Soft Targets: Bedrohung und Schutz

Partner der German Rifle Association

Charlie Hebdo und der jüdische Supermarkt in Paris, das Café in Sidney, das Einkaufszentrum in Nairobi, das Kino in Aurora, das Sommerlager auf der Insel Utøya, das Hotel in Mumbai und all die viele Schulen und andere öffentliche Plätze werden als „soft targets“ (weiche Ziele) bezeichnet – alle Orte, an denen auf der ganzen Welt Bürger arbeiten, studieren oder relaxen.

Das Gegenteil – „hard targets“ (harte Ziele) – sind Orte mit intensiver Sicherheitsüberwachung, wie z.B. das Pentagon und World Trade Center und mittlerweile auch die Flughäfen.

Scott Stewart, der Vizepräsident der taktischen Analysen für Terrorismus und Sicherheitsfragen des Beratungsunternehmens Stratfor, sagte in einem Interview mit VICE News, dass der Wechsel von harten zu weichen Zielen im Jahr 2004 mit Al-Qaida begann. Es gibt auch einen Wechsel weg von Bombenanschlägen hin zu bewaffneten Angriffen.

Der Direktor von Europol, Rob Wainwright, warnte diese Woche: „Wir haben es hier mit mehreren Tausenden von potenziellen Terroristen zu tun.“

Terrorismus ist jedoch nicht die einzige Bedrohung.

Die Medien berichten von vielen Schießereien in der Öffentlichkeit, bei denen die Täter psychisch kranke Menschen oder religiöse Fanatiker, ehemalige Mitarbeiter, gemobbte Schüler oder eifersüchtige (Ex) Partner waren.

In den Vereinigten Staaten gab es in den letzten Jahren eine Vielzahl solcher Schießereien. Deshalb hat das FBI im Jahr 2014 eine Studie über „Active Shooter Incidents“ veröffentlicht. Das Ziel dieser FBI-Studie ist es, Daten zur Verfügung zu stellen, damit die örtlichen Strafverfolgungsbehörden besser verstehen können, wie man solche Vorfälle verhindern kann bzw. wie man sich darauf am besten vorbereiten, reagieren und nachsorgen kann. Die Studie konzentriert sich auf den aktiven Aspekt, das bedeutet, dass sowohl die Strafverfolgungsbehörden als auch die Bürger noch die Möglichkeit hatten, den Ausgang der Angriffe durch Reaktionen zu beeinflussen.

Diese Studie hilft, die Situation vor Ort zu beschreiben, sowohl hinsichtlich der Höhe des Risikos für die Bürger als auch bezüglich der Geschwindigkeit, mit der „Active Shooter Incidents“ vorkommen. Ein Großteil der Zwischenfälle [..] wurde durch Initiative des Schützens beendet, bevor die Polizei eintraf. In einigen Fällen beging der Schütze Selbstmord oder beendete das Schießen, in anderen Fällen floh er vom Tatort. Bei 64 Vorfällen konnte die Dauer festgestellt werden. 44 (69,0%) von diesen endeten in 5 Minuten oder weniger, 23 Vorfälle dauerten 2 Minuten oder weniger.

Die Studie fand 21 (13,1%) von 160 Vorfällen, bei denen unbewaffnete Bürger die selbstlose und sehr persönliche Entscheidung trafen, sich trotz der Gefahr dem Schützen zu widersetzen. In diesen Fällen konnten die Bürger erfolgreich die Schießerei unterbrechen. [..] In 6 anderen Fällen, haben bewaffnete Polizisten außer Dienst, Wachleute oder Bürger mit Waffenscheinen ihr Leben riskiert, um die Bedrohung erfolgreich zu beenden. Diese Maßnahmen dürften das Leben vieler Studenten und anderer anwesenden Personen gerettet haben.

In Kenntnis dieser erhöhten Bedrohung durch bewaffnete Angriffe und der Schnelligkeit, mit der sich diese Vorfälle entfalten, kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass Ausbildung und Training nicht nur für die Strafverfolgung, sondern auch für die Bürger von größter Bedeutung sind.

Es ist wichtig, dass Ausbildung und Training nicht nur die Gefahr darstellen, sondern auch die Risiken und Möglichkeiten aufzeigen, mit denen man solchen Schießereien begegnen kann.

FBI Study of Active Shooter Incidents in the United States between 2000 and 2013

Schutz

Der neue EU-Kommissar für Migration und Inneres, Dimitris Avramopoulos, sagte nach den Anschlägen in Paris, bei denen 17 Menschen ums Leben kamen, 12 beim Magazin Charlie Hebdo, vier im jüdischen Supermarkt und eine Polizistin auf der Straße:

Wir haben eine Reihe von praktischen Optionen, um die Maßnahmen der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten zu verbessern. Wir müssen weiterhin unsere Anstrengungen in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, anderen europäischen Institutionen und Interessengruppen für folgende Ziele bündeln:

  • Verstärkte Vorbeugung gegen Radikalisierung;
  • Verbesserung der Instrumente zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung;
  • Besser Bedrohungen erkennen und besser auf diese zu reagieren;
  • Parallel dazu die Schaffung eines europäischen Systems für die Übermittlung von Fluggastdaten. [..]

Wir alle müssen gemeinsam handeln, um unseren Freunden und Feinden klar zu machen, dass Europa die Sicherheit seiner Bürger garantieren kann, ohne dabei unsere Werte und Identität aufzugeben.

Europäische Kommission – Speech 15/3141

Außerdem präsentierte er ein Fact Sheet: Der Kampf gegen den Terrorismus auf EU-Ebene, ein Überblick über die Aktionen, Maßnahmen und Initiativen der Kommission

Wo liegt der Fokus der EU beim Schutz vor Terroranschlägen?

Die EU will die öffentlichen Bereiche, sogenannte „soft targets“, wie z.B. Museen, Sport- und Kulturbereiche analog zu den Flughäfen schützen. (www.airpoleuropa.eu)

Wie wird die Bewegung der illegalen Schusswaffen derzeit in der EU geregelt?

Kriegswaffen sind für Privatpersonen nicht erwerbbar. Unter bestimmten Bedingungen dürfen Sammler militärische Waffen besitzen. Die Kommission entscheidet demnächst, wie es bei der Umsetzung der Feuerwaffen-Richtlinie weitergehen soll. Dies könnte zu strengeren Kontrollen für einige Waffenkategorien führen wie auch zu einem Verbot der gefährlichsten Waffen, deren Besitz bereits jetzt nur mit staatlicher Erlaubnis möglich ist.

Europäische Kommission – Memo 15/3140

Die EU denkt also über weitere Beschränkungen für Waffen nach, die NICHT bei den Angriffen verwendet wurden, sondern von rechtstreuen, zivilen Lizenznehmern besessen werden (jagdliche und sportlichen semiautomatische Schusswaffen, wie z.B. Pistolen und Revolver) bzw. die im Besitz von Millionen Bürgerinnen und Bürger sind (Schreckschuss- und Dekowaffen).

Selbst die EU weiß, dass militärischen Waffen benutzt wurden, die bereits verboten sind und dass das Europäische Waffenrecht diese Angriffe nicht verhindern konnte.

Mem von Firearms United über das französische Waffenrecht

Warum konnte das französische Waffenrecht nicht die Charlie Hebdo Opfer verhindern? Die Angreifer konnten als Kriminelle keine legalen Waffen erwerben. Vollautomatischen Waffen sind in Frankreich verboten. Verbrecher befolgen keine Gesetze! Kein bewaffneter Zivilist konnte den Angriff stoppen – da das Führen von Waffen ebenfalls verboten ist. Bürger gehorchen den Gesetzen!

Wir Bürgerinnen und Bürger können die Maßnahmen der Sicherheitsbehörden nicht beurteilen, aber wir wissen, wie Staatsdiener und Zivilisten auf Bedrohungen reagieren. Einige sind tapfere Helden, andere sind Feiglinge. In der Regel sind viele Zivilisten am Ort des Geschehens, aber nur selten bewaffnete Polizeibeamten oder Sicherheitspersonal.

Darüber hinaus werden aus finanziellen Gründen mehr und mehr Polizeistationen geschlossen und Polizeistreifen eingespart. Eine schnelle Reaktion auf einen Angriff durch die Polizei ist kaum möglich. Die Polizei kann in der Regeln nicht innerhalb von 5 Minuten den Ort erreichen. In einigen Ländern, wie Großbritannien oder Deutschland, landen Notrufe bei Anrufbeantwortern, werden von Call-Center-Mitarbeiter entgegen genommen oder die Leitung ist besetzt.

Die EU kann nicht die Sicherheit ihrer Bürger garantieren

Marie-Helen Maras, Professorin für Sicherheit am John Jay College of Criminal Justice, erklärte, wenn Polizei- oder Militärkräfte in oder in der Nähe jedes weichen Ziel postiert wären – darunter Cafés und Kinos – , würden die Menschen diese Ziele nicht mehr aufsuchen. Sie wären überzeugt, dass sie sich dort in größerer Gefahr aufgrund der Sicherheitskräfte befänden. Die Polizei müsse sicherstellen, dass sie nicht mehr Angst als nötig erzeugt.

„Wir müssen die Tatsache akzeptieren, dass es so etwas wie eine absolute Sicherheit nicht gibt“, sagte Maras im Interview mit VICE News. „Wir Sicherheitskräfte haben die Wahl, wie viel unserer Ressourcen wir aufwenden wollen.

Es gibt keinen Weg, jedes weiches Ziel zu schützen.

Was Strafverfolgungsbehörden tun können, sagte Maras, sei sicherzustellen, dass sie die Auswirkungen der Angriffen auf „soft targets“ durch „Lone Wolf“-Einzelkämpfer oder Gruppen minimieren. Schnelle Reaktionszeiten der Sicherheitskräfte und Schulungen und Training für das private Sicherheitspersonal, das Einkaufszentren, Büros und Hotels beschäftigen, können die Auswirkungen abmildern.

VICE News Interview vom 14. Januar 2015

INTERPOL CHEF: Die beste Option ist eine „bewaffnete Bürgerschaft“

Nach dem Anschlag auf ein Einkaufszentrum in Nairobi mit 67 Toten und 175 Verletzten stellte der damalige Generalsekretär von Interpol, Roland Noble, fest, dass wir nur zwei Optionen zur Auswahl hätten, um so genannte „soft targets“ vor Angriffen zu schützen:

Entweder muss rund um jeden Standort sichere Bedingungen geschaffen werden oder wir ermöglichen Zivilisten einen erweiterten Zugang zu eigenen Schusswaffen, damit sie in die Lage kommen, sich im Falle eines Terroranschlags selbst zu verteidigen.

„Wie kann man „soft targets“ beschützen? Das ist wirklich die Herausforderung. Sie können nicht überall bewaffnete Polizeikräfte haben“, sagte er zu den Reportern von ABC. „Interpol ist der Ansicht, dass eine Möglichkeit weiche Ziele zu schützen darin besteht, es den Terroristen schwieriger zu machen, sich international zu bewegen. Daher versuchen wir dieses für die Länder zu etablieren …, Reisepässe screenen von Terroristen-Freunden, Terroristen daran zu hindern, sich von Land zu Land bewegen. Und auch, dass wir in die Lage kommen, weitere Informationen über mutmaßliche Terroristen untereinander zu teilen.“

Im Interview mit ABC News, war Noble noch direkter und kommentierte in Bezug auf sein Heimatland.

