#Selbstschutz: Der kleine Waffenschein und die Schreckschusswaffe

Partner der German Rifle Association

Ein Beitrag von Frank Moebus

Der kleine Waffenschein und die Schreckschusswaffe. Eine Betrachtung die sich nicht auf die Effektivität und Einsatzmöglichkeit bezieht.

Vor einigen Tagen kündigte ich in Kommentaren bei FB an, etwas zu dem Thema zu schreiben. Gestern in einem Video-Chat kam das Thema erneut auf und auch fast täglich in den Medien – wie jetzt aktuell.

Vorab: Ich bin pro Gaspistole und habe eine eigene Sicht auf das Thema.

Zunächst muss man wissen, dass der kleine Waffenschein vor 2003 nicht existierte! Bis dahin konnte man mit Gaspistolen mit PTB-Zeichen ab 18 Jahren führen (ältere Regelungen zu Gaspistolen ohne PTB-Zeichen usw. lassen wir hier aus).

Das bedeutet tatsächlich, dass einfach Jeder eine haben konnte. Und? Wen störte es? Niemanden. Es ist nämlich wie ich schon immer sage: Kein normal denkender Mensch hat was gegen Waffen, solange Ort, Zweck, Person – kurz der Kontext – passt. Ich selbst führte um 1982 eine PTB-Pistole 8mm, später PTB-Revolver 9mm.

Soweit die kleine Exkursion und nun zum hier und heute. Während der ein oder andere „Aufschreier“ sich gegen die Flut von kleinen Waffenscheinen erhebt (mit dem üblichen oh-Gott-oh-Gott) gibt es echte positive Aspekte!

Die Antragsteller gehen aktiv den Weg zur Waffenbehörde und beschäftigen sich ernsthaft mit dem Thema „Waffe“. Der Bürger möchte diese verbleibende Möglichkeit nutzen, um für den Notfall gewappnet zu sein und zwar legal! Der 16 jährige Mehrfachkriminelle hat die Gaspistole (oder was auch immer) sowieso.

Hat nun – hoffentlich – ein Training stattgefunden und die Gaspistole den Weg ins Holster, dann wird der Inhaber sich in 99% aller Fälle vollkommen zurückhaltend in der Öffentlichkeit bewegen, denn dieser Bürger hat bis zum heutigen Tag eine lupenreine Weste! Und das ist Vorteil zwei. Trifft man auf eine Person mit kleinem Waffenschein, ist das genauso als hätte diese ein Führungszeugnis der Belegart O um den Hals zu hängen. Das bedeutet z.B. in einer Verkehrs- oder sonstigen Kontrolle genau das Gleiche! Der Beamte fragt im Zweifel zwar alles sowieso ab, aber er weiß schon auf dem Weg zum Wagen „… keine Vorstrafen…“, wenn er nicht schon mit Fahrzeugschein, Führerschein und kleinem Waffenschein völlig zufrieden ist.

Der kleine Waffenschein ist also „Draußen“ ein gutes Mittel für den Beamten zu erkennen „Sie führen die Waffe legal“ vs. „Knarre im Hosenbund (sinnbildlich)“.

Abschließen möchte ich betonen, dass ich gerne eine Statistik darüber hätte, in wie vielen Fällen der kleine Waffenschein beantragt wurde und der Antragsteller bereits WBK-Inhaber ist, bzw. noch nichts mit der Waffenbehörde zu tun hat(te). Das ist mein nächstes Thema!

Frank Moebus, geb. 1964 in Berlin-Tempelhof, bis März 2016 langjähriger Sicherheitsunternehmer mit Waffenschein, Sportschütze seit Mitte der 90er und Gründer zweier Schießleistungsgruppen, 1.

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24 Gedanken zu “#Selbstschutz: Der kleine Waffenschein und die Schreckschusswaffe

  1. Ich persönlich kenne min. 3 Personen, die neben WBK auch den kl. WS haben. Ansonsten habe ich den Eindruck, es hätten diejenige etwas gegen den kl. WS, die ihn aufgrund ihres Lebenswandels ohnehin nicht bekämen ;)

  2. Sehr gut!!! Endlich mal jemand der das Thema Schreckschuss rational beleuchtet. Ich habe einen kleinen Waffenschein und jedes mal wenn ich mit meiner SRS-Waffe auf den ein oder anderen Schießstand gehe, damit ich es nicht illegal im Wald oder auf dem Feld machen muss, werde ich von Sportschützen und Standbetreibern “von der Seite angemacht”, was ich denn mit so etwas wolle, und ich solle es “bloß nicht zum Selbstschutz führen”.
    Neben dem Schutz sind SSW auch mein Hobby. Es hat nicht jeder das Privileg eine WBK zu haben.

