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  • Felix1992 postete ein Update vor 1 Jahr, 3 Monaten

    @raufaser
    Hallo Marc und natürlich auch anderen GRA Mitglieder,
    Ich habe auf meine Beschwerdemail an das SWR bezüglich des Beitrag über kriegswaffenähnliche, halbautomatische Gewehre in der REPORT MAINZ-Sendung vom 05. Juli 2016 eine Antwort erhalten. Vielleicht ist es ja ganz sinnvoll noch einmal ein Update zu dem Beitrag zu machen weil es doch villeicht mehrere Mitglieder interessiert.

    Hier die Antwort und meine Mail:

    Sehr geehrter Herr Popp,

    haben Sie herzlichen Dank für Ihr E-Mail zu dem Beitrag über kriegswaffenähnliche, halbautomatische Gewehre in der REPORT MAINZ-Sendung vom 05. Juli 2016. Mit Ihren Meinungen, Anregungen und Ihrer Kritik setzen wir uns in der Redaktion intensiv auseinander.

    Aufgrund der Vielzahl von E-Mails können wir leider nicht auf jeden Ihrer Kritikpunkte individuell eingehen. Zu den wesentlichen Aspekten möchten wir jedoch gern Stellung nehmen.

    Zunächst möchten wir noch einmal erläutern, welches der inhaltliche Ansatz der Redaktion war.

    Ungeachtet der Tatsache, dass Sportschützen und Jäger in der Mitte dieser Gesellschaft fest verwurzelt sind und von den Behörden eng auf ihre Zuverlässigkeit und Sachkunde überprüft werden, hat es die Redaktion für eine journalistisch und gesellschaftspolitisch relevante Fragestellung gehalten, inwiefern halbautomatische, kriegswaffenähnliche Gewehre von Sportschützen und Jägern benutzt werden sollten. Dies geschah vor dem Hintergrund von Verbotsforderungen der EU-Kommission und aus den Reihen von Politik und Experten. Das Thema wird seither auf politischer Ebene kontrovers diskutiert, aber nicht nur dort: So hatte etwa das Bundesverwaltungsgericht kürzlich den Gebrauch halbautomatischer Gewehre für den Bereich der Jagd für unzulässig erklärt, was zu einer Debatte in der Fachwelt führte. Auch aufgrund der insgesamt steigenden Zahl legaler Waffen in Deutschland hielt die Redaktion die Fragestellung daher für einen legitimen Ansatz.

    Zu den einzelnen Kritikpunkten möchten wir gerne Folgendes ausführen:

    – Moniert wurde, wir hätten anhand von Internetvideos Schießübungen (etwa aus dem Auto heraus) gezeigt, die mit dem deutschen Schützensport nichts zu tun hätten. Dies trifft nicht zu. Es ging vielmehr um die Funktionsfähigkeit der in Rede stehenden Waffenmodelle, die es auch in Deutschland zu kaufen gibt. Wörtlich heißt es im Text: “Mit aufwändig produzierten Internet Videos zeigen Hersteller, wie schnell man mit diesen Waffen schießen kann.”

    – Vielfach wurde der Zusammenhang zu dem Attentäter Anders Breivik kritisiert. Tatsache ist, dass Anders Breivik mit einer „Ruger Mini 14“ ein halbautomatisches Gewehr besaß. In seinem sog. Manifest war es ihm besonders wichtig zu schreiben, dass es sich um die militärähnlichste Waffe handelte, die er bekommen konnte. Anhand dieses Beispiels wollten wir deutlich machen, welche Fantasien diese Waffen bei Menschen auslösen können, die solche Waffen missbrauchen.

    – Der Amoklauf in Orlando wurde nach letzten Erkenntnissen mit dem halbautomatischen Gewehr „Sig Sauer MCX“ begangen, einem Gewehr, das unzweifelhaft militärähnlich ist. Mit diesem Beispiel wollten wir deutlich machen, welche Schäden damit angerichtet werden können. Sicherlich ist das amerikanische Waffenrecht nicht mit dem deutschen vergleichbar, wobei unbestritten sein dürfte, dass es in den USA, basierend auf dem zweiten Amendment der Verfassung, in der Gesamtschau ein liberaleres Waffenrecht als in Deutschland gibt. Dass ein Missbrauch mit legalen Waffen auch in unserem Land nicht völlig auszuschließen ist, hat jedoch die Vergangenheit gezeigt. Im Übrigen wurde in dem Beitrag auch darauf hingewiesen, dass es in der Vergangenheit zu keinen größeren Vorfällen kam. Somit wurde einem zentralen Argument vieler Sportschützen und Jäger Rechnung getragen.

    – In diesem Zusammenhang möchten wir ergänzen, dass in dem Beitrag zu keinem Zeitpunkt behauptet wurde, es sei bei den Anschlägen in Paris mit den in Rede stehenden Waffen-Modellen geschossen worden. Die Frage nach den benutzten Waffen bei den Anschlägen war ohnehin nicht Gegenstand der Berichterstattung. Nur an einer Stelle gab es insofern einen Bezugspunkt, dass wir berichteten, die EU-Kommission habe „auch unter dem Eindruck der Anschläge von Paris“ ein Verbot vorgeschlagen. Dies trifft zu, da die bereits seit längerem diskutierte Novellierung der EU-Waffenrecht-Richtlinie nach den Anschlägen forciert wurde.

    – Kritisiert wurde der Begriff „halbautomatisches Sturmgewehr“. Tatsächlich versteht man unter “Sturmgewehr” in der Regel das vollautomatische Kriegsgewehr. Die Bezeichnung ist allerdings kein feststehender juristischer Begriff. In vielen Medienveröffentlichungen wird “Sturmgewehr” auch für halbautomatische kriegswaffenähnliche Gewehre benutzt. Hersteller und Lieferanten ziehen in ihrer Werbung häufig Parallelen zur Kriegstechnik. Um Irritationen zu vermeiden, werden wir den Begriff „Sturmgewehr“ in Zusammenhang mit kriegswaffenähnlichen halbautomatischen Gewehren dennoch künftig nicht mehr benutzen.

    – Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich darauf, REPORT MAINZ habe die “German Rifle Association” (GRA) in die Nähe der AfD gerückt. Dies trifft nicht zu. Parteipolitische Zusammenhänge wurden in dem Beitrag nicht thematisiert. Tatsächlich gab es während des Interviews mit Herrn Schieferdecker, der unter Sportschützen und Waffenbesitzern offenbar ein vielgefragter Ansprechpartner ist, die Frage, ob ein Waffenverbot wie von der EU-Kommission vorgeschlagen, Sportschützen und Waffenbesitzer in Parteien wie die AfD hineintreiben könnte. Dies vor dem Hintergrