PKS 2014 : Der Staat kann uns nicht beschützen

Einbruch – auch “heiße” Einbrüche bei Anwesenheit der Opfer – sind das wichtigste Thema der Polizeiliche Kriminalstatistik 2014 (PKS).  Die beste Beschreibung dieses Problems stammt dieses Jahr von der Gewerkschaft BDK (Bund Deutscher Kriminalbeamter):

Die Politik betreibt seit Jahren Augenwischerei und lässt die Bevölkerung über die tatsächliche Kriminalitätslage im Unklaren. Die tatsächlichen Fallzahlen liegen weit über den registrierten 6 Millionen Straftaten. So werden zum Beispiel nur rund 75% aller Wohnungseinbrüche überhaupt angezeigt.

Die Wohnungseinbruchsdiebstähle sind auf 152.123 Fälle gestiegen. So hoch wie 2014 war die Zahl der Wohnungseinbrüche seit 15 Jahren nicht mehr. Der Anstieg allein seit 2009 beträgt rund 40%.

Die Aufklärungsquote ist mit durchschnittlich 15,9 % beschämend gering. Die Verurteiltenquote liegt sogar nur bei 2 %. Politiker kennen die Antworten auf die Frage, wie man den Wohnungseinbruch zielführender bekämpfen könnte. Alle diese Maßnahmen kosten aber Geld.

Kriminalität ist volkswirtschaftlich immer teurer als die Kosten für die Kriminalitätsbekämpfung.

BDK: Kriminalstatistik 2014 vorgestellt: Mehr Täter, mehr Taten!

Die WELT:

“Beinahe jedes vierte Opfer gab an, mindestens zwölf Monate nach einem Einbruch noch unter Stress und Anspannung zu leiden. Jedes fünfte klagt über Angstgefühle und Schlafstörungen.

Fast 25 Prozent der Betroffenen würden deshalb nach einem Einbruch am liebsten den Wohnort wechseln – und beinahe zehn Prozent tun dies auch.

Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zahlten die Hausratversicherer 490 Millionen Euro an ihre Kunden für die Einbruchsschäden – zehn Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die Schäden haben laut dem GDV allein in den vergangenen fünf Jahren um 35 Prozent zugenommen.”

So viele Einbrüche wie seit 15 Jahren nicht mehr

Die ZEIT:

“Wohnungseinbrüche sind Gift für das Sicherheitsgefühl in Deutschland”, kommentierte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thomas Strobl. Er forderte, dass die Einbruchsprävention stärker gefördert werden müsse.

“Wohnungseinbrüche sind Gift fürs Sicherheitsgefühl”

Die FAZ:

“Vergleichsweise häufig sind die Opfer während der Tat zu Hause. In rund 20 Prozent der Fälle war ein Bewohner während des Einbruchs anwesend, wie aus dem Einbruch-Report 2015 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht.

Wenn ein Opfer zuhause war, kam es in jedem fünften Fall zu einem direkten Kontakt mit dem Täter – und dann übte wiederum in jedem siebten Fall der Täter Gewalt aus.”

Einbruch-Report 2015: Viele bemerken den Dieb

Auch die Raubüberfälle auf Senioren nehmen seit Jahren zu, insbesondere auch die dabei angewendete Gewalt. Bereits 2013 schrieb die RP-Online, dass sich der Anteil der Senioren in der Opfergruppe von 17,7 auf 25,7 Prozent in NRW erhöht hatte.

In Haan wird eine 61-Jährige dreieinhalb Stunden lang von zwei Männern geschlagen und getreten, damit sie Verstecke preis gibt , in Köln eine 70-Jährige geknebelt und geprügelt, in Wuppertal eine 79-Jährige auch geschlagen und getreten. […]

“Das Maß der Brutalität ist deutlich gestiegen,” beobachtete der Wuppertaler Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert.

Brutale Überfälle auf Senioren nehmen zu

Das Erschreckende ist, dass das Thema nicht neu ist. Bereits vor zwei Jahren meldeten die Polizeigewerkschaften Handlungsbedarf an.

Die Wohnungseinbrüche haben in Deutschland nicht nur zahlenmäßig zugenommen, sie werden nach Polizeiangaben auch immer brutaler. Früher habe noch der Grundsatz gegolten, dass Einbrecher nur kämen, wenn die Wohnung leer sei, «aber heute ist das anders», sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft,Rainer Wendt, am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Täter schlagen sogar zu, wenn jemand in der Wohnung ist. Mittlerweile sei das vielen Tätern schlicht egal – sie fesselten oder knebelten ihre Opfer notfalls einfach.

«Das hat etwas zu tun mit der Straferwartung von Tätern», sagte Wendt. Sie gingen davon aus, dass sie entweder sowieso nicht geschnappt würden oder aber ohne Gefängnisstrafe davon kämen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) führt den Anstieg der Wohnungseinbrüche besonders auf das organisierte Vorgehen internationaler Banden zurück. Diese Banden kämen vor allem aus dem ehemaligen Jugoslawien, Bulgarien und Rumänien. «Damit bestätigen sich leider unsere Warnungen, die wir bereits vor der Abschaffung der Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien öffentlich gemacht haben», so der Vorsitzende der GdP Bundespolizei, Josef Scheuring.

Augsburger Allgemeine vom 13. Mai 2013

“Einbrecher scheint ein attraktiver Job zu sein…

und das hat sich offenbar herumgesprochen.” So die Einleitung der Sendung report München vom 9. September 2014:  Kapitulation vor dem Verbrechen? Immer mehr Einbrüche, immer niedrigere Aufklärungsquoten.

09.09.2014, 21:45 Uhr, Das Erste, 6 Min.

 

report München interviewte verurteilte Einbrecher im Gefängnis.

  • Das war in einer Stunde leicht verdientes Geld.
  • Irgendwann ist das wie ins Büro fahren.
  • Wenn man in vier Wochen nur einmal erwischt wird und jede Nacht unterwegs war, ist das doch ein guter Schnitt.

Die Gefahr, von der Polizei entdeckt zu werden, ist gering, sofern man sich einigermaßen intelligent anstellt. André Schulz von der Gewerkschaft BDK nennt die Polizeiarbeit nach Einbrüchen “Beileidsbesuch”. Mehr als die Bestätigung für die Versicherung, dass tatsächlich eingebrochen wurde, passiert nicht: keine Strafverfolgung, keine Prävention.

Der Historiker Michael Stürmer, der laut Wikipedia den Eliten zuzurechnen sei, schrieb 2013:

Angst geht um in deutschen Landen. Das gilt am meisten, wo die Menschen alt und einsam sind. Sie fürchten um ihr Eigentum, noch mehr um Leben und Gesundheit, und ahnen, dass nach einem Angriff aus dem Dunkel das Leben niemals wieder sein wird, wie es vordem war.

Wo das Trauma bleibt, die unüberwindbare Erinnerung, gibt es kein Vertrauen mehr: nicht zu Fremden, nicht zu den Nachbarn, nicht zu Polizei und staatlichen Behörden.

Das Verbrechen zersetzt Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Gleichzeitig ist es um die Aufklärung von Einbrüchen immer schlechter bestellt – und damit auch um die Abschreckung. Wenn der Staat aber nicht mehr schützt, dann mag er noch so viele Wohltaten verteilen, Daseinsvorsorge betreiben, Parksünder mahnen und Steuersünder jagen. Er verfehlt doch den Grund, warum er überhaupt existiert.

Was, wenn der Staat uns nicht mehr schützen kann? (WELT 12.05.2013)

In seinem Fazit der Misere zeigt sich Stürmer jedoch wieder als Etatist. Die “Null-Toleranz-Politik” New Yorks liegt ihm näher als Selbstbewaffnung, Bürgerwehren und Nachtwachen.