    1. Sebastian, den Erwerb der WBK kannst Du ja angehen. Ansonsten warst Du vielleicht auf den “falschen” Schießständen, bei uns wäre das kein Thema.

  3. Genau so ist es….ich war noch am Dienstag mit meiner Frau auf dem Stand, damit sie an ihrer PK380 “Griffe kloppen” konnte und das Basishandlung üben inkl. “Safety”, Es schadet auch nicht, ein paar Magazine Platzpatronen durchzujagen, damit man im Ernstfall weiß, dass es laut wird und “ruckelt”. Als “spin-off” kann man prüfen, ob die SSW auch zuverlässig funktioniert und möglicherweise den ein oder anderen motivieren, ein “richtiger” Sportschütze zu werden

  4. Dass immer mehr Leute den kleinen Waffenschein beantragen, signalisiert eine steigende Akzeptanz der Bürger für Schusswaffen für Selbstverteidigung.

    Der Bürger vertraut dem Staat nicht mehr (aller Beteuerungen und Statistiken zu trotz) und rüstet auf.

    Es ist das beste Beweis für die Seite der Waffenbefürworter für Selbstverteidigung (ich bin einer davon).

    Selbstverständlich darf es keinen verwundern, dass sämtliche Politiker, Medien und sogar der “Polizeinachwuchs” davon abraten bzw. diese Tendenz durch den Kakao ziehen.

    Der Staat schützt nur sich selbst… und seine Schützlinge.
    Der Staat kann die einzelnen Bürger nicht schützen.
    Dieser Staat WILL die Bürger nicht schützen, sondern am Liebsten weitgehend entwaffnen.

  5. Nun, ich sehe der Zweckmäßigkeit von Gaspistolen zur Abwehr von gefährlichen Angriffen durch Menschen in vielen denkbaren Situationen zwar recht kritisch gegenüber und würde sie daher auch selbst nicht nutzen wollen – ein Verbot oder Waffenschein jedoch halte ich für übertrieben.

    Einerseits gibt es nicht nur eine ganze Reihe anderer Anwendungszwecke und Gründe, warum sich jemand solch eine Waffe kauft, faktisch bestand auch kein evidenter Bedarf für den Gesetzgeber, hier weiter “regulierend einzugreifen”. Letztlich kann, soll oder muss jeder selbst für sich entscheiden, mit welchen Werkzeugen er sich schützen will – ER muss ja auch allein (oder mit dem überwiegenden Teil) der Konsequenzen leben.

    Angenehm finde ich lediglich den “Nebeneffekt”, das mehr Bürger sachkundig(er) mit Waffen werden. Das aber wäre wohl auch dann der Fall, wenn Waffen in diesem Land nicht so überrestriktiv behandelt und verteufelt würden, ja nicht die Mär dominierte, das “…nicht der Mensch, sondern die Waffe tötet…” (O-Ton Künast).

  6. Es gibt auch noch andere Zweckmäßigkeiten von Schreckschusswaffen: Das Sammeln, schießen aus Spaß mit Knallkasten oder an Silvester, oder einfach das Gefühl zu haben “so etwas wie eine” richtige Waffe zu haben. In Deutschland gibt es eine richtige SSW-Community. Und andere die nicht so versiert im Waffenrecht sind denken sie brauchen einen KWS wenn sie eine SSW besitzen(dem nicht so ist)–>aus diesem Grund steigt die Zahl der Anträge u.a.!
    Der Staat täte unklug wenn er SSW komplett verbieten würde. Er besänftigt damit die große schießwütige Masse die nicht zuverlässig genug für eine WBK ist, oder nicht genügend Ausdauer und Konsequenz für den Sportschützensport hat.

    1. Naja… diese These halte ich für äußert fragwürdig.
      Kannst Du mir den, deiner Meinung nach, extremen Zuwachs “der SSW-Community” direkt nach den Silvesternacht 15/16 erklären, wenn es nicht das gesteigerte Schutzbedürfnis ist?