„Sie sollten sich fragen: Wenn das in Denver, Colorado oder Texas stattgefunden hätte, wären dann diese Kerle in der Lage gewesen, Stunden, Tage damit zu verbringen, Personen nach dem Zufallsprinzip zu erschießen?“

„Was ich damit sagen will, dass die Polizei auf der ganzen Welt ihre Ansichten über Waffenkontrolle in Frage stellen sollte. Auch Bürger sollten dies tun. Sie müssen sich selbst fragen:

„Ist eine bewaffnete Bürgerschaft heute notwendiger als in der Vergangenheit durch die ansteigende Bedrohung durch den Terrorismus?
Dies ist etwas, das diskutiert werden muss.“

ABC Interview, 21. Oktober 2013

Bewaffnete Helden, darunter zwei Zivilisten, retteten Hunderte

Ein Ex Royal Marine mit Handfeuerwaffe rettete 100 Leben. Der ehemalige Soldat soll in das Gebäude ein Dutzend mal trotz intensiver Schusswechsel zurückgekehrt sein. Ein Freund in Nairobi sagte: „Was er tat, war so heroisch. Er trank Kaffee mit Freunden, als es passierte. Er ging 12-mal zurück und rettete 100 Personen. Stellen Sie sich vor, da wieder rein zu gehen, wenn Sie wissen, was da los war. “

Mr Haji helps another woman and child to flee the scene (GORAN TOMASEVIC/REUTERS) – source The Telegraph

Abdul Yusuf Haji fuhr zum Shopping Center mit seiner Pistole nachdem er eine SMS von seinem dort befindlichen Bruder erhielt. Er sah drei Frauen und drei Kinder zusammengekauert unter einem Tisch, der sich in der Mitte des Kreuzfeuers befand. Zusammen mit anderen bewaffneten Helfern gelang ihm die Rettungs aller sechs Personen.

Nachdem er von einem der Angreifer unter Beschuss genommen wurde, rettete Satpal Singh viele Menschen, indem er sie raus auf die Straße drängte. Er bekam Hilfe von einem bewaffneten Polizisten. Nachdem dieser einen Schuss ins Bein bekam, musste er fliehen. Als Singh andere Polizisten bat, ihm zu helfen, weigerten sich diese. So kehrte er unbewaffnet mit anderen Bürgern zurück und rettete mehrere Menschen, etliche davon mit Schusswunden.

Drei Polizisten wurden ausgezeichnet, die die erste Rettungsaktion durchführten, auch die fünf Soldaten, die während des Angriffs starben, wurden honoriert.

Regierung war gewarnt – tat jedoch nichts

Vor dem Angriff in Nairobi warnte der israelische Geheimdienst die kenyanische Behörde, dass Gebäude von israelischen Besitzern im September 2013 in Nairobi und Mombasa angegriffen werden könnten. Das Shopping Center Westgate gehörte teilweise Israelis. Ein 8800-Wörter-Dossier beschrieb im Detail Terrorpläne und andere Aktivitäten durch militante Gruppe, darunter eine direkte Warnung vor einem Terroranschlag in Nairobi die zwischen dem 13. und 21. September.

Sicherheitkräfte berichteten der BBC, dass die militanten Aktivisten einige Wochen vorher einen Shop im Center angemietet hatten. Damit erhielten sie Zugang zu Service-Aufzüge und konnten Waffen und Munition dort lagern. Durch diesen Vorrat konnten sie sich während der mehrtägigen Belagerung schnell wieder bewaffnen und die Sicherheitskräfte abwehren.

Polizei- und Sicherheitskräfte können nicht alles beschützen

Der Sicherheitsexperte Scott Stewart sagte in dem eingangs erwähnten Interview mit VICE News, dass die Strafverfolgungsbehörden bei der Verwendung ihrer Ressourcen Prioritäten setzen müssen. Der Staat kann nicht zulassen, dass so etwas wie ein Atomwaffenlager oder eine Chloranlage angegriffen wird. Polizei- und Sicherheitskräfte können nicht alles beschützen. Daher konzentrieren sie sich auf den Schutz von harten Zielen und VIPs.

Nach dem Angriff auf Charlie Hebdo hatten innerhalb von 24 Stunden Dutzende VIPs die Polizei um persönlichen Schutz gebeten. Aber Frankreich hat nur 700 gut ausgebildete Personenschützer, die in der Lage sind, VIPs (Very Important Persons) zu schützen. Nach der Berechnung der französischen Finanzverwaltung kostet so ein Leibwächter 71.879 € pro Jahr. Und man braucht mehr als einen Leibwächter, um einen einzigen VIP zu schützen.

Wir wissen aus den Medien, dass Russland die US-Behörden vorab informiert hatte, dass der Boston-Bomber in einem Terror-Camp war und in die USA einreisen wollte. Wir wissen, dass die französischen Massenmörder für die Polizei potentielle Terroristen waren, wie auch der Massenmörder von Toulouse. Der Angreifer in Belgien sollte am Tag nach seinem Massenmord vor Gericht erscheinen. Er war wegen illegalen Waffenbesitzes angeklagt gewesen.

Als wir die von der FBI-Studie gelisteten Public Shootings untersuchten, haben wir bemerkt, dass einige Schützen wegen gewalttätigen Verhaltens verurteilt waren, andere waren wegen Schizophrenie in Behandlung. Beides sind Ausschlusskriterien für den legalen Waffenbesitz, dennoch waren diese Schützen noch legal im Besitz. Selbst die Massenmörder von Alphen (NL) und Cumbria (UK) waren der Polizei wegen ihrer psychischen Erkrankungen und ihres seltsamen Verhaltens bekannt. Der junge Mann in Alphen erhielt trotzdem sein Gewehr von einem korrupten Polizisten.

Totalüberwachung ist zu teuer

Laut TIME Magazine kostet die umfassende Überwachung eines Einzelnen pro Jahr mehr als 5 Millionen Euro.

Laut dem Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft BDK bräuchten wir 4000 Polizisten für die gefährlichsten 180 Islamisten. Diese sind nicht verfügbar – und es kann noch weit mehr Gefährder geben. Er kritisiert auch die Sicherungsverwahrung von potentiellen Angreifern.

„Eine vorsorgliche Internierung von Gefährdern kann nicht in unserem Sinne sein. Auch für diese muss die Unschuldsvermutung gelten, auch wenn es noch so schwer fällt“ , sagte der BDK-Vorsitzende André Schulz dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Es gebe keinen hundertprozentigen Schutz vor Anschlägen. Sicherheit könne staatlicherseits aber immer nur bis zu einem gewissen Grad garantiert werden.

