Selbstverteidigung in Deutschland?

von Dennis Acksteiner

Selbstverteidigung in Deutschland ist ein Tabuthema. Gewalt gibt es hier angeblich nicht. Geht man nach den Medien, handelt es sich um Einzelfälle, denn nur besonders tragische Schicksale schaffen es in die Nachrichten und finden zwischen dem Wohlergehen von Prinzessin Camilla und den neusten Promi-News Platz.

Schauen wir uns allerdings einmal nüchtern die Polizeipresse der verschiedenen Städte und Länder – die öffentlich im Internet einsehbar ist – an, wird schnell erkennbar, dass sich diese tragischen Einzelfälle zu einer recht ansehnlichen Pyramide türmen. Sollten wir uns also vor den “amerikanischen Verhältnissen” fürchten, wo gesetzestreue Bürger in der Regel das Recht haben eine Waffe zum Selbstschutz zu tragen? Sicherlich nicht.

Hüten sollten wir uns vor “englischen Verhältnissen”. Das Land der Queen und der After Eight’s erscheint nur auf den ersten Blick ruhig und sicher. Was die Politik der “totalen Entwaffnung und Überwachung” angerichtet hat, werde ich später im Artikel beleuchten.

Vergleicht man Statistiken zum Thema Gewalt, Schusswaffenkriminalität und anderen Verbrechen, wird man schnell sehen, dass die USA nicht den ersten Platz belegt. Paradoxerweise sorgen in den USA nur einige wenige Städte für deren hohe Verbrechensrate.

Dies ist der Drogen und Bandenkriminalität anzulasten und spielt sich damit hauptsächlich in der einheimischen Bevölkerung ab. Touristen sind daher (abgesehen von Überfällen, Unfällen etc.) nicht so stark gefährdet wie die Einheimischen. Als Beispiel für die unsicheren Städte können Washington, Detroit, Memphis, Chicago und Atlanta dienen.

In Amerika, wo dank des 2. Verfassungszusatzes “jeder das Recht auf Waffenbesitz” hat, ist natürlich eine entsprechende Tradition mit Waffen verbunden. Jungen und Mädchen werden zum Schießen mitgenommen und bekommen ihre ersten Kleinkalibergewehre in poppigen Farben geschenkt. Erwachsene Schützen halten sich dort eher an Schrotflinten, Kurzwaffen und die bekannten zivilen halbautomatischen M4/M16-Klone, aber auch alte Infanteriegewehre wie M14, Mosin Nagant und das Springfield Gewehr sind nach wie vor sehr beliebt.

Im Gegensatz zu uns hier in Deutschland dürfen die Amerikaner ihre Waffen nach bestandener Überprüfung in den meisten Bundesstaaten auch führen – dort als CCL (Concealed Carry License) abgekürzt. Diese kleinen Karten erlauben es dem Halter eine verdeckte Kurzwaffe zu führen und je nach County dürfen auch Gewehre frei geführt werden. Etwas, das hier undenkbar ist. Selbst ein 7,5 Joule Luftgewehr muss penibel nach Vorschrift in einem abgeschlossenen Behältnis transportiert werden, um Ärger mit den Behörden zu vermeiden.

Sind die Amerikaner nun schießwütig, weil dort jeder “Rambo” eine Waffe tragen kann? Mitnichten. Die meisten Todesopfer, die durch Waffen ums Leben kommen, sind Gangmitglieder. Junge und verirrte Seelen, die sich in ihrer Hilflosigkeit und sozialen Ausweglosigkeit den falschen Leuten angeschlossen haben und in die Drogen- und Gewaltkriminalität abgerutscht sind.

Der durchschnittliche Waffenträger mit CCL ist in den USA aus dem Mittelstand, gebildet, hat Familie, Job und Fachwissen. Nicht selten können sie bestimmte Passagen aus ihren Gesetzen zitieren und scheuen auch nicht davor, ihr Wissen gegenüber Beamten und Politikern kundzutun. Auch das ist hier eher die Ausnahme – wo hier sogar noch oft Verwirrung um die Ausweispflicht herrscht.

Wie sieht es in England aus? Was kommt einem zuerst in den Sinn, wenn man an England denkt? Wahrscheinlich Dinge wie Tee, Big Ben, Palastwachen, die Queen und natürlich das oft gelobte Benehmen der Briten. Wenn man dort in gehobenen Kreisen verkehrt, oder nur einen kleinen touristischen Zwischenstopp einlegt, wird man wohl auch nicht enttäuscht werden. Auf der normalen Straße sieht es allerdings anders aus.