Selbst der Vizepräsident der Industrie-und Handelskammer (IHK) Dortmund, Joachim Punge, glaubt nicht mehr an die staatlichen Institutionen. In einem offenen Brief erklärt er, dass er nicht mehr bereit sei, Straftaten wie Diebstähle hinzunehmen.

Er denke, schreibt Punge, darüber nach, die “Sicherungsmaßnahmen an meinem Eigentum jetzt von meinen Steuerzahlungen abzuziehen, weil mit meinen Steuerzahlungen die Sicherheit nicht mehr hergestellt werden kann und ich selber dann für meine Sicherheit eigenverantwortlich auftreten muss”. Würden in bestimmten Stadtbezirken Bürgerwehren eingesetzt, um die nicht vorhandene Polizei zu ersetzen, würde ihn das nicht wundern.

Diebstahl, Einbrüche – Opfer schreibt offenen Brief an Polizei | WAZ.de

Herr Punge braucht sich nicht wundern. Die Leute, die kein Geld haben, um einen privaten Sicherheitsdienst zu engagieren oder in besonders betroffenen Wohngegenden leben, organisieren sich bereits überall in (unbewaffneten) Bürgerwehren und Nachtwachen. Brandenburg erkennt einige Nachtwachen an und zahlt 25,56 Euro pro Mann und Monat – ein erbärmlich niedriger Betrag, der weit, weit, weit unter dem Mindestlohn liegt. In den anderen Bundesländern sind jedoch Innenminister und Polizei strikt gegen solche Zusammenschlüsse.

Marc hatte bereits im Februar 2014 diese Diskrepanz beschrieben:

Bürgerwehren, die Zivilcourage und machtlose Politiker

Der Innenminister in NRW setzt eine Bürgerstreife also kontextuell in die Nähe eines Lynchmobs, der “eigenmächtig auf Verbrecherjagd” geht. Vermutlich möchte Herr Jäger von den katastrophalen Aufklärungsquoten im Bereich der Wohnungseinbrüche ablenken, anders ist es nicht zu erklären, dass er kritisiert, wenn Bürgerinnen und Bürger in ihrer Freizeit freiwillig Streife laufen, um ihr Eigentum zu schützen.

Dabei geht es gewiss nicht um “Verbrecherjagd”, sondern schlichtweg um ein Signal an Kriminelle, dass sie in dieser Nachbarschaft nicht ungestört “arbeiten” können. Es wäre besser, wenn die Polizei durch intensiveren Streifendienst dieses Signal senden würde, doch lässt das die Personallage der Polizei offenbar nicht zu.

Letztendlich basiert die Durchführung einer Bürgerstreife auf genau dem, was Bundespräsident Gauck gefordert hat: Zivilcourage. Recht muss nicht Unrecht weichen.

Auch ich hatte das Thema Selbstschutz schon in dem Artikel Soft Targets: Bedrohung und Schutz angesprochen. Dort ging es um den – zum Glück selteneren – Straftatbestand “Gewalt gegen das Leben”, den jährlich über 2500 Menschen erfahren müssen. Hier geht es um über 150.000 Einbrüche, davon über 20.000 mit Anwesenheit der Opfer, von denen über 4000 Gewalt erfahren mussten.

Mein Fazit: Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

Die Politiker haben die Grenzen geöffnet, die Polizei ausgedünnt und wollen nun die volkswirtschaftlichen Kosten der Einbrüche auf die Bürger abwälzen. Wir sollen bessere Fenster und Türen einbauen …

Damit ist das Problem aber nicht gelöst. Die professionellen Banden kommen auch in stark gesicherte Gebäude rein. Solange nur 2% der Täter verurteilt werden, hilft nicht einmal die beste Festung, nur Abschreckung hilft – sei es durch die Gefahr der Verurteilung oder der Gefahr, dass sich das Opfer wehrt.

Wir dürfen nicht hinnehmen, dass die einzige politische Lösung dieses Problems Steuererleichterungen für Einbruchsschutz sind. Wir müssen mehr Polizeiarbeit einfordern oder – wie der IHK Vize – mit Steuergeldentzug drohen oder Gesetze fordern, die Selbstschutz (nicht Selbstjustiz) ermöglichen.

Einbruch darf sich in diesem Land nicht mehr lohnen, sondern muss unattraktiv für die Verbrecher werden.

Weitere Zahlen und Fakten der PKS 2014

Volker T. hat sich die Statistik in Bezug auf Delikte beim Waffenmissbrauch und Verstöße gegen das Waffen/Sprengstoffgesetz genauer angeschaut.

Sein Fazit: Obwohl im Vergleich zum Berichtsjahr 2013 in 2014 die Straftaten insgesamt um ca. 2% zugenommen haben konnten in Bezug auf Straftaten gegen das Waffenrecht in nahezu allen Bereichen ein Rückgang der Delikthäufigkeit beobachtet werden. Was aus der PKS nicht hervorgeht ist der Status der Waffen – freie Waffen, legale oder illegale Waffen – mit denen die Delikte begangen wurden.

Hier weiterlesen mit Links zu den Dokumenten: PKS 2014

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17 Gedanken zu “PKS 2014 : Der Staat kann uns nicht beschützen

  1. Hallo,
    ist doch eigentlich klar, für unsere “Gutmenschen” geht die größte Gefahr von den legalen Waffenbesitzern aus. Darum muss ja das Volk entwaffnet werden. Weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf. Zu einer Bankrotterklärung des Staates lässt sich natürlich keiner der Politiker hinreissen!
    Die “Bestimmer” in diesem unserem Land sind ja weit weg vom Pöbel, wohnen in ihren Nobelvillen in Nobelstadtteilen, werden durch security (staatlich und privatwirtschaftlich!) geschützt und sehen die Welt da draussen nur durch die dunklen, beschusssicheren Scheiben ihrer Nobelkarossen.
    Die Grundaussage meines Kommentares: ” Free men own guns; slaves don´t!!!”
    Grüße, Geronimo

  2. ich musste etwas über den Titel schmunzeln … denn…

    Vor langer Zeit gar es sowas wie Terror durch die RAF. Diese hatte sich vor langer Zeit aber zurück gezogen und dazu ein entsprechend bekanntes und öffentlich einsehbares Schreiben verfasst.

    Eine Grundlage des Terrors ist dem Volk zu zeigen das der Staat das Volk nicht schützen könne.

    Im Brief der RAF geht sinngem. hervor das die RAF sich vom Terror zurück ziehe weil es Unsinn geworden sei dem Volk zu beweisen das der Staat das Volk nicht beschützen könne; ff. dies sehe wohl jeder; ff. man sehe auch wie das Volk sich schon gegenseitig verfleische; ff. da mache der Terror kein Sinn ; ff. man ziehe sich lieber in bessere Stellung zurück und warte einen günstigen Moment ab um wieder zuzuschlagen.

    Bereits vor salopp also ewigen Jahren hat man viele Aspekte gesehen wie zum Beispiel das der Staat nicht in der Lage sei ein Volk zu schützen. Wenn man genau hinschaut kann es sogar auch stimmen das sich das Volk gegenseitig verfetzt. Wie jetzt zum beispiel mit Einbrüche umgegangen wird mag nur so ein winziger Fakt sein. Ach je es gäbe wohl eine ganze Flut anderer Fakten. Wenn wir auf den Bereich Kinderschänder schauen – ein grausiges Feld. Selbst hochkarätige Leute die eigentlich das Volk vertreten oder gar schützen sollen sind oft auch noch die Macher und Nutzer von Kinderschändungen usw. usw. Gehen wir weiter in die Welt dann wissen wir auch das die Politik die Lügen erfunden hat wie der Grund für Kriege (Viet Nam, Irak uvm).

    Unzählige Beispiele die eine Welt zeigen in der Einbrüche wohl nur das kleine Übel sind. SChützen können wir uns bestenfalls nur noch selbst.

  3. Guten Tag,

    ein weiteres Problem ist doch auch unser Notwehr-/Notstandsrecht bzw. die Interpretation und Anwendung der Normen in der Praxis.
    Wer einen Angriff auf sein Eigentum oder auch sich abwehrt, muss damit rechnen, hinterher selbst auf der Anklagebank zu sitzen. Ich will mich an dieser Stelle (und ich müsste mich erst belesen) gar nicht über die Voraussetzungen einer gerechtfertigen Notwehr oder eines gerechtfertigten oder nur entschuldigten Notstandes auslassen. Nur soviel: Über das was der Angegriffene u.U. in Bruchteilen von Sekunden entscheiden muss, verhandeln hinterher tagelang mehrere Juristen.
    Ich denke, dass in unserem Gesellschafts- und Rechtssystem Selbsthilfe nicht gewollt ist.Man erinnere sich an den Gerichtsmarathon wegen der Schüsse auf Einbrecher in Sittensen (http://www.focus.de/panorama/welt/prozesse-16-jaehrigen-bei-ueberfall-erschossen-bewaehrung-fuer-rentner_id_4230517.html) oder auch an das für mich nur schwer verständliche Urteil im Falle des Studenten Sven G.(http://www.sueddeutsche.de/muenchen/prozess-in-muenchen-opfer-oder-taeter-1.363639).
    Ich befürchte, dass diese Entscheidungen die Linie skizzieren.
    Gerne wird dies mit dem Gewaltmonopol des Staates begründet. Ich bin auch ein Verfechter des staatlichen Gewaltmonopols.
    Aber: Die Kehrseite davon ist, dass ich dann Schutz vor Gewalt verlangen können muss.
    Ist dies nicht mehr gewährlesitet, muss es mir ermöglicht und erlaubt werden, mich selbst zu verteidigen (Stichwort Waffenrecht) u n d diese Verteidigung darf mir hinterher nicht zur Last gelegt werden (Stichwort Strafrecht). Es kann nicht sein, dass es für meine Familie wirtschaftlicher ist, dass ich Opfer einer Gewalttat werde (es verbleiben Witwenrente/-pension) als mich zu wehren und die finazielle Basis der Familie wird durch Gerichtskosten, Arbeitsplatzverlust und Schadensersatzansprüche zu gefährden.

    Deshalb: Zur Forderung sich selbst wehren zu können, gehört auch die Forderung, sich selbst wehren zu dürfen..

    Gruß Volker K.

    1. Das Gesetz kennt auch Ausnahmen vom Gewaltmonopol des Staates. Dazu zählt auch das Recht, sich mit Gewalt gegen rechtswidrige Angriffe zu wehrenund sich vor sonstigen Gefahren zu schützen.
      Es ist jedem Bürger ausdrücklich erlaubt gegenwärtige, rechtswidrige Angriffe abzuwehren, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist.
      Die Betonung liegt hierbei auf den Worten „gegenwärtige Gefahr“ und „obrigkeitliche Hilfe“.

      http://volkert.caliber-corner.de/2015/04/05/gewaltmonopol-und-selbstjustiz/

      Im Fall des Rentners von Sittensen war die Gefahr nicht mehr gegenwärtig, die Täter befanden sich bereits auf der Flucht und der Rentner hat einen Täter von hinten erschossen.
      Im Fall des Müchner Studenten ist entweder der Richter ein naiver Bessermensch oder der Verteidiger ein Idiot. Tatsache ist, dass in einer Notwehrsituation von allen zur Verfügung stehenden Mitteln Gebrauch gemacht werden kann. Eine Verhältnismäßigkeitsabwägung ist in einer lebensbedrohenden Notwehrsituation nur insofern zumutbar, als dass der Angegriffene z.B. zwischen mehreren Abwehrmitteln [Wahl der Notwehr-Mittel ] hätte wählen können, wenn er sie denn verfügbar hatte (Messer, Knüppel, Pfefferspray, Wattebäusche) zumutbar. Bei tätlichen Angriffen ist niemand verpflichtet sich allein auf die eigene körperliche Fitness zu verlassen.
      Weil der Angeklagte selbst 1,8 Promille Blutalkohol hatte wäre außerdem die Zurechnungsfähigkeit zu hinterfragen.

      1. Zum Rentner aus Sittensen…
        Nicht nur Leib und Leben sind notwehrfähige Rechtsgüter sondern auch Besitztum.
        Wenn man das deutsche Gesetz ganz genau nimmt und zum wohle des Bürgers auslegt waren die Schüsse ( oder war es der Schuss) des Rentners gerechtfertigt um den andauernden “angriff” auf sein Hab und Gut zu beenden, da die Flucht mit der Beute zum Diebstahl gehört.
        Aber unsere weichgekochten Gutmenschen-Richter sind ja mehr damit beschäfftigt sich bei unseren Politikern anzubiedern als das geltene Recht zu Gunsten der Bevölkerung zu deuten.

        Aber unser feiner Staat kommt noch auf die Idee Diebstahl und Raub als legitime Berufe zu etablieren, dann ist gegenwehr eh nicht mehr erlaubt.

  4. Moin, moin,
    unser “Dorfsheriff” wurde in eine groessere Wache versetzt, um “die Sicherheit zu erhoehen” (Ueberschriften der oertlichen Presse). Es ist einfach laecherlich, was sich in meinem Fall das Land Schleswig-Holstein mit seinen Buergern erlaubt.
    Es kommt niemand auf die Idee, den Posten zu verstaerken – nein – mann zieht die “letzten Krieger” zusammen und verzichtet auf die Praesenz in der Flaeche. Gleichzeitig werden Feiern von Rocker-Clubs mit ganzen Hundertschaften belagert, Fussballclubs ebenfalls mit Hundertschaften ausgestattet und ansonsten pruegeln sich an sonstigen Feiertagen tausende von Polizisten mit Chaoten und unzufriedenen Buergern gleichermassen.
    Das Gewaltmonopol beansprucht der Staat (aus Eigennutz) zwar immer noch – inne hat er es schon lange nicht mehr. Der Bund und die Laender haben die Sicherheit ihrer Buerger und damit auch das Gewaltmonopol schon vor Jahren kaputt gespart und steigern das noch. Die Folgen zeigen sich nicht nur in der Moral ueberlasteter Polizisten, der Zahl der nicht aufgeklaerten Einbrueche, sondern auch in den Reaktionen der Buerger: “Selbsthilfe” bei vermuteten Kriminalitaetsnestern, Uebergriffe auf Auslaender/Asylanten und Buergerwehren sollten die letzten Alarmzeichen fuer Innenpolitiker sein.
    Da helfen auch keine Totalueberwachung oder sonstige Misstrauensbekundungen der Politik gegenueber dem Volk.
    Speziell Buergerwehren zeigen die Ohnmacht der Bevoelkerung. Es ist das letzte und aufwendigste Mittel zur Selbstverteidigung.

    Gruss
    Hannes_55

  5. Und hier ist der Schutz des Staates – für die Mittel/Oberschicht: private Einbruchssicherung!

    “Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat für das laufende und die beiden nächsten Jahre jeweils zehn Millionen Euro für den Schutz gegen Einbrüche in Häuser und Wohnungen bereitgestellt….20 Prozent der Gesamtsumme werden gefördert…..