    2. Du hast in einem Recht, im anderen liegst Du völlig daneben. Du hast Recht, das Schreckschusswaffen bei Sammlern und auch für Sylvester große Verbreitung haben (bzw. hatten). Sylvester findet man sie kaum noch, weil verboten. Gut – lebst Du auf dem Land, hast Du ein Bauernhof, keine Nachbarn… Ansonsten ist das Schiessen auch mit Schreckschusswaffen Sylvester verboten.

      Unrecht hast Du mit der WBK. Wer für diese (nach staatlicher Einschätzung) ungeeignet ist (Verfehlung, unliebsame politische Meinungsäüsserung, das falsche Facebook-Like oder sonstige Gedankenverbrechen oder Parteizugehörigkeit, usw.), der bekommt auch die kleine WBK nicht. Anders. Du kannst auch jahrelang in einem Schiessportverein regelmäßig teilnehmen und wirst doch nicht in den Verein aufgenommen. Weil da ein kleiner Kreis älterer Rentner ist, Deine Gruppe aber aus jüngeren Jahrgängen besteht. Das reicht schon. Es gibt also kein Recht, sondern Du bist von Vereinen und deren Vereinsmeierei abhängig. Bist Du wirklich gut, so macht es das schwieriger, weil man sich fähige Leute nicht gern ins “Team” holt. Es könnten ja Gewohnheitsplatzhirsche verdrängt werden… So läuft es allzu oft. Man benötigt Beziehungen – Einsatz und Leistung zählt nicht. Deshalb würde ich grundsätzlich abraten, die Mitgliedschaft in einem deutschen Schützenverein anzustreben. Versaut den Spass am Hobby, gibt nur Frust und nutzt am Ende nichts. Ausserdem Geld sparen, ins Ausland fahren und jede Menge Spass haben. Mit all den schönen Sachen, die man hier sowieso nicht darf, was die ganze Sache sowieso witzlos gestaltet. Dort kann man ja irgendwo eintreten, seine Sachen haben und wenn es mal böse wird – die Grenze zur Freiheit ist nicht weit.

      Du kannst also Ausdauer und Konsequenz für den “Sportschützensport” haben soviel Du willst, das bringt Dich einer WBK ohne Beziehung nicht näher.

  7. Die Polizei rät ja gerne zu Trillerpfeiffen. Der Tipp der Polizei, man möge sich statt mit einer SSW mit einer Trillerpfeiffe bewaffnen, ist nutzlos. Eine Trillerpfeiffe erzeugt bei vielen Menschen keine Aufmerksamkeit, ein lauter Schuss aus einer SSW allerdings schon. Da kann ich mir schon fast selbst das Rufen der Polizei ersparen.

    Zur Verteidigung gegen diverse Tiere, namentlich Hunde genannt, kann eine SSW auch gut eingesetzt werden. Wer schonmal von einem großen Hund gebissen wurde, der ist auf mehreren Ebenen bedient. Mit einer Entzündung einer Bisswunde ist nicht zu spaßen. Da ist der Tipp mit der Trillerpfeiffe echt zum Schießen, denn die Trillerpfeiffe beindruckt viele Hunde gar nicht. Herrchen oder Frauchen verwendet diese ja auch als Signal um den Hund zu rufen.

    Ein Grund warum ich wieder Schreckschusswaffen inklusive kleinen Waffenschein haben will, ist die Möglichkeit Signalmunition abzuschießen. Da ich manchmal nachts am Wasser bin, und im Sommer Menschen gerne im Fluß baden und dabei gerne nachts ertrinken, ist für die WaPo das verschießen von Signalmuntion zum Schnellen Auffinden eines Ertrinkenden ein Segen. Sicherlich freuen die sich auch über eine Trillerpfeiffe als Signal.

      1. Du warst nicht Opfer eines Schäferhundes, sondern eines offenbar völlig unfähigen und ungeeigneten Hundebesitzers. Es sei denn, Du böser Bub hast das arme Tier mit Steinen beworfen ;-) Musse nich machen. Ernsthaft. Schäferhunde, Rottweiler und Dobermann sind die zuverlässigsten und berechenbarste Hunde die es gibt. Familienhunde. Schutzhunde. Total kinderlieb. Ausnahmen sind asoziale Hundebesitzer (da kann das Tier nichts dafür) oder kranke Tiere, die trotzdem frei rumlaufen (unverantwortlicher Hundebesitzer).

        Ich hatte selbst mehrere Schäferhunde. Von den drei genannten Rassen sind das die, die – wenn jung – die härtere Hand brauchen, weil sie eigenwillig und sturr sind. Hast Du alles richtig gemacht (das ist nicht schwer) sind es die besten und treuesten Tiere die man sich vorstellen kann. Der beste Freund des Menschen. Verlässlicher als jeder Mensch. Beissen die einfach so, so ist der Halter Schuld, der Gebissene Schuld oder das Tier ist krank (der Halter ist Schuld). So einfach ist das. Einen solchen Hund allerdings mit einer Gaspistole aufhalten zu wollen. Höhö. Ganz dummer Fehler…

    1. Normalerweise wird man ja eher von kleinen Hunden (Teppich-Ratten) gebissen oder von Katzen gekratzt. Von grossen Hunden gebissen werden dürfte eher selten sein. Ja, beim raufen oder spielen fliesst mal ein bischen Blut. Normal. Wir sind Männer und das sind Wölfe. Aber wirklich gebissen von einem großen Hund ? Da frage ich mich immer, wie das kommt.

      Eine Schreckschusspistole gegen einen großen Hund. meinen habe ich das nie beigebracht, aber sie waren stets in meinem Beisein “schussfest” (wie das bei der Polizei so schön heisst). Ganz einfach weil das Herrchen nicht wegläuft, lauf ich auch nicht weg. Es sind Rudeltiere. Viel Spass beim knallen…

      Wenn Du nachts beim Wasser bist (bin ich auch) und in fast einigen Fällen Mitbürger zum Ertrinken neigen, so solltest Du Dich ins Wasser schwingen und Hilfe leisten. Das Telefonat, das Warten auf die Wasserschutzpolizei oder dem DLRG mit anschliessender Rummballerei mittels Signalsterne mag ja unterhaltsam sein, nur ist der Ertrunkene mittlerweile schon eine Wasserleiche. Und wenn Dich die unterlassene Hilfeleistung trotzdem nicht beschämt und Du weiterhin auf Signalmunition, Telefonate, Lichtzeichen usw. setzt, dann doch bitte schnell, wirksam und ohne irgendeinen Kinder-Waffenschein. Es gibt kleine, transportable Notsignalgeräte mit dreifacher Leuchtkraft und Leuchtdauer, die ohne Playmobil-Spielzeugschein zu kaufen und zu führen sind. Die nehmen kein Platz weg, da brauchst Du kein Holster und Munition und sie taugen – im Gegensatz zu einer Knallpistole – tatsächlich als Notsignalgerät. Nur für Sylvester ist die Munition zu teuer – deshalb gibt es Schreckschuss-Dinger. Allerdings nur für Grossgrundbesitzer, weil der Leuchtstern ja das befriedete Besitztum verlassen könnte (und nach gesetzlichen Berechnungen fast immer kann – ganz schlimm), während das bei Raketen und Batterien keine Sau interessiert, die mittlerweile ganz anders scheppern.

      1. So einfach ins Wasser gehen löst nicht das Problem, sondern erzeugt ein Neues. Ich gehöre nämlich zu der Nichtschwimmerfraktion, eine Pflicht zum Ertrinken gibt es für mich nicht, also bleibt mir nur Hilfe zu holen.

        Ich bin zweimal von einem großen Hund gebissen worden, das kommt dadurch zustande dass der Halter gar nicht in der Lage ist ein Hund richtig zu führen und auf den Maulkorb sowie auf die Leine verzichtet. Typisch bekannte Ausrede “Der wollte ja nur spielen” oder “Der will dass sie die Fische in Ruhe lassen”.