England wird oft als Musterbeispiel in der EU genannt. Waffenverbot, CCTV an jeder Ecke und Polizeikräfte, die jederzeit alles sehen können und ihren Dienst sogar ohne Schusswaffen bestreiten. Klingt nach einem Paradies für Sicherheitsfanatiker – allerdings nur sofern sie abends nicht vor die Tür gehen.

In Wahrheit ist England das gewalttätigste Land in der EU. Die Schusswaffenkriminalität ist nach dem Verbot von Kurzwaffen explodiert und auch Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Drogenhandel und Sexualstraftaten sind kräftig vertreten.

Ich persönlich war als “Kind” einmal in England und bin damals mit einem Freund glimpflich davongekommen. Eine Gruppe Jugendlicher versuchte, uns die Haare mit Spraydosen zu färben. Selbst als wir uns in Geschäfte flüchteten, ließen sie nicht locker. Am Ende half uns ein couragierter Engländer.

Wie kann so was sein? Sollten Maßnahmen wie Überwachung, Abschreckung und Verbote nicht jeden Verbrecher abschrecken und solche Taten im Keim ersticken? Jeder normal denkende Mensch befolgt schließlich ein Verbot. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.

Verbrecher denken NICHT normal und scheren sich nicht um eventuelle Einschränkungen, die sie im Erreichen ihrer Ziele behindern könnten. Nur der normale Bürger hält sich an Verbote. Da der normal Bürger jedoch nicht geneigt ist, seinen Mitmenschen zu schaden oder sie anderweitig zu verletzen, würde dieser auch ohne Verbote auskommen. Die überwiegende Mehrheit der Menschen legt Wert auf ein friedliches Miteinander!

Möchten wir nun englische Verhältnisse haben? Waffen verbieten und an jede Straßenecke eine Kamera nageln? Endlich den finalen Schritt wagen und das bisschen Freiheit des Einzelnen opfern, um damit die totale Sicherheit zu schaffen, ohne sie dann tatsächlich zu erhalten?

Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.

Benjamin Franklin

Ich persönlich möchte das nicht. Dieser Tausch wäre ein Placebo, das einem noch zusätzlich mit Gewalt in den Rachen gestopft wird. Statistiken belegen dies einwandfrei und deswegen finden sie auch keine Verwendung in den Medien. “Experten” wie Piers Morgan und Co. suchen sich das raus, was ihnen in den Kram passt und reißen Dinge aus dem Kontext. Haben wir überhaupt eine Wahl? Wird der Bürger gefragt?

Geht es nach Frau Malmström, dann ja. Frau Malmström (von der EU Kommission) führt nun auch Krieg gegen legalen Waffenbesitz und mit ihrer EU-Umfrage, die zufälligerweise auch noch aufzeigt, dass die Bürger sich wünschen, dass die EU etwas gegen das “Waffenproblem” unternehmen sollte, hat sie gute Karten in der Hand. Nun können wir mit etwas Pech bald selber in den Genuss von britischen Regeln kommen. Und das, weil auch Frau Malmström sich nur die Informationen herauspickt, die ihrem Weltbild entsprechen.

Wie sähe die Welt heute aus, wenn es solche Möglichkeiten damals in der Zeit des Nationalsozialismus gegeben hätte? CCTV, Drohnen, Ausweise mit Biometrie-Merkmalen, Helikopter die einen Menschen aus 3000 Meter Höhe per Wärmebild erkennen, oder Pkw-Kennzeichen abfragen können?

Ich bin froh, dass es damals nicht möglich war. Ich will auch nicht wissen, wie die Welt jetzt aussehen würde, wenn es das alles gegeben hätte.

Wie sieht es nun hier in Deutschland aus? Haben wir ein Waffenproblem? Oder gar ein Gewaltproblem? Immerhin bei der Waffenfrage können wir erleichtert aufatmen – wir haben kein großes Waffenproblem. Zumindest keines, was den normalen Bürger betrifft. Wer sich von der organisierten Kriminalität fernhält, wird wahrscheinlich niemals in seinem Leben mit einer echten Waffe Bekanntschaft machen, außer das berufliche Umfeld erscheint Kriminellen als lohnenswertes Ziel (Tankstellen, Spielotheken, Kioske).

Leider kann man bei der zweiten Frage keine Entwarnung geben. Wir haben ein Gewaltproblem. Kriminalstatistiken zeigen zwar einen Rückgang von Straftaten, allerdings steigt gleichzeitig auch die Brutalität der Täter. Was früher in einer einfachen Schlägerei geendet hat, kann heutzutage durchaus mit Totschlag oder Mord enden.