    Unionsfraktion-Vize Thomas Strobl (CDU) sagte der «Welt», Prävention sei entscheidend. Als zentralen Punkt im Kampf gegen Einbrecher hob er aber eine bessere Ausstattung der Polizei hervor.”

    http://schmoelln.otz.de/web/schmoelln/startseite/detail/-/specific/Millionen-Zuschuesse-fuer-Einbruchsicherung-642999537

  6. Der Staat kann auch die Polizei nicht mehr beschützen.
    Vor einiger Zeit gab es einen Vorfall in Mannheim, der offenbarte wie hilflos die Poizei ist, weil sie kaputtgespart und die Polizisten an die Grenzen der Belastbarkeit getrieben werden.

    http://volkert.caliber-corner.de/2015/05/29/der-staat-kann-uns-nicht-beschuetzen/

    Zu einer Veranstaltung wie dem G7-Treffen in Elmau wird quasi die Alpenfestung neu errichtet und mal eben 19.000 Polizisten zum Schutz von ein paar hundert Hanseln abgestellt. In einem Problemrevier in einer deutschen Großstadt werden mal eben 7 Polizisten zur Nachtschicht eingeteilt.
    Wo bleibt da die Verhältnissmäßigkeit? Aber wenn der Polizeipräsident der Meinung ist, dass 9 Tötungsdelikte und 69 gemeldete Schlägereien für eine Großstatd in Baden-Württemberg kein Ausreißer sind ist ja alles in bester Ordnung.

    1. Es ist schon erschreckend, dass sich Ironie und Sarkasmus selbst bei solchen Themen breit machen. Leben die Politiker auf einem anderen Stern? Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, daß hier einfach ein “Informations-Vakuum” vorliegt. Ich Schluß muss ich dann Böswilligkeit vermuten – beim Selbstschutz stehen dem Politiker unbegrenzte Ressourcen zur Verfügung, beim Schutz der totalüberwachten Bürger jedoch wird ausschließlich auf die Kosten geschaut.
      Seitdem der Staat zur dritten Person erhoben wurde und “wir” nicht mehr der Staat sind, geraten Werte und Norman auf allen Ebenen aus den Fugen.
      Gruss
      hannes

  7. Seit ich vor Jahren einmal einen Einbrecher mit vorgehaltener Waffe verjagt habe, ist nie wieder ein Einbruchsversuch unternommen worden. Die Einbruchsserie in der Gegend nahm ein jähes Ende und hielt lange vor. Mit entsprechenden “Gaunerzinken” an einigen Türen in der Gegend haben die Diebe weitere potenzielle Täter vor Einbruchsversuchen gewarnt.

    Die Polizei hat den Einbruchsversuch und meine Täterbeschreibung aufgenommen … das war alles. Einer der Beamten meinte nur, daß die Polizei bei den immer mehr steigenden Einbrüchen auf verlorenem Posten stehe und empfahl Sicherungssysteme und Alarmanlagen – etwas, was Profi-Einbrecher eher wenig beeindruckt.

    Weitere Filmberichte zum Thema:
    Berlin – die Hauptstadt der Diebe
    Dreiste Diebe – mehr Einbrüche, weniger Aufklärung

    Für Politiker scheinen wütende Bürger ein größere Übel zu sein, als Einbrecherbanden. Dabei sind die Handlungen der Politiker selbst eine Ursache für die steigende Unzufriedenheit. Das ist den Politikern auch mehr oder weniger bewusst – nur ziehen sie die falschen Konsequenzen daraus (wenn sie überhaupt mal selbstkritisch drüber nachdenken, was aber wohl eher Seltenheitswert hat).

    1. Wenn “wuetende Buerger” wenigstens als ein reelles “Uebel” wahrgenommen werden wuerden, waere vieles nicht gar so schlimm. Indes wird die Polizei weiterhin kaputt gespart – zugunsten des Ueberwachungswahns. Immerhin sind wir Buerger als potentielle Terroristen gefaehrlicher fuer die Politiker als einzelne Einbrecherbanden….

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