„Würden wir von unseren rechtsstaatlichen Prinzipien abweichen, wären wir nicht besser als andere Unrechtsstaaten“, warnte Schulz. „Es darf niemals ein deutsches Abu Ghraib oder Guantanamo geben.“

Handelblatt vom 12. Januar 2015

Inhaftierung: Einer geht rein, sechs kommen raus

Gerade in den Gefängnissen treffen hoch ideologisierte Dschihadisten auf eine anfällige Klientel. Das gilt besonders für Jugendstrafanstalten, betont der Pädagoge und Politologe Thomas Mücke. Der Mitbegründer und Geschäftsführer des „Violence Prevention Network“ erläutert im DW-Interview, die jungen Leute seien ja gerade inhaftiert, weil ihre bisherigen Lebenswege gescheitert seien.

„Dann sind sie auch anfällig für einfache Erklärungsansätze: Du bist inhaftiert, weil du in dieser Gesellschaft nicht akzeptiert wirst, weil Muslime auf der ganzen Welt verfolgt werden.“ Mücke ist aufgefallen, dass viele radikalisierte Dschihadisten in ihrem Lebenslauf mit dem kriminellen Milieu Kontakt hatten. „Da sind nicht wenige, die mit Gewalt-, Eigentums- und Drogendelikten aufgefallen sind.“ Deswegen fordert Mücke präventive Angebote in den Gefängnissen.

Die Faktenlage ist eindeutig: Zwei der drei Attentäter von Paris haben wesentliche Phasen ihrer islamistischen Radikalisierung im Gefängnis durchlaufen. Das gleiche gilt für Mehdi Nemmouche, der im Frühjahr 2014 im jüdischen Museum in Brüssel vier Menschen erschoss. Auch der Weg von Mohammed Merah führte durch französische Gefängnisse, bevor er 2012 sieben Menschen in Toulouse und Montauban tötete.

Deutsche Welle vom 14. Januar 2015

Wir haben eine Menge von Gesetzen und eine Menge Informationen.

Beide können nicht alle Verbrechen verhindern.

Die einzige Möglichkeit, ein aktive Gewaltat zu stoppen, ist eine schnelle Reaktion

Europäischer Oberrabbiner fordert Waffenscheine

Auch Juden befürchten neue Gewalt durch islamische Extremisten. Menachem Margolin (Brüssel), Generaldirektor der Europäischen Jüdischen Vereinigung, fordert, bedrohte Juden mit Waffenscheinen auszustatten, damit sie sich selbst verteidigen können. Der Rabbiner hat sich mit einer entsprechenden Bitte an die Europäische Union gewandt.

Mit der Erlaubnis, Waffen tragen zu dürfen, würden sich viele Juden sicherer fühlen. Gleichzeitig kritisierte Margolin Israels Premierminister Benjamin Netanjahu. Er hatte am Rande eines Schweigemarsches für die Opfer der Pariser Anschläge europäische Juden zur Auswanderung nach Israel ermuntert. Für Margolin ist das jedoch keine Lösung. Eine Übersiedlung nach Israel aus Furcht schwäche die jüdischen Gemeinschaften; sie hätten das Recht, überall in Sicherheit zu leben.

Die Zahl der aus Westeuropa zugewanderten Juden stieg um 88 Prozent auf 8.640 Personen. Rund 7.000 kamen aus Frankreich, 620 aus Großbritannien, 340 aus Italien und etwa 120 aus Deutschland.

Evangelische Allianz in Deutschland vom 14. Januar 2015

Der Rabbi sagte, in dem derzeitigen angespannten Klima, in dem Juden Angst hätten, im koscheren Supermarkt einzukaufen, eine Synagoge zu besuchen oder ihre Kinder in eine jüdische Schule zu schicken, sollten die europäischen Behörden für die Sicherheit der Juden in ganz Europa sorgen.

Falls dies nicht möglich sei, sollten die europäischen Innenminister längerfristig die Waffengesetze überdenken und Führungspersonen jüdischer Gemeinschaften erlauben, sich durch das Tragen von Waffen selbst zu verteidigen und ein Training zu absolvieren, um ihre Mitglieder vor potentiellen Terrorangriffen zu schützen.

Jüdische Allgemeine vom 22. Januar 2015

Wir stimmen Rabbi Margolin zu, dass Waffenscheine (mit der richtigen Ausbildung und Lizenz) der beste Schutz ist.
Wir weisen Rabbi Margolin darauf hin, dass ein unbewaffneter Moslem das Leben von mehr als einem Dutzend Juden im Supermarkt rettete.
Wir alle sind „weiche Ziele“.
Wir alle müssen in der Lage sein, uns und unsere Nachbarn und andere Personen zu schützen.

Schauen wir nach Nordafrika und Nigeria, so sehen wir viele normale Menschen unter Beschuss durch religiöse Fanatiker. Und wir sehen schlecht ausgerüstete oder unwillige Soldaten, die nicht in der Lage sind, ihr Volk zu schützen. In der gleichen Woche, in der in Paris 17 Menschen getötet wurden, wurden weitere 2000 Menschen in Nigeria abgeschlachtet. Nigeria kam im Frühjahr 2014 in die Nachrichten als die militanten Muslims, namens Boko Haram, mehr als 200 Mädchen entführten.

Damals, im Mai 2014, forderte Dr. Peregrino Brimah in einem offenen Brief an Gouverneur Kashim Shettima:

Geben Sie Ihrem Volk Waffen, damit es sich verteidigen kann!

Innerhalb der letzten drei Tage wurden über 600 Bürger Ihres Staates abgeschlachtet. Sie starben bei der Arbeit, auf dem Markt, beim Baden ihre Kinder, auf der Farm. Dies ist nur eine weitere Woche des Todes in Ihrem Staat. Ihr Land ist in der globalen Nachrichten, weil 234 Mädchen in Ihrem Staat entführt wurden. Wir wissen, diese gehören zu den anderen Hunderten, die entführt wurden und bis zur Schwangerschaft oder zum Tod in den vergangenen vier Jahren von Boko Haram missbraucht wurden. Diese Mädchen, die nach dem 15. April entführt wurden, gehören auch zu den Jungs, den Landwirten von morgen, die ebenfalls entführt wurden und unter Gewalt zu Boko Harams neuen Rekruten wurden – auch das seit über vier Jahren.

Sehr geehrter Gouverneur Kashim Shettima, wissen Sie, dass das, was in Borno geschehen ist, nie in einem anderen Regierungbezirk Nigerias geschehen würde, ohne dass der Gouverneur seinen Leuten Waffen und Ausbildung geben würde, damit sie sich selbst verteidigen? Ihre Leute sind große Krieger und Patrioten. Lassen Sie diese sich selbst verteidigen.

Offener Brief von ENDS.ng, 8. Mai 2014

Diese Worte wurden nicht erhört. Die Dorfbewohner müssen sich mit Steinen, Pfeil und Bogen, Jagdflinten, Schwertern und „Zaubersprüchen“ verteidigen.

Privater Waffenbesitz erschafft politische Balance

Jemen, das Land mit den meisten privaten Waffenbesitzer nach den USA, ist wegen der vielen verschiedenen Gruppen, die sich gegenseitig bekämpfen, instabil. Trotzdem hören wir keine Nachrichten, dass dort ganze Dörfer abgeschlachtet werden. Nach Ansicht von Wissenschaftlern folgen die bewaffneten Stämme dieses Landes keiner Ideologie, sondern eigenen kurzfristigen Interessen (Sicherheit, Geld, Zugang zu Ressourcen, etc.).

Politik im (Nord-) Jemen erfolgte bislang, v.a. auch bedingt durch die weite Proliferation von kleinen und leichten Waffen in weiten Teilen des Landes, durch eine Herstellung von politischer Balance, um auf diese Weise die Partizipation mehrerer Akteure zu garantieren und Alleinherrschaft zu verhindern.

Jemen Report 2014 – Center for Applied Research in Partnership with the Orient

ELITE PANIK

Wir wollen die Gesetzgeber und die Leute an der Macht daran erinnern, dass ihre Sicht auf ihre eigenes Volk nicht immer neutral und realistisch sind, sondern oft von apokalyptischen Horrorfilme manipuliert und von Sicherheitsbeamten und ihrer eigenen persönlichen Haltung beeinflusst ist.

Seit Beginn der Forschung in den 1950er Jahren bis hin zur Gegenwart, führten die Studienergebnisse der großen Katastrophenforscher und Soziologen Charles Fritz, Enrico Quarantelli, Kathleen Tierney und Lee Clarke – mit Verfahren, die sehr vorsichtig, methodisch und wertneutral angelegt waren – zu einem enormen Vertrauen in die menschliche Natur und zu einer starken Kritik an den institutionellen Autoritäten.

Interview mit Rebecca Solnit

Caron Schach und Lee Clarke bezeichneten die Reaktion der Leute an der Macht in Zeiten der Krise als „Elite Panik“.

Eliten neigen dazu, die Bemühungen der Graswurzelbewegungen zu sabotieren (Anm. beispielsweise auch Selbstverteidigung), weil sie fürchten, inkompetent zu erscheinen. Einige projizieren auch ihr eigenes egoistisches und skrupelloses Verhalten gegenüber Menschen auf das gewöhnliche Volk, das – anders als viele Reiche und Mächtige – karitativ und selbstlos handelt.

Wir erinnern hier an die oben beschriebenen Helden des Westgate-Massakers. Rebecca Solnit beschreibt in ihrem Buch „A Paradise Built in Hell: The Extraordinary Communities That Arise in Disaster“ viele Beispiele. Wir zitieren nur das folgende:

Während der Evakuierung des World Trade Center erzählte ein junger Mann seine Geschichte: „Ich evakuierte zusammen mit meinen Arbeitskollegen als die Wolke des Todes sich näherte. Ich bin ein Ex-College-Athlet, d.h. ich konnte schneller als alle anderen laufen, aber ich verlangsamte mein Tempo.“ Langsamer zu werden, während der Tod sich nähert, ist ganz genau das Gegenteil von dem, was wir bei Notfällen annehmen. Die meisten von uns glauben an die „Ich trampel dich nieder, um mich zu retten; ich schmeiss dich aus dem Rettungsboot“ Prämisse.

Wir schauen uns jetzt die 34 Vorfälle genauer an, die vom FBI aufgelistet wurden und bei denen Widerstand durch bewaffneten oder unbewaffnete Polizisten außer Dienst, Wachschützer oder normale Zivilisten den Angreifer gestoppt hat.

Die komplette und sortierte Liste aller 160 Fälle des FBI findet man hier: PDF (361 KB)

FBI-Fälle von öffentlichen Schießereien – sortiert und zusammengefasst von Firearms United.

FBI-Fälle von öffentlichen Schießereien – sortiert und zusammengefasst von Firearms United.

 

Details zu diesen 34 Vorfällen finden Sie auf Englisch hier:  ACTIVE SHOOTERS : THREAT AND DEFENSE FOR SOFT TARGETS

  • Bei 13 Zwischenfällen waren bewaffnete Personen anwesend: Polizisten außer Dienst, Wachschützer oder Zivilisten mit einem Waffenschein, der zum Tragen von Schusswaffen berechtigt.
    • 12 Personen wurden getötet, 37 wurden verletzt.
    • Im Schnitt wurden 0,9 Menschen getötet, wenn anwesende, bewaffnete Personen Widerstand leisteten.
  • Bei 21 Zwischenfällen haben unbewaffneten Zivilisten oder unbewaffnete Wachleute Widerstand geleistet. Oft waren diese Helden die einzigen Opfer.
    • 25 Personen wurden getötet, 47 wurden verletzt.
    • Im Schnitt wurden 1,2 Menschen getötet, wenn unbewaffnete Personen Widerstand leisteten.
  • Im Schnitt wurden 3,8 Personen getötet, wenn auf das Eintreffen der Polizei gewartet wurde.
  • Durchschnittliche Todesfälle bei Shooter Selbstmord begangen, bevor die Polizei eintraf: 3,6
  • Im Schnitt wurden 3,6 Personen getötet, wenn der Angreifer Selbstmord beging, bevor die Polizei eintraf
  • Im Schnitt wurden 2,0 Personen getötet, wenn der Angreifer sich vom Tatort entfernte, bevor die Polizei eintraf.

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Dieser Artikel ist zunächst von Katja Triebel auf Englisch bei Firearms United publiziert worden.

Dieser Text ist mir was wert, deswegen spende ich!
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32 Gedanken zu “Soft Targets: Bedrohung und Schutz

  1. Liebe Rita Gute,

    bitte nicht die Medien vergessen. DAS SIND DIE BESTIEN die über uns normale, freie Bürger herfallen wenn wir uns erlauben zu fragen : WARUM PASSIERT DAS ALLES ?

    PEGIDA – nur so werden wir dieses verlogene Pack bezwingen !

  2. Mann soll realistsich bleiben.

    Auch eine bewaffnete Bevölkerung bedeutet keinen wesentlichen Sicherheitsgewinn beim Angriff auf weiche Ziele. Sie kann bestenfalls die Schäden begrenzen.

    Auch das ist schon eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem derzeitigen Zustand!

    Um mehr als eine Minderung der möglichen Verluste zu bewirken, braucht es weit mehr als ein paar unkoodiniert handelnde bewaffnete Zivilisten; und das ist unrealistisch.

    Auch bezweifle ich, ob sich genug Mtbürgerinnen und MItbürger finden die körperlich und mental in der Lage wären koordiniert zu handeln.

    1. Lieber Peter,

      Dein Kommentar ist für mich Hochverrat im Sinne einer umfassenden Volksbewaffnung!!!

      JEDER LWB ist fähig, in Stresssituationen sicher und umfassend zu reagieren!

      Alles andere ist großer Fubar.

      WIR sind die jenigen, die andere Bürger freischiessen, wenn diese in Gefahr sind.

      Egal ob ausländische Mächte über uns herfallen oder eine Zombie-Apokalpyse (wird nachweisbar auf jeden Fall kommen!!!!) passiert: WIR LWB sind vorbereitet!

      Hannes

      1. Ich bin mir nicht sicher, ist diese Antwort ernst gemeint oder ein Trollversuch?

        Meine Erfahrung: Nicht einmal die Masse der BOS kann in entsprechenden Lagen sicher und umfassend reagieren!

        Schon allein weil die angesprochenen Lagen nur reaktiv, wenn auch robust, zu lösen sind! Das hat jeder Angreifer einfach den Vorteil Ausrüstung, Zeit und Ort frei wählen zu können.

        Und es gibt genug Szenarien bei denen auch eine vollumfängliche Ausstattung mit Handwaffen nur wenig am Resultat ändert.

        Ich bin durchaus überzeugt das eine allgemeine Volksbewaffnung eine sehr sinnvolle Idee ist. Nur aufgrund einiger Jahrzehnte beruflichen Umgangs mit Schusswaffen sowie anderen sicherheitsempfindlichen Materialien eben auch zu der Ansicht gelangt dass dafür die körperlichen und geisten Vorausetzungen eine Mindestanforderung sind.
        Aber bewaffnete Bürger allein, reicht bei weitem nicht aus solchen Lagen zu erfolgreich zu begegnen! Sie können woe erwähnt helfen die möglichen Verluste zu begrenzen; z.B. durch die lokale Stärke geschlossene Sicherungsschleier und Sperren aufbauen, viele Beobachter stellen oder koordiniertes! Deckungsfeuer aufbauen. Da geht an sich schon was, nur:

        Schießen ist bei weitem nicht alles, und ohne eingeübtes zweckmäßiges taktisches Verhalten, entsprechende Übersicht usw. kann mehr Schaden als Nutzen bewirkt werden.
        Dazu müssen BOS und „Zivilisten“ wenigstens ansatzweise „die gleiche Sprache sprechen“, Methodiken bekannt sein und der rechtliche Hintergrund handlungssicher abarbeitbar. Auch an einen möglichen Kombattantenstatus von ANgreifern ist zu denken, sei es nur das Extremisten bewußt slche Fälle ausnutzen, denn die dürfen nicht von Zivilisten bekämpft werden! Oder es wäre legal diese Zivilisten zu erschießen! Nur mal am Rande.

        Vor allem nicht den Schwerpunkt aufs Schießen an sich legen, das schränkt den Blick unnötig ein und läßt den Fordernden -unnötig- „ballergeil“ erscheinen. Ein gefundenes Fressen für Hrn. Wiegold und Konsorten!

      2. Hannes, tut mir leid widersprechen zu müssen..ich bin Polizist in einer Spezialeinheit und wir trainieren ohne ende um die Leistungsfähigkeit unter Stress „versuchen“ aufrecht zu erhalten! Ein Bürger mit definitiv weniger training kann es nicht schaffen unter Stress sicher zu reagieren!

        Las deinen Kommentar gerade und ich fühlte mich gezwungen das richtig zu stellen..nicht falsch verstehen aber du hast da einfach nicht recht.

  3. Zitat von Peter: „Schießen ist bei weitem nicht alles, und ohne eingeübtes zweckmäßiges taktisches Verhalten, entsprechende Übersicht usw. kann mehr Schaden als Nutzen bewirkt werden.“

    Sehe ich auch so! Darum muss mit der höheren Verbreitung von Schusswaffen in der Zivilbevölkerung auch die Möglichkeit einhergehen, als Zivilist Kurse im Selbstverteidigungsschießen/kampfmäßigem Schießen besuchen zu dürfen. Gegenwärtig in Deutschland nur Behörden vorbehalten. Oder man fährt ins Ausland.

    Aber wenn man es auf dem eigenen Schießstand aufgrund von gesetzlichen Hürden nicht trainieren darf, bringt so ein Training im Ausland auch wenig.

    1. MoPhil: Keiner hindert Dich daran „richtig“ das Schießen zu erlernen und zu trainieren. Informiere Dich, kostet natürlich.
      Ansonsten sehe ich das auch so, dass der normale „Käsethekenschütze“ nicht in der Lage wäre in solchen Situationen adäquat zu handeln. Was ich aber dem meissten normalen Polizisten auch abspreche, selber erlebt, grauenhaft.

  4. Ganz ehrlich, ihr beiden seid Lichtjahre von einer auch nur ansatzweisen libertären Einstellung zum Waffenbesitz enfernt!!!

    WIR brauchen keine bürokratischen Regeln in tausendfacher Form, sondern nur EINE einfache Freigabe und das Führen aller Schußwaffen, die EIN einzelner Mensch ALLEINE bedienen kann.

    Es werden sich dann genug Personen finden, die ihre Fähigkeiten zum Beispiel unter Gleichgesinnten in freiwilligen Milizen einzeln und im Verband trainieren und weiterentwicklen wollen und zu gegebener Zeit dann anwenden können UND Werden!!

    DAS ist unser Ziel!!

    1. Hannes Du trollst doch!

      Auch Schusswaffen sind in vielen Lagen nur ein Hilfsmittel unter vielen!

      Bewaffnete Deppen, fast allesamt illegal, gibts schon zu Hauf. Braucht keiner und ist auch nicht wirksam.

      Auf mentalasthmatische Sportschützen für die „einfache Freigabe und Führerlaubnis“ ausreicht, kann ich gerne verzichten.
      Für die Gefahrenabwehr, außerhalb von echten Notwehrlagen, kann ich nur Leuete beiziehen die ihre Grenzen kennen. „Friendly fire“ brauch ich nicht.

      Dagegen wärs mir sogar lieb, wenn sich alle Bürger eine Milizausbildung, vielelicht ähnlich der Schweiz, antun würden. Dann hätt auch jeder schonmal ne Langwaffe die er kennt zu Hause..

      Ein Bürokratiewust ist zudem nicht zweckmäßig oder gar geboten. Es reicht eine Führerlaubnis an eine Befähigungsprüfung zu binden, nur das wiederholte Nichtbestehen wäre meldepflichtig…

      Und Deine Projektion von den „freiwillig Trainierenden“ ist eine realitätsferne Wunschvorstellung; etwa so realistisch wie zu erwarten die Grünen würden Sachpoltik auf wissenschaftlicher Basis machen!

  5. Da muss ich Peter auch wieder Recht geben. Angesichts des Schwachsinns, der im Fernseher läuft (und irgendeine Brut sieht sich den Dreck ja auch schließlich an!), will ich auch nicht, dass Dumm und Dümmer mit nem Colt an der Seite durch die Straßen ziehen, damit sie sich cool fühlen.

    Und als „Waffenbrüder“ in einem Selbstverteidigungsszenario will ich die erst recht nicht haben. Das sieht sonst so aus:

    https://www.youtube.com/watch?v=3a5Qth5BPRk

    Oder so:

    https://www.youtube.com/watch?v=a0cuCzWe5as&feature=youtu.be&app=desktop

    Oh Herr, lass Hirn vom Himmel fallen…

    Ganz ehrlich, ich bin für einen viel freieren Waffenbesitz, als er jetzt usus ist, aber SOLCHEN Dummbatzen würde ich nicht einmal nen Zahnstocher an die Hand geben!

  6. Peter,

    Du hast den libertären Gedanken und deren Idee nicht mal ansatzweise begriffen… was willst Du eigentlich hier?

    Erwartet Du wirklich, dass ich einem staatlich diktiertem Zwangstraining zum Führen von Schußwaffen zustimme?

  7. Und du lieber Hannes hast nichts vom libertären Gedanken verstanden, bzw. hängst einem romantischen Liberalitätsgedanken des 18. und 19. Jahrhunderts an, der von der heutigen Realität längst überholt wurde.

    Freiheit bedeutet auch Verantwortung. Nur die Freiheit im Blick zu haben, ohne sich der Verantwortung, die damit einhergeht, bewusst zu werden, ist naiv.

    Wirklich frei kann nur derjenige sein, der der Verantwortung, sich selbst und seinen Mitmenschen gegenüber, gerecht wird.

    In Bezug auf Waffen hat jeder die große Verantwortung, durch die Ausübung seiner Freiheit nicht zur Gefahr für sich selbst und andere zu werden. Die Verantwortung wächst in dem Maße, wie der Grad an Freiheit zunimmt. Sitze ich zu Hause, in meinem abgeschlossenen Kämmerlein und putze meine Waffe, habe ich weniger Verantwortung, als wenn ich diese zum Selbstschutz in der Öffentlichkeit führe. Denn während ich in meinem stillen Kämmerlein bestenfalls nur mir selbst ins Knie schießen kann, wenn ich unachtsam bin, habe ich beim Führen in der Öffentlichkeit nicht nur die Verantwortung für mein eigenes Wohl, sondern auch für das Wohl aller anderen Mitmenschen, die ich durch meine Waffe in Gefahr bringen könnte, wenn ich sie falsch einsetze.

    Die wenigsten Menschen haben die nötige Reife, um den Ansprüchen des kategorischen Imperativs gerecht zu werden. Sie wollen Freiheit, aber keine Verantwortung. Das geht so aber nicht.

    Aus diesem Grund lehne ich eine freiwillige Teilnahme an einem Schießlehrgang, wenn man eine Waffe führen will, ab und befürworte eine verpflichtende Teilnahme, welche auch diejenigen verpflichtet, die nicht so verantwortungsbewusst wären, um so einen Kurs freiwillig zu machen.

    Es sei denn, wir erhielten ein Bildungssystem, was die Menschen nicht zu Hamstern im Laufrad und stumpfsinnige Konsumenten macht, sondern zu dem, was man als „mündiger Bürger“ bezeichnen kann. Dann würde ich meine Meinung noch einmal überdenken.

    1. Ich sehe das bzgl. der Auflagen ähnlich. Auch mir wäre wohler, wenn es verpflichtende Sachkunde-, Notwehrrecht- und Deeskalationskurse vor der Erteilung gäbe und nachträgliche Auffrischkurse für den Erhalt.

      Insgesamt sollte dies so gestaltet sein, dass es vom Aufwand und Kosten für jeden Bürger erschwinglich bleibt.

      Mir ist bewußt, dass dies kein libertärer Gedanke ist, aber ich empfinde Prävention, die ERHEBLICHE Gefahren mindert, positiv für die Gesellschaft.

      Was ich jedoch ablehne, sind Gesetze, die
      a) sich anmaßen, jedes Risiko ausschließen zu wollen
      b) voller Misstrauen gegenüber dem Bürger verfasst wurden und
      c) sämtliches Benefit negieren.

      Man sollte sich mal die Schweiz und Tschechien ansehen. Dort ist Führen – unter Einhaltung der EU-Richtlinien – erlaubt.

      1. Hallo Frau Triebel,

        wenn ich mir hier manchen Kommentar durchgelesen ha, weiß ich immer noch nicht ob da naive Sichtweisen oder destruktives Getrolle von organisierten Waffengegnern hinter steht?
        Allein die praktische Selbstverteidigung, die wird ja vom Menschen, nicht von der Waffe, durchgeführt…

        Und wer kein Einsichtsvermögen in praktische Übungen, etwa Besuch eines Schießkinos als Minimum , hat, der erscheint schlicht ungeeignet.

        Eine sachliche Risikobewertung ist mangels verbreiteter Kompetenz in dieser Gesellschaft kaum möglich.Reale Risiken auszuschließen ist aber immer unrealistisch, vor dem Anspruch sind Waff- und SprengG bereits als gescheiterte Normen anzusehen, es gibt nur kein Innenminister freiwillig zu.

        Und es kannn offenkundig in unserer politischen Klasse kaum noch verleugnet werden, über alle Parteien hinweg besteht eine panische Angst. Nämlich die Angst so zu Enden wie die DDR. Dort aht die Überwachung durch das MfS aus Sicht der politischen Klasse nicht ausgereicht, und so sind die Konsequenzen doch ganz natürlich: Mehr Überwachung, merh Gesinnungsschnüffelei etc……

        Um „Terrorismus“ oder dessen Prävention geht es dabei kaum, das alte „Teile und herrsche“ wird nur mit gewaltigem Druck durch „Teile, überwache und herrsche“ ersetzt!

        Nützlichkeitserwägungen, wie ein objektivierbarer Sicherheitsgewinn für die breite Masse interessieren deshalb nicht! „Bürger“ sind mit Füttern der german angst viel besser zu kontrollieren!

  8. Da kann ich Peter eigentlich nur zustimmen. Wer eine Waffe tragen möchte, sollte sich auch entsprechend auskennen. Ein bundeseinheitlicher kurs und regelmäßige Auffrischung kann man da schon verlangen. Aber allein schon an einem Bundeseinheitlichen Kurs würde sowas schon scheitern…

  9. Also wenn ich die Kommentare hier so lese, dann befürchte ich, dass das Thema in einer endlosen Diskussion zerredet wird. Derweil schaffen Terroristen trotz rigider Waffengesetze Fakten, und die Gesetze verhindern nicht, dass sie Waffen tragen, die sie illegal organisiert haben. Und bevor die Diskussion ein Ende hat und dazu führt, dass mehr und mehr fähige und willige Bürger Waffen zum Schutz auch Dritter führen können, haben schon wieder Terroristen hier und da Unschuldige verletzt oder umgebracht. Da bin ich geneigt, zu sagen: Guter, ehrenwerter Bürger, besorge dir deine Waffe und trage sie anonym und versteckt, auch wenn das illegal sein sollte. Wenn du damit irgendwann Opfern hilfst und sogar das Leben rettest, dann krähen nur noch Bürokratenhähne danach – alle anderen werden froh sein, dass du in der Situation geholfen hast. In der Schweiz, da haben die Bürger ihre Waffe legal zu Hause im Schrank, und hier in Deutschland darf der Bürger zwar zwangsweise Steuern zahlen, muss aber die unglaublichsten Verrenkungen machen, um einen Waffenschein zu bekommen. Dabei haben Polizei und Politik schon längst gezeigt, dass sie nicht im erforderlichen Maße immer zur Stelle sein können. Warum dieses Misstrauen dem unbescholtenen Bürger gegenüber? Wir sollen uns doch auch sonst ehrenamtlich engagieren, und zum Steuern zahlen sind wir auch gut genug! Jedoch kann ich mich mit dem Steuerbescheid nicht gegen einen Kriminellen oder Terroristen wehren…der lacht da nur drüber. Der Staat hat sich aus vielen Gebieten zurückgezogen – No-Go-Areas für Polizisten usw. – und da soll der Bürger angesichts der Bedrohung auch noch weltfremde Gesetze befolgen? Und was gibt dem Staat eigentlich das Recht, über die Maßnahmen zum Selbstschutz freier, STEUERZAHLENDER Bürger zu entscheiden? Eine unverschämte Unverfrorenheit ist das! Tipp: Wer irgendwann einen Kriminellen ohne Zeugen stellt und diesen aus einer wirklichen Notwehrsituation heraus verletzt, der sollte ihn besser gleich kalt machen, sonst wird man noch von ihm vor Gericht bei einem unserer supermenschenfreundlichen Richter verklagt und er bekommt auch noch Recht und Schmerzensgeld und belastet öffentliche Kassen, die wir deswegen auch noch füllen müssen (und womöglich wird man auch noch als Nazi bezeichnet, wenn’s ein Ausländer ist)… hätte vor kurzer Zeit auch nicht gewettet, dass ich mal so denke, aber Politiker und angeblich „moralisch Höherstehende“ und sogenannte „Gesellschaftsführer“ haben die Verhältnisse ja da hinkommen lassen, wo sie jetzt sind.
    Ich bin noch nicht wütend, aber zornig.
    Gruß an alle Vernünftigen und Freunde der Freiheit!

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