Sollte sich jede Bürgerin und jeder Bürger effektiv gegen Gewalt schützen dürfen?

Ich finde ja.

Die wenigen Möglichkeiten die einem der Staat noch gestattet, sollten auch konsequent genutzt werden. Man sollte sich mit Freunden austauschen und Informationen verbreiten. Sicherlich sollten wir den Leuten unsere Meinung nicht aufzwingen, aber seine Mitmenschen zu informieren kostet nichts.

Kommt man ins Gespräch, wird man schnell feststellen, dass man nicht der Einzige ist, der es befürworten würde, wenn der Staat seinen Bürgern mehr Mittel zum Selbstschutz zur Verfügung stellt, denn viele Bürgerinnen und Bürger lehnen dies nur aus Unwissen ab.

Die Medien schüren Ängste vor dem Unbekannten und stellen ein falsches Bild dar. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Beim Waffenbesitz ist das nicht anders. Daher liegt es an Jägern, Schützen, Sammlern und ganz besonderen an den Verbänden und Vorständen, dieses Bild umzugestalten.

Die Besitzer von Waffen müssen als geschlossene Gruppe agieren und zusammenhalten. Die Zeiten in denen Großkaliber-Schützen auf den Kleinkaliber-Schützen herumhacken und die Druckluft-Schützen auf die Großkaliber-Schützen schimpfen, müssen endlich vorbei sein!

Niemand kann im Moment auch nur ansatzweise davon träumen, dass der Waffenschein für den Normalbürger erreichbar wird, oder die Regelungen zum Waffenbesitz gelockert werden, sofern wir nicht endlich auf einen Nenner kommen. Das starke “Rudel” der Waffenbesitzer und Verbände zerpflückt sich selbst, während sich die Gegenseite immer mehr auf uns “einschießen” kann.

Was bleibt dem Bürger also während dieser Fehde über, um sich zu verteidigen? Nicht viel.

Pfefferspray, Schreckschusswaffen, Kubotans, Messer und Reizgassprays. Selbst diese Mittel werden von den Medien gemieden und selbst die Polizei rät Bürgern davon ab, ihre Gesundheit oder ihre Wertsachen zu verteidigen. Ein entschlossener Angreifer würde das Opfer entwaffnen und die Waffen gegen das Opfer einsetzen. Ich kann da unserer Polizei nur bedingt zustimmen.

God may have made men, but Samuel Colt made them equal.

(Gut möglich, dass Gott die Menschen schuf, aber Samuel Colt hat sie gleich gemacht.)

Wenn ein Täter eine kleine 50 Kilo Frau mit dem Mobiltelefon in den zitternden Händen sieht, wird ihn das wohl weder einschüchtern, noch wird er sich davon abschrecken lassen. Auch könnte er sie wohl leicht um das Telefon erleichtern. Selbst ich als Mann könnte mit meinen 56-58 Kilo keinen entschlossenen Straßenschläger mit bloßen Händen aufhalten. Und die Polizei kommt leider immer seltener um Straftaten zu verhindern, sondern nur, um diese nachträglich aufzuklären – was auch nicht immer gelingt.

Aber möchte ein Täter sich wirklich mit einer Frau anlegen, die gerade Messer, Spray oder Pistole auf ihn richtet? Ich schätze mal, dass die Hemmschwelle deutlich größer sein wird. Eine kleine Taschenpistole kann entschlossen eingesetzt über 150 Kilo Kampfgewicht ausgleichen. Das ist der Sinn von Verteidigungswaffen – sie stellen die Opfer mit den Tätern auf Augenhöhe. Der Kriminelle wird hierdurch plötzlich selbst verletzlich – und DAS schreckt ab. Der Erfolg der Täter ist nun nicht mehr sicher und er muss damit rechnen, einen entsprechenden Preis zu bezahlen.

Wie sich diese Geschichte weiterentwickeln wird, steht in den Sternen. Mit Frau Malmström und den anderen Kandidaten, die sich gegen den legalen Besitz von Waffen durch gesetzestreue Bürger verschworen haben, wird es eine harte Schlacht. Hoffen wir mal, dass sich alle rechtzeitig zusammenrotten, um das Schlimmste zu verhindern.

Ansonsten können wir wohl bald in die neuen CCTV-Anlagen lächeln und winken, während man uns um die Geldbörse erleichtert.

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