktuelle Beitrag zur Waffenrechtsverschärfung ist wichtig und möglichst viele Waffenbesitzer sollten so früh wie möglich wissen, was da wieder geplant ist.
      (2) Stelle vor einer Landtagswahl die Aussagen der Parteien zum Waffenrecht zusammen und mache die Übersicht Deinen Vereinskameraden zugänglich. Eine Wahlempfehlung soll und braucht der Verein natürlich nicht abzugeben.
      (3) „Gunology“, „Fatales Erbe“ und „Die letzte Verteidigungslinie“ sind Pflichtlektüre für alle deutschen Waffenbesitzer. Hast Du sie selbst schon gelesen, damit Du argumentativ jederzeit schlagkräftig bist? Kennen Deine Schützenbrüder/-schwestern diese Bücher? Nein? Dann sorge dafür!
      (4) Schreibe auf Amazon Rezensionen zu den beiden letztgenannten Büchern. Es sind bis jetzt viel zu wenige. Schau Dir einmal die Rezensionen der Amis zu dem o.g. „The War on Guns“ von John Lott an und dann schau bei „Fatales Erbe“ und „Die letzte Verteidigungslinie“ rein. Die Amis lesen auf dem Gebiet eindeutig mehr und dann ist man auch besser im Wort, wenn es darum geht, den privaten Waffenbesitz verbal zu verteidigen!

      Das waren jetzt vier Vorschläge, die mir auf die Schnelle eingefallen sind, weil ich sie selbst schon umgesetzt habe. Wenn Du nachdenkst, wirst Du sicher noch weitere Ideen haben.

      Links:
      Halbrook, Stephen: „Fatales Erbe“ (https://www.amazon.de/Fatales-Erbe-Waffengesetze-Entwaffnung-Staatsfeinden/dp/3957231027/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1548533137&sr=8-1&keywords=fatales+erbe)

      Siderius, Ron: „Die letzte Verteidigungslinie“ (https://www.amazon.de/Die-letzte-Verteidigungslinie-Waffen-weniger/dp/3939562815/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1548533185&sr=8-1&keywords=Die+letzte+Verteidigungslinie)

      Siderius, Ron: Gunology (https://german-rifle-association.de/category/fakten/) Nach unten scrollen und kostenlos downloaden!

      Lott, John: The War on Guns (https://www.amazon.de/gp/product/1621575802/ref=oh_aui_detailpage_o02_s00?ie=UTF8&psc=1)

      1. Die letzte Verteidigungslinie kann ich uneingeschränkt weiter empfehlen, Fatales Erbe aufgrund der Empfehlung gerade bestellt.

  8. Linksammlung zu Organisationen für legalen Waffenbesitz mit Kurzinfo und Jahresbeitrag:

    Firearms United – Europäische Organisation mit Partnerschaften weltweit. Hauptziel ist, die EU daran zu hindern, den europäischen Bürgern den Zugang zu Feuerwaffen zu erschweren. 25 €

    https://firearms-united.com/de/

    Forum Waffenrecht e. V. – Gründungs- und Vollmitglied im World Forum on the Future of Sport Shooting Activities (WFSA)
    Dem FWR gehören rund 200 Organisationen sowie rund 30.000 Einzelpersonen an. 17 €

    https://www.fwr.de/home/

    FvLW Fördervereinigung legaler Waffenbesitz e. V. – Finanziert „Waffen-Online“
    Ab 12 € (Registrierung im Forum frei)

    https://www.fvlw.de/aktuelles

    https://forum.waffen-online.de/

    prolegal – Prolegal Interessengemeinschaft für Waffenbesitz e.V.
    setzt sich für Liberalisierung des Waffenrechts ein. 5.600 Mitglieder. 12 €

    https://prolegal.de/

    NRA National Rifle Association – gegründet 1871; verteidigt die Verfassung der USA, insbesondere den 2. Zusatzartikel. 5 Mio. Mitglieder. 45 $

    https://home.nra.org/

    Die Reihenfolge ist keine Rangfolge. Ergänzungen und Erfahrungen willkommen. Die Zeitschrift Vizier empfahl 2010 die Unterstützung von prolegal oder Forum Waffenrecht.

  9. Hallo SvK,

    was die Öffentlichkeitsarbeit des FWR und prolegal angeht, stimme ich dir zu. Ich nehme die GRA deutlich stärker wahr, als die anderen beiden. Die Waffenbesitzer in Deutschland brauchen eine starke Lobby, doch davon sind wir, meiner Ansicht nach, noch relativ weit entfernt.

    Nun zu deiner Frage und deinen Vorschlägen. Selbstverständlich habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was ich selbst tun kann. Ich bin seit 2015 Mitglied in einem Schützenverein. Öffentlichkeitsarbeit halte ich im Schießsport für sehr wichtig, da in den Medien oft ein falsches Bild über uns gezeichnet wird, mal abgesehen von Olympia. Da braucht es einen positiven Gegenpol und das kann z.B. die Darstellung das Schießsportes und des Vereinslebens in der Öffentlichkeit sein. Da unser Verein keine eigene Internetpräsenz hatte, fing ich Ende 2016 damit an, eine Webseite für den Verein aufzubauen. Neben Infos zu Veranstaltungen und Wettkämpfen finden Interessenten dort auch Antworten auf grundsätzliche Fragen zum Schießsport, z.B. Was kostet es? Welche Voraussetzungen gibt es in Deutschland für Waffenbesitz? Sind Sportwaffen gefährlich für die Allgemeinheit? Aufbewahrung usw…
    Auf der Startseite berichte ich auch über aktuelle Entwicklungen in Sachen Waffenrecht und verweise bei bevorstehenden Wahlen mittels Link auf die Statements der Parteien zu diesem Thema. Entsprechende Rundmails an unsere Vereinsmitglieder verschicke ich natürlich ebenfalls.
    Weiterhin bin ich auch ein Freund von Veranstaltungen, bei denen man Otto Normalbürger die Welt des Schießsportes näher bringen und die Angst vor “bösen Sportschützen” und deren Waffen nehmen kann. So haben wir in den letzten zwei Jahren mit einigen Vereinsmitgliedern Schießnachmittage organisiert, die sehr gut ankamen. In diesem Jahr wollen wir das weiter fortführen.
    Was deine Punkte 3 und 4 angeht, habe ich wohl noch etwas Nachholbedarf. Gunology habe ich gelesen, außerdem einige Texte von Norbert Helfinger, s. Link
    http://www.slg-stuttgart.de/waffenrecht.php (Downloads ganz unten).
    Ansonsten bin ich noch Mitglied bei Firearms United, habe ca. 100 Mails an diverse Politiker geschrieben als die Sache mit der EU Feuerwaffenrichtlinie aufkam (und lächerliche 6 Antworten erhalten), und sah mich nach dem Amoklauf von München genötigt, dem damaligen Innenminister de Maiziere zu schreiben, nachdem ihn ein Journalist bei einer Pressekonferenz fragte, ob denn als Konsequenz daraus nun das deutsche Waffenrecht verschärft würde. Zu dem Zeitpunkt war bereits bekannt, dass es sich bei der Tatwaffe um eine illegale Waffe handelte.
    Ich will jetzt nicht alles aufzählen, ein bisschen aktiv bin ich aber schon.

  10. Hi Jörg!
    Ich würde sagen, dass Du da eine Menge für Deinen Verein machst. Ohne Leute wie Dich würden die Vereine eingehen. Meine unzähligen Emails an Abgeordnete wurden übrigens auch kaum beantwortet. Diese Erfahrung macht jeder Waffenbesitzer, der diese Damen und Herren anschreibt, denn es fehlt dort in der Regel der Sachverstand, um eine Antwort zu formulieren oder sie kennen sich tatsächlich aus, dann bleiben sie aber trotzdem stumm, weil sie wissen, dass sie keine stichhaltigen Argumente haben.

    Ich sehe den Hauptgrund dafür, dass es in Deutschland in den letzten 50 Jahre nur noch ungerechtfertigte Verschärfungen im Waffenrecht gab, darin, dass die ganz große Mehrheit der Waffenbesitzer über ihre natürlichen Rechte extrem schlecht informiert ist und weil sie falsch argumentieren.

    Wir haben zwar eine Menge Literatur über die technischen Aspekte von Waffen und sogar über Schießtechnik ist seit einigen Jahren mit z.B. Henning Hoffmanns „Feuerkampf und Taktik“ sehr gute Literatur zu haben. Aber solche Bücher bringen uns im Waffenrecht nicht weiter.

    Es gab bei uns bis zum Jahr 2013 nicht eine einzige Schrift, die das angesprochen hat, was die Amis Gun Facts oder Gun Rights nennen. 2013 – 2015 hat sich das Gott sei Dank durch die Gunology geändert.

    2016 kam dann die Übersetzung von Halbrooks „Gun Control in the Third Reich: Disarming the Jews and ‘Enemies of the State’“ als „Fatales Erbe“ auf den deutschen Markt, ein echter Glücksfall wie ich meine, denn hier sieht man, dass schon die Vorgeschichte unseres jetzigen Waffengesetzes äußerst unrühmlich ist.

    Dann kam 2018 Ron Siderius mit „Die letzte Verteidigungslinie“, die ebenfalls sehr gelungen ist.

    Bereits aus diesen drei Schriften kann man eine Menge Argumente ziehen.

    Ron Siderius analysiert sehr treffend, wohin es führt, wenn wir es zulassen, dass unser Waffenbesitz ständig auf die in § 8 WaffG genannten Bedürfnisgründe reduziert wird. Wir stehen dadurch argumentativ auf einer sehr niedrigen Ebene, nämlich der des Hobbys, während unsere Gegner ständig von der deutlich höheren Ebene der Sicherheit aus argumentieren. Doch lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

    „Wie schon … erwähnt ist das deutsche Waffengesetz bedürfnisorientiert, das heißt man muss einen triftigen Grund nennen, warum man legale Schusswaffen haben möchte. Die Hauptgründe für den legalen Waffenerwerb in Deutschland sind der Schießsport und die Jagd. Waffensammler machen nur einen geringen Anteil aller Waffenbesitzer aus. Dementsprechend sind die Sportschützen und die Jäger in Verbänden organisiert, die ihnen das Bedürfnis eines Waffenerwerbs bescheinigen. … Diese Verbände machen im Sinne ihrer Statuten einen sehr guten Job. Die Mitglieder organisieren in ehrenamtlicher Arbeit den Schießsport und die Jagd. … Die systematische Begrenzung der Verbände ist, dass sie sich im Sinne ihrer Statuten im wesentlichen mit Hobbys beschäftigen. Dadurch können sie nur schwer den notwendigen politischen Druck aufbauen.

    Versuchen wir, die Situation anhand der Maslowschen Bedürfnishierarchie darzustellen. …
    Die jeweiligen menschlichen Bedürfnisse sind nach ihrer Dringlichkeit gestaffelt:

    (1) Physiologische Bedürfnisse – Die Basis der Pyramide bilden diejenigen Bedürfnisse, ohne die ein Mensch gar nicht überleben kann. Jeder Mensch braucht Wasser, Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf.
    (2) Sicherheitsbedürfnisse – wenn man schon satt ist und im Warmen sitzt, dann wird das nächste Bedürfnis wichtig. Man möchte körperlich unversehrt bleiben. Man möchte auch sicherstellen, dass man auch weiterhin Wasser, Nahrung, Kleidung und Behausung hat, ohne dass es jemand einem einfach wegnehmen.
    (3) Soziale Bedürfnisse – wenn man satt und sicher ist, dann möchte man nicht alleine auf der Welt sein. Menschen sind gesellige Wesen, möchten eine Familie und Freunde haben.
    (4) Individualbedürfnisse – darunter fallen der Wunsch nach mentaler und körperlicher Stärke, Erfolg, Unabhängigkeit, Freiheit, Ansehen, Prestige, Wertschätzung, Achtung, und so weiter.
    (5) Selbstverwirklichung – hierunter fallen zum Beispiel die Hobbys wie der Schießsport, die Jagd oder die Sammelleidenschaft.

    Die Schießsport- und Jagdverbände argumentieren gegenüber der Politik im Prinzip … [auf der] letzte[n] Stufe der Selbstverwirklichung in der Maslowschen Pyramide. …

    Die Jäger argumentieren zusätzlich noch damit, dass ihre Arbeit der Landschaftspflege und dem Ökosystem dient. …

    Die Gegner des privaten Waffenbesitzes argumentieren allerdings mit Sicherheitsbedenken. Machtbewusste Politiker wollen viel lieber eine unbewaffnete Gesellschaft als eine bewaffnete regieren. Der Rest der Waffengegner argumentiert ebenfalls auf der Sicherheitsstufe. Sie sagen im Grunde genommen nichts anderes als so etwas wie: ‚Ich fühle mich persönlich sicherer, wenn mein Nachbar keine Waffe hat.’ …

    Das grundsätzliche Problem mit den zwei Argumentationswegen wird offensichtlich. Hier stoßen zwei Interessen aufeinander: Hobby gegen Sicherheitsbedenken. Der Aussage ‚Ich fühle mich persönlich sicherer, wenn du keine Waffe hast’ wird von den Schießsport- und Jagdverbänden mit ‚Aber wir haben Spaß an unserem Hobby!’ entgegnet.

    Die Umweltschutzaspekte bei den Jägern können politisch auch relativ leicht entkräftet werden, indem die Jagdgegner staatliche Jäger in den Raum stellen, die den Wildbestand hauptberuflich regulieren werden. So soll die private Jagd ihre Daseinsberechtigung verlieren. Mangels Bedürfnis könnten dann die privaten Jagdscheine und Waffenbesitzkarten eingezogen werden. Das hört sich vielleicht dramatisch an, aber es ist das Szenario, auf das die Anti-Jagd-Aktivisten hinarbeiten.

    Summa summarum sticht das dringendere Sicherheitsbedürfnis des einen immer die Selbstverwirklichung des anderen.

    Das ist auch der Grund, warum die Schießsport- und Jagdverbände seit Jahrzehnten im Prinzip einen geordneten Rückzugskampf führen. Sie haben systembedingt immer die schlechteren Karten in der Hand, während ihre Gegner alle psychologischen Trümpfe ausspielen können. Daraus folgt, dass, wenn die Strategie nicht geändert wird, die Waffen- und Jagdgesetze immer strenger werden, bis der private Waffenbesitz komplett verboten wird. Die Sportschützen und Jäger werden von den Politikern gebeten, sich ein anderes, weniger ‘gefährliches’ Hobby zu suchen, wie es Rebecca Peters vom IANSA im Jahr 2004 in der Debatte mit Wayne LaPierre von der NRA am King‘s College forderte.

    Es gibt nur eine Chance, dem Prozess der immer größeren Einschränkungen beim Waffenbesitz wirksam zu begegnen. Das Für und Wider des privaten Waffenbesitzes muss auf der gleichen Bedürfnisstufe diskutiert werden. Statt Sicherheit versus Hobby wird Sicherheit versus Sicherheit diskutiert. Einem ‚Ich fühle mich persönlich sicherer, wenn du keine Waffe hast!’ entgegnet man: ‚Ich fühle mich aber viel sicherer, wenn ich eine Waffe habe!’ Jetzt steht das Sicherheitsgefühl des einen gegen das Sicherheitsgefühl des anderen. Beide Bedürfnisse sind gleichwertig und gleichberechtigt. Nach dem Umstieg auf eine dringendere Bedürfnisstufe nimmt die Diskussion plötzlich einen ganz anderen Verlauf.

    Schade nur, dass die Schießsport- und Jagdverbände zumindest offiziell ihre Strategie nicht ändern können, weil sich für den Waffenbesitz zum Selbstschutz einzusetzen dem Zweck der Verbände nicht entspricht. Ihnen sind in dieser Hinsicht die Hände mehr oder minder gebunden.”

    Quelle: Siderius, Ron: Die letzte Verteidigungslinie – Mehr Waffen, weniger Angst, Grevenbroich: Lichtschlag, 2018, Seiten 344 bis 348

    1. Moin,

      “psychologische Trümpfe oder eher platte wahrheitswidrige Behauptungen? Gerade berieselt die “WON” den Leser mal wieder mit Antiwaffenmüll: America under the gun”, das folgt der bisher offenkundigen Linie.
      Die bei Gungrabbern gern bemühte Einrede von der “Sicherheit” ist auch leicht widerlegbar, meist eh nur behauptet ohne belastbare Argumente.

  11. „Ein Wechselschaft mit Gehäuse wird wesentliches Teil (und der Erwerb und Besitz somit erlaubnispflichtig. (Es ist kein erlaubnisfreier Erwerb für WBK-Inhaber vorgesehen).“

    Sind hiervon auch Anschlagschäfte für Kurzwaffen betroffen? Ich dachte zuerst, damit bezieht sich die GRA auf die Regelung zu lower und Upper, aber der Punkt wird gesondert aufgeführt.

  12. Ein Anschlagschaft kann, rein theoretisch, kein „Wechselschaft mit Gehäuse“ sein, da eine Pistole keinen Schaft hat, dieser folglich auch nicht gewechselt werden kann. Den Begriff „Gehäuse“ konnte ich nur unter „Pistolen“ bei „Schusswaffe“ (Wikipedia) finden:

    „Pistolen bestehen aus dem Lauf mit Patronenlager sowie dem Gehäuse der Waffe, welches die Griffschalen, das Magazin und den Verschluss der Waffe trägt.“

    Bisher hatte ich, wohl irrtümlich (ha, ha), angenommen, dass „Gehäuse“ einer Pistole aus dem Griffstück sowie dem Schlitten besteht. Ansonsten findet man „Pistolengehäuse“ wohl nur bei Maler- oder Reinigungswerkzeugen. In der „Liste der Feuerwaffen-Fachbegriffe“ taucht „Gehäuse“ jedenfalls nicht auf, auch im WaffG konnte ich diesen Begriff nicht finden.

    Auf jeden Fall ist das wieder ein Beispiel für das tiefgründige Fachwissen des/der Referenten und seiner/ihrer Fähigkeit sich klar und eindeutig auszudrücken.

    1. Hallo Herr Buhn,
      der Referentenentwurf zeigt offenkundig welchen Auftrag der Referent da umsetzen will! Allgemeine Entwaffnung durch Kriminalisierung. Fachkompetenz “Magazingehäuse” ist da nur hinderlich. Dann muss ich wohl meinen Schreibtisch von Mauser umrüsten, der steht nämlich firmenseitig auf Rechteckstahlrohr das ziemlich genau die Innenmaße eines MP 2 Magazins aufweist, ist wohl wieder Holz angesagt.
      Was die Wesentlichen Teile bei KW angeht, darüber bin ich auch gestolpert, was ist damit gemeint? Oder nur ein perfide getarnter Sabotageversuch aus dem eigenen Haus? Wenn es keine “Gehäuse” gibt kann man die auch nicht besitzen!
      Von der abgefahrenen Stichtagsregelung 1871 ganz zu schweigen, obwohl damit im Zweifel hinsichtlich der Altersfeststellung verbunden sein dürfte “ist eben nach dem Stichtag gefertigt” und ähnlicher Unfug.
      Heiliger Holmes, heiliger Luty, heiliger Metral, man weiß gar nicht wo man da inhaltlich anfangen soll.

  13. Und die Märchenerzähler vom Spiegel hetzen mal wieder:

    http://www.spiegel.de/panorama/sportschuetzen-kaempfen-fuer-gefaehrliche-waffen-und-wenig-kontrolle-a-1253411.html

    Da muss natürlich sofort der berechtigte Protest gegen unsinnige und kriminalpräventiv unzweckmäßige Normänderungen ohne Sicherheitsgewinn mit dem kriminellen Treiben eines Mörders gleich gesetzt werden…

    Schon schlimm, wenn das ehemalige Sturmgeschütz der Demokratie wieder auf das Niveau der schon lange nicht mehr vorhandenen SD-Mitarbeiter herabsinkt, zumal sachgrundhaltige Argumente für dieses zweckfreie Verbot ja offenkundig nicht beizubringen sind.

  14. Muss mich korrigieren. Im Referentenentwurf wird „Gehäuse“ genau definiert:

    1.3.1.6
    das Gehäuse: das Gehäuse ist das Bauteil, welches den Lauf, die Abzugsmechanik und den Verschluss aufnimmt; setzt sich das Gehäuse aus einem Gehäuseober- und einem Gehäuseunterteil zusammen, sind beide Teile wesentliche Teile; das Gehäuseoberteil nimmt den Lauf und den Verschluss auf; das Gehäuseunterteil nimmt die Abzugsmechanik auf; bei Kurzwaffen wird das Gehäuseunterteil als Griffstück bezeichnet;

  15. Zum Artikel „Kleinkaliber im Kinderzimmer“ erschien zuerst das Video in der Tagesschau. Meiner Beobachtung nach schießt der Boy kein Kleinkaliber- sondern ein Flobert-Gewehr. Bis in die 50er Jahre wurden zwar alle Kaliber unter 7 cm Geschossdurchmesser als Kleinkaliber bezeichnet, heute versteht man darunter jedoch nur das Kaliber .22 (5,6 mm) Randfeuerpatrone.

    Für sehr problematisch halte ich auch die Verwendung des Begriffs „Schnellfeuergewehr“. Dies suggeriert beim Laien fälschlicherweise, dass es sich beim AR-15 um ein vollautomatisches Sturmgewehr handele.

    Ich vermute, dass mit den in letzter Zeit gehäuft erscheinenden Artikeln und Reportagen zum Waffenrecht in den USA und in Deutschland die öffentliche Meinung sturmreif geschossen werden soll für eine breite Akzeptanz der bevorstehenden Verschärfungen.

    Der Jahrestag von Parkland und der March For Our Lives muss wieder dazu herhalten, die „laschen“ Waffengesetze der USA zu kritisieren und die deutschen Restriktionen zu begrüßen. Dass der Amoklauf tatsächlich die Folge einer tragische Kette von behördlichem und persönlichen Versagen war, interessiert hier keinen, ebenso, dass der Marsch für unsere Leben ein von George-Soros-finanzierten Organisationen, linken Bewegungen und superreichen Hollywoodgrößen organisiertes Politspektakel war.

    https://www.tagesschau.de/ausland/gewehr-usa-schule-parkland-101.html

    https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-503121~_origin-114cbeee-aa14-4554-bda6-2f5f06b407b1.html

  16. Ja, die in Medienberichte gegossene Lüge von der angeblichen Verfügbarkeit “besonders gefährlicher” Waffen und der nicht enden wollen Unfug von “Amerikanischen Verhältnissen” ist mediales Framing vom Feinsten. Zwar hat sich die NYT beim Leser für die Falschverwendung von “Assault rifle” längst öffentlich entschuldigt, es wussten einfach zu viele Bürger um diese Falschbehauptung, beim tumben Deutschen funktioniert das aber noch!
    Die “Schnellfeuer-Märchen” werden auch gern mit Utoya verbunden, das ist aber mit real 2-3 Schuss/min im Schnitt ein Märchen wie von Pfeiffer bereits 2015 berechent.

    Auch das Erscheinen dieser fake news zum passenden Zeitpunkt ist kein Zufall, sondern gezielte Unterstützung dieser kriminalpräventiv sachgrundlosen “Verschärfung”
    War bis 75 mm nicht eher leichte Artillerie?

  17. http://www.spiegel.de/panorama/sportschuetzen-kaempfen-fuer-gefaehrliche-waffen-und-wenig-kontrolle-a-1253411-amp.html

    Hä, Pistolen mit 30-Schuss-Magazin??? Es gibt zwar überlange Pistolenmagazine. Diese werden vor allem für die, fast überall verbotenen, Pistolen mit der Option für Dauerfeuer benutzt. Normal sind bis 21 Schuss. Ansonsten dürfte es wohl eher um die Begrenzung der Langwaffenmagazine auf 10 Schuss gehen, was wirklich keinen Sicherheitsgewinn bringt, nur Aufwand und Ärger.

    Ich habe echt etwas dagegen, mich von Spiegel-Reportern mit Mördern und Amokläufern in eine Ecke stellen zu lassen. Das reicht jetzt!

    1. Aber Herr Buhn,
      wenn sich schon dieses unsinnige Magazinverbot ohne jeden Sicherheitsgewinn nur sachgrundfrei mit Hetze und Gleichsetzungen ad hominem “begründen” lässt, dann spricht dieses Lügengebilde schon eine deutliche Sprache.
      Und natürlich wird identische Hetze auf den Seiten der üblichen Verdächtigen Qualitätsmedien passend zum Referentenentwurf auftauchen.
      Jetzt mal abgesehen von der Zweckmäßigkeit überlanger Magazine für KW, auch für Langwaffen ist das vollkommen ohne jeden Gewinn. Zumal von Stratätern in einer Wochendsession mit Kleben, Löten oder Drucken vollkommen ausgehebelt.

  18. focus.de: „US-Firmen entwickeln Spezialwaffen
    Leicht, pink und kaum Rückstoß: Mit diesen Waffen sollen US-Kinder Töten lernen“

    https://www.focus.de/finanzen/videos/us-firmen-entwickeln-spezialwaffen-leicht-pink-und-kaum-rueckstoss-mit-diesen-waffen-sollen-us-kinder-toeten-lernen_id_5300681.html

    „Statistisch gesehen werden in den USA täglich sieben Kinder und Teenager mit Waffen getötet.“

    Nach Brady Campaign sind es 8 Kinder im Alter bis 19 Jahre täglich, die durch Feuerwaffen sterben:

    4 werden ermordet
    3 sterben durch Selbstmord
    1 ohne Absicht

    http://www.bradycampaign.org/key-gun-violence-statistics

    Die Seite setzt sich für den Brady background check ein. Konnte dazu nur eine Zahl zum Vergleich finden: 2008 wurden in den USA 1.494 Kinder ermordet.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Child_murder

    Kinder, die sterben mussten; das ist ein Thema mit dem man sich nicht gern beschäftigt, schon gar nicht, wenn man selbst Kinder hat. Es geht einfach zu sehr ans Herz. Wenn der Focus jedoch behauptet,
    die Kinder sollen mit diesen Waffen das Töten lernen, kann ich dazu nicht schweigen.

    Diejenigen von uns, die schon auf mehrere Jahrzehnte zurückblicken können wissen, dass Schießen mit Luftdruckwaffen früher ein beliebter Freizeitspaß für Jung und alt war. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, so einen Unsinn zu verbreiten. Neben Luftdruckwaffen dienten auch Flobert-Waffen der Volksbelustigung. Beide Waffentypen wurden und werden natürlich auch zum ernsthaften Sportschießen benutzt.

    In Deutschland wurden 2018 laut PKS 143 Kinder getötet, 4.208 wurden misshandelt und 13.539 Kinder unter 14 Jahren wurden sexuell missbraucht.

    https://www.stern.de/panorama/stern-crime/polizei–143-kinder-wurden-2018-in-deutschland-bei-verbrechen-getoetet-8111304.html

    Morde und Körperverletzung sind ein soziales Problem. Ob und mit welchen Waffen sie begangen werden, spielt eine untergeordnete Rolle. Die Selbstmordrate ist unabhängig von den verwendeten Mitteln.

    2015 suchten in Deutschland 1,7 Mio. Kinder wegen eines Unfalles einen Arzt auf, 182 Kinder starben bei Unfällen. In den USA gab es 2016 bei Verkehrsunfällen 4.074 und bei Verletzungen mit Feuerwaffen 3.143 tote Kinder und Teenager.

    https://www.usnews.com/news/health-news/articles/2018-12-19/car-crashes-guns-killed-the-most-us-children-and-teens-in-2016

    Die NRA und andere Organisationen führen Aufklärungskampagnen durch, wie Kinder vor Unfällen mit Waffen bewahrt werden können. Offensichtlich gibt es auf diesem Gebiet dort noch einigen Nachholebedarf.

    Interessanterweise kommt gunfacts.info auf andere Zahlen
    http://www.gunfacts.info/gun-control-myths/children-and-guns/

    Sie rechnen die getöteten Gang-Miglieder von 16 bis 24 Jahren heraus und kommen für 2013 auf ein Kind bis 14 Jahren am Tag. Für 2012 kommen sie auf 414 Kinder bis 14 Jahren, Morde, Selbstmorde und Unfälle mit Waffen zusammen.

    Ich persönlich kann nichts Schlechtes daran finden, Feuerwaffen für Kinder auf den Markt zu bringen, finde die gezeigten Modelle sogar ausgesprochen gut. Den Kindern scheinen sie auch zu gefallen. Wenn Kinder frühzeitig und altersgerecht an den sicheren Umgang mit Feuerwaffen herangeführt werden und eine sichere Aufbewahrung gewährleistet ist, kann ich das nur begrüßen. Wenn sie sich damit von diesen gewalttätigen Computerspielen und dem Hören von Gangsta-Rap fernhalten lassen, finde ich diese Waffen sogar außerordentlich pädagogisch wertvoll.