  8. Ich habe den KW und eine HK P30. Ich bin als LKW-Fahrer für einen bekannten Lebensmitteldiscounter vor allem in der Nacht unterwegs. Viele Filialen liegen in unbewohnten oder schlecht einzusehenden Gebieten. Die nächste Polizeiwache ist oft viele Kilometer weit entfernt.
    Ich habe auf meinen LKW alles, was es in einem namhaften Discounter zu kaufen gibt.
    Lebensmittel, Nonfood, Technikartikel, Alkohol und Tabak.
    Nach gesundem Menschenverstand ist alleine das schon eine Voraussetzung für einen “richtigen Waffenschein”.
    Aber in diesem Staat nicht möglich.
    Ich habe eine dreijährige militärische Ausbildung. Ich trainiere auf meinen Privatgrundstück mit erlaubnisfreien Waffen.
    Ich bin defensiv veranlagt und meine erste Wahl als Abwehrmittel sind Worte und dann eine Fenix UC 30.
    Die SSW führe ich verdeckt. Sie muss ja niemand sehen.
    Übrigens ist unter den herrschenden gesetzlichen Bestimmungen ein kombinierter Einsatz einer Fenixlampe und einer SSW ein akzeptabler Kompromiss (wenn man es so nennen kann).
    Der muß aber straff geübt werden.

    Viele Grüsse

    1. Lieber Mike,

      ich möchte nicht als Besserwisser auftreten noch Dich belehren. Du hast eine dreijährige militärische Ausbildung. Ich nicht. Ich habe mir das selber beigebracht. Sicher nicht vergleichbar. Trotzdem möchte ich Deinen Optimismus dämpfen. Weil ich Deine Situation und die Notwendigkeit des Eigenschutzes absolut verstehe.

      Die schönen LED Lampen mit den Panik- oder “Selbstverteidigungsstrobos” sind absolut kontraproduktiv. Bedenke bitte. Ein Angreifer ist auf die Situation eingestellt. In Deinem Fall wird er nicht allein auftreten. Und ein blenden mit Blinklicht verursacht immer nur eins. Mehr Aggressivität. Der ist geblendet und wird nur noch heftiger reagieren, wie er selbst eingeplant hat. Ich kenne die Beschreibungen und Werbungen der Händler. Jede wirklich gute 18650er Taschenlampe hat ja heute so ein Blödsinn mit an Bord. Es soll einem schlecht werden, schwindelig usw. Wenn ich mir mit der Funzel ins Gesicht blende, so werde ich spätestens nach einer Minute nur wirklich böse ;-) Ein Angreifer auf ein Objekt wie Deine Situation es darstellt, wird geplant und nicht allein vorgehen. Allein schon deshalb, weil der Abtransport der Beute eingeplant sein muss. Versetze Dich doch einmal kurz in die Lage eines solchen Subjektes. Einen LKW-Fahrer überfallen und die Beute abzutransportieren. Dämmerts ? Das muss schnell gehen und ist grundsätzlich organisiert. Die Täter werden bewaffnet sein und organisiert. Blenden und Schreckschusswaffe ziehen ist lebensgefährlich. Es macht alles für Dich noch schlimmer. Du siehst nicht ein, so einem Vorfall wehrlos ausgeliefert zu sein und hast Deinen Stolz. Verständlich. Aber Dein Arbeitgeber ist versichert, er hat morgen einen anderen Fahrer und Deine Frau kriegt evtl. einen netten Brief – aber Du bist tot. Nicht gerade der Hauptgewinn, oder ? Und auch tote Helden sind nach zwei, drei Tagen vergessen. Das lohnt sich doch nicht. Wie Du richtig festgestellt hast, ist in diesem Staat so manches nicht möglich. Das sollte man ändern. Solange es so ist, weise die Täter doch darauf hin, wo die wertvollsten Bestände Deiner Fracht zu finden ist, sei freundlich, komm aus der Situation gesund raus und lass es laufen, wie es läuft. Du wirst nicht bezahlt, die Fracht zu bewachen. Du hast die Mittel dazu nicht. Du bist nur der Fahrer. Die Fracht ist weder Dein Eigentum, noch wird Dir jemand danken, wenn Du Dich wehrst. Bist Du erfolgreich, so bist Du am Ende gar noch der Dumme. Ein Problem der Polizei, der Versicherung usw. Aber nicht Deins. Denn der Gesetzgeber hat vorgesehen, das Du Dich nicht verteidigen kannst. Kann Dir egal sein – nicht Dein Problem. Mach Dir eher Sorgen, wie Du Dich zukünftig (denn es wird noch sehr viel schlimmer) auf Übergriffe gegenüber Deinem Eigentum und Deiner Familie schützen kannst. Das ist wichtiger.

      In einem solchen Fall ist die wirksamste Verteidigung übrigens Dein Verstand. Mach Dich – scheinbar – zum Komplitzen. Helfe beim Umladen und frage, ob ein Teil der Beute für Dich irgendwo deponiert werden kann (sei bescheiden). Schimpfe auf Deinen Arbeitgeber. Das rettet Dich eher als ein Blinklämpchen und eine Spielzeugpistole. Für Dein Handeln und Deine (dann möglichen) Hinweise, wird man Dir dankbar sein. Und das Leben geht weiter…

      Merke. Wer einem oder mehreren (organisierten) Kriminellen gegenüber eine Schreckschusspistole zieht, hat verloren. Auch das Anblinken mit einer Taschenlampe, die Trillerpfeife oder eine Armlänge Abstand hilft da gar nichts. Dreiwetter-Taft ist auch nicht hilfreich, sondern provoziert nur wütende (und sicherlich wirksamere Gegenreaktionen). Bleib locker und vor allem – bleib am leben. Wirksame Abwehrwaffen darfst Du nicht haben – Du bist also festgeschrieben Opfer. Kluge Opfer überleben trotzdem. Und wenn das Waffenrecht einmal geändert wird, so wird es Ängste bez. solcher Überfälle nicht mehr geben. Sowenig wie Hauseinbrüche in der Schweiz. Kriminelle schätzen Risikos genau ab. Mach das auch und alles passt ;-)

      Grüße,
      Michael

  9. Ich bin neu hier und mache mich jetzt sicher direkt sehr unbeliebt. Ich bin etwas älter und eine Schreckschuss-Waffenimitation war für mich (wie für meine Altersgenossen damals) eigentlich ein Spielzeug, mit dem man Sylvester Raketen verschoss oder sich in jungen (und dümmeren) Jahren auch mal gegenseitig beschoss. Meine Generation war noch nicht ganz so verweichlicht und CS-Gas empfanden wir eher als witzig. Ausserdem war es schön, gut verarbeitete “Waffen” z.B. von Erma zu besitzen, die den Originalen glichen, jedoch weitaus billiger und vor allem frei erhältlich und bezahlbar waren.

    Wir hatten ja damals auch noch Kriegsspielzeug und zu Karneval waren wir keine Clowns oder Transen, sondern Cowboys. Anders Zeiten. Aber darum geht es eigentlich nicht. Ich möchte hier nur warnen, eine solche “Knallpistole” als Selbstverteidigungswaffe falsch einzuordnen. So ein Ding schützt vor gar nichts – es bringt den Träger nur in Gefahr. Ein Angreifer wird höchstens noch aggressiver, oder aber er greift zur richtigen Waffe, weil es sich bedroht fühlt. Angreifer haben entweder richtige Waffen, oder greifen in Gruppen an. Wer nicht gerade schon rein körperlich eine geübte Waffe ist (ich bin es nicht), der versucht wegzulaufen oder ergibt sich seinem Schicksal. “Das Recht muss dem Unrecht nicht weichen” – das gibt es in Gesetzestexten – nicht in der Realität. In dieser hat der Gesetzgeber sehr klar dafür gesorgt, wer die Opferrolle einzunehmen hat. Der gesetzestreue Bürger…

    Eine Waffe zur Selbstverteidigung stoppt einen Angreifer augenblicklich. Sie bietet eine Wirkung, die einen Angriff augenblicklich unterbindet. Das kann – für die wenigen geübten Anwender – ein Messer sein. Eine üble Waffe. Oder eine Schusswaffe im Kaliber 9 mm aufwärts. Alles andere taugt nicht zur Selbstverteidigung gegen einen ernsthaften Angreifer. Es bringt den Angegriffenen nur noch mehr in Gefahr. Das schliesst Pfefferspray und andere nette Spielzeuge ausdrücklich mit ein. Damit stoppt man keinen ernsthaften Angreifer. Man verteidigt sich entweder effektiv, oder gar nicht. Das mag keine schöne Vorstellung sein, doch ist das leider die Realität. Alles andere ist eine scheinbare, künstliche Sicherheit, die im Ernstfall ganz schlimme Folgen haben kann.

    Das Waffengesetz der brd (an welches sich Kriminelle selbstverständlich nicht halten) räumt dem Bürger keinerlei Möglichkeit ein, sich gegen (vorbereitete) Angreifer auch nur ansatzweise verteidigen zu können. Das ist das Problem und Knallpistolen lenken von diesem Problem nur ab. Das Recht, sich und sein Eigentum verteidigen zu können, ist in einem freien Land ein Bürgerrecht. Es ist – gerade heute ganz besonders – unser aller Recht, Waffen, die zur Selbstverteidigung unserer Person, unserer Familie und unserer Mitbürger, tauglich sind, erwerben und führen (!) zu können. Es ist ein ganz selbstverständliches Recht. Niemand der sich dazu nicht im Stande fühlt ist dazu gezwungen. Jeder der das möchte, sollte (in einem kleinen Waffenschein) dazu von geeigneten Stellen eingewiesen werden können. Und dann darf es in einem wirklich freien Land keinerlei Einschränkungen geben, die Waffe frei zu erwerben, die in der jeweilig individuellen Situation zur Verteidigung des Rechts gegen das Unrecht am besten geeignet ist.

    Ich habe nichts gegen eine Registrierung. Ich bin dafür, das Gewalttäter nicht die gleichen gesellschaftlichen Rechte innehaben, wie der normale Bürger. Rechte muss man nicht geschenkt bekommen und man kann sie auch verwirken. Nur muss jeder Bürger der das wünscht, völlig freien Zugang zu Waffen haben. Das ist nichts besonderes – keine unerhörte Forderung. Es ist ein ganz selbstverständliches Recht, welches ganz im Sinne einer freien, auf Sicherheit und Ordnung begründeten Gesellschaft ist. Das Recht muss dem Unrecht nicht weichen…

    Der heutige Zustand ist einfach. Täter haben Waffen. Opfer sind unbewaffnet. Ich möchte, das der Staat dafür sorgt, das Täter unbewaffnet sind und der normale Bürger das unbedingte Recht auf Waffen hat. Der kleine Waffenschein für Knallpistolen ist ein Witz. Wir brauchen keinen “kleinen Waffenschein”, sonder das polizeiliche Führungszeugnis muss ausreichen, um das Recht auf Waffen jedem Bürger als völlig selbstverständliches Recht einzuräumen bzw. nicht weiter zu verweigern. Freie Menschen haben Waffen. Aus gutem Grund. Waffen verursachen nicht Leid und Kriminalität. Sie verursachen es nur dann, wenn man diese – staatlich verordnet – nur diesen überlässt, die auf gesellschaftliche und menschlich selbstverständliche Regeln – auf deutsch – scheissen. Dieser Staat kann nicht verhindern, das Kriminelle bestens bewaffnet sind. Und die Anzahl selbst fremder, uns nicht nett gesinnter, bewaffneter Terroristen steigt täglich immens. Doch hat dieser Staat scheinbar nur ein Ziel. Die Menschen, die “schon länger hier leben” immer weiter zu entwaffnen und somit noch wehrloser zu machen. Das ist ein Unding – das ist ein Skandal.

    Wie gesagt – das Recht des Waffenbesitzes ist in jeder freien Gemeinschaft ein selbstverständliches Bürgerrecht. Totalitäre Systeme sehen das anders – ich bin mir darüber im Klaren. Ich möchte aber in einem freien Land leben. Ich selbst bestimme, wann ich mich sicher fühle, oder nicht. Um Rechte bittet man nicht, man fordert sie ein.

    Ich möchte hier nicht falsch verstanden werden und kenne auch die üblichen Antworten und Vorstellungen einiger. Nein. Ein offenes tragen von Lang- oder Kurzwaffen ausserhalb des eigenen Grundstückes fände ich nicht so toll. Wir sind dichtbesiedelt, nicht im wilden Westen (auch nicht in Texas) und ich bin beim Einkaufen auch so relativ sicher und möchte nicht die Mutter samt Kinderwagen und umgehängten M4 (wie in Israel) an der Kasse des Supermarktes sehen. Waffen auf eigenem Grund, oder ausserhalb (verdeckt getragen) sind kein Problem. Sie dienen der Sicherheit aller. Selbstschutz ist so selbstverständlich, wie der eigene Selbsterhaltungstrieb. Das der gesetzestreue Bürger diese Mittel nutzen darf, ist keine Besonderheit, sondern eine Selbstverständlichkeit. Fordern wir Selbstverständlichkeiten ein.

  10. Alles schön und gut. Aber den Menschen nur allein auf Grund von Tatsachen, wie Volljährigkeit und unbescholten zu sein, den Besitz und das Tragen von Kurzwaffen zu erlauben, halte ich für überzogen.
    Denn Auflagen, wie das neben der Waffenkunde erlernte und regelmäßig überprüfte Waffen-Handling, hast Du nicht als weitere Voraussetzung genannt. Was spricht dagegen, die Tauglichkeit von Waffenträgern regelmäßigen Kontrollen zu unterziehen?
    Ich war bis zu meinem Ruhestand Schusswaffenträger und auch berechtigt, dienstliche Kurzwaffen außerhalb der Dienst- bzw. Einsatzzeiten zu führen (was ich aber nicht für nötig erachtet habe). Als früherer Angehöriger einer Spezialeinheit musste ich z.B. das Trainingsschießen sowie Kontrollübungen in erheblich kürzeren Abständen sowie weitaus umfangreicher durchführen, als die anderen Kollegen außerhalb unserer Einheit. Und das nicht nur im Schießkino, sondern auch auf einem dazu geeigneten Übungsgelände mit entsprechend variierbaren Einsatzszenarien mit immer wieder neuen Überraschungen.
    Auch das sichere Waffenhandling inkl. speziell ins Magazin eingesetzter Blindpatronen zur schnellen Störungsbeseitigung gehörte u.a. dazu.
    Sollte der Gesetzgeber – was ich jedoch nicht annehme – einmal das Waffenrecht lockern, dann garantiert nicht so wie im Wilden Westen, wo die meisten Unfälle mit Waffen auf eine fehlende sowie verpflichtende Ausbildung daran und sowie fehlende Trainingseinheiten zurückzuführen sind.
    Als ich im Rahmen einer dienstlichen Hospitation mehrere Wochen bei einer vergleichbaren Einheit in den USA gewesen bin, wurde ich mehrfach von dortigen Kollegen befragt, was ich denn so im privaten Bestand mein Eigen nenne.
    Ich sagte, dass ich nichts dergleichen habe, was teilweise ein ungläubiges Erstaunen ausgelöst hat. Gut, die Jungs und Mädels werden dort mit solchen Dingen groß, wobei aber nicht jeder deshalb ein Waffennarr ist.
    Unser Waffenrecht in Deutschland kommt dagegen von der Strenge einem solchen, wie in Diktaturen gleich. Der Hauptgrund dafür dürfte sein, dass sich hier unsere Regierenden in die Hose machen und einen Volksaufstand fürchten.
    Alle üblichen Ausreden von politischer Seite dazu halte ich persönlich für Schutzbehauptungen. Dass sich die Bürger vergleichbarer Staaten, jedoch mit liberalerem Waffenrecht, gegenseitig häufiger mit Schusswaffen umbringen, dafür gibt es keinerlei Indizien.
    Eins wird bei der Diskussion immer wieder vergessen. Ein Angreifer, der das Überraschungsmoment gekonnt ausnutzt, ist seinem normalen Gegenüber haushoch überlegen.
    Wir hatten es sogar oft mit sehr sensibler sowie bewaffneter „Kundschaft“ zu tun. Die lag regelmäßig schon am Boden, bevor sie wusste, wie ihr geschah. Alles eine Frage gründlicher Auswahl, Ausbildung und des Trainings der Angehörigen unserer Einheit. Das Ausnutzen des Überraschungsmomentes wurde im Team regelmäßig in allen nur vorstellbaren Varianten und in den unterschiedlichsten Situationen trainiert. Schüsse (alle nur zur Warnung) sind im Echteinsatz innerhalb von 20 Jahren nur so wenige gefallen, dass sie an einer Hand abzählbar sind. Alles andere wäre unprofessionell, da wir keine Soldaten im Krieg gewesen sind, wo die Verhältnisse anders gelagert sind.
    Bei Spielfilmen ist dagegen nur dümmliche Aktion ohne taktisches Vorgehen gefragt, wo jeder Held drei Magazine pro Tag verballert.
    Die Wahrscheinlichkeit, durch einen rechtswidrigen Angriff getötet zu werden, ist z.B. bei Unfällen im Haushalt oder durch den Diesel-Betrug extrem viel höher, als durch Angriffe gegen die eigene Person. Nur sind diese vielen Todesfälle eben völlig unspektakulär.

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