    1. Dazu zeit.de:

      „Einen knappen Monat nach den Terroranschlägen in Paris, bei denen 130 Menschen umgekommen waren, erschossen mit Kugeln aus halb automatischen Waffen, verschärfte die EU ihre Richtlinien: Waffen, die ohne Nachladen mehrere Schuss nacheinander abfeuern können, sollten verboten – und nicht wie bis anhin lediglich bewilligungspflichtig sein.“

      https://www.zeit.de/2019/08/waffengesetz-schweiz-europaeische-union

      Wann wird die „Kleine Sachkundeprüfung für Journalisten“ eingeführt? Wenigstens sollten sie den Unterschied zwischen Pistole und Gewehr, sowie zwischen halb- und vollautomatischen Waffen kennen, sonst wird jeder Artikel über Waffen zur Räuberpistole.

      Zur Erinnerung: bei den Terroranschlägen in Paris wurden, nebst Sprengstoff, illegale vollautomatische Sturmgewehre eingesetzt. Augenzeugenbericht vom 14. November 2015 über das Gemetzel im Bataclan Club:

      „Zwei oder drei Nichtmaskierte sind mit automatischen Waffen vom Typ Kalaschnikow reingekommen und haben angefangen, blind in die Menschenmenge zu schießen.” Zehn bis 15 Minuten habe es gedauert. “Es war extrem gewalttätig. Panik brach aus, alle sind zur Bühne gerannt. Die Angreifer hatten alle Zeit, um ihre Waffen nachzuladen, mindestens drei Mal. Sie waren nicht maskiert, sie waren ziemlich jung.”
      https://www.sueddeutsche.de/politik/nacht-der-gewalt-in-paris-wo-die-terroristen-zuschlugen-1.2737288

      Es ist klar, dass Terroristen bei einem solchen Anschlag „alle Zeit“ der Welt haben, um so viel Menschen niederzumetzeln wie sie möchten. Solange keine bewaffneten First Responder vor Ort sind, wird das so weitergehen. Weil nicht überall Polizisten oder bewaffnete Sicherheitskräfte anwesend sein können, müssen das eben auch, entsprechend ausgebildete, Bürgerinnen und Bürger sein. Waffenfreie Zonen, wie der Club sicher eine ist, sind für Terroristen und Amokläufer wie der berühmte Karpfenteich.

  19. Aber Herr Buhn,

    dieses Dschornalisten sind es gewohnt “Meinung” mit Sachkenntnis gleich zusetzen, das Vermögen und der Wille zur Sachdiskussion sind offenkundig keine Kernkompetenzen. Vielmehr, auch in diesem Beispiel, werden wahrheitswidrige Sachverhaltsdarstellungen unkritisch übernommen und weiter getönt. Zudem sehen sich diese Dschornalisten, auch wenn ihre Partikularmeinungen in leichtem Widerspruch zur Realität, nicht nur der deliktischen mit SW, stehen, doch auf der Seite der “Guten”. In dieser Pose bracht es weder Sachkenntnis noch etwas anderes als Fantasie a la Relotius, denn für die “gute Sache” sind selbstverständlich auch wahrheitswidrige Darstellungen statthaft, wenn die Widersprüche überhaupt bemerkt werden ist es diesen Qualitätsdschornalisten wohl schlicht gleichgültig.

    Die Vom Spiegel weiter verbreitete Lüge über die angeblichen praktisch nur von Assad ausgeführten “Giftgasangriffe”, basierend auf einer fachlich unqualifizierten Arbeit von Außenministerium und Bosch-Stiftung, spricht militärtoxikologischen Erkenntnissen Hohn; interessiert aber auch nicht, sondern wird einfach bedenkenlos weiter getragen.
    Banski:” If you repeat a lie often enough it will become politics”. Wer hätte gedacht dass auch die EU solche Aussagen als Anleitung nimmt und Teile der “4-Gewalt” töricht genug sind solche Qualitätsinformationen vom Wert der Aktuellen Kamera zu verbreiten? Der ÖR gewiss, nun aber auch die Qualitätspresse…
    Übrigens empfiehlt es sich die Berichte vom Parlamentsauschuss zum Bataclan zu lesen, die Täter fanden auch mehrfach Zeit Köpfe abzuschneiden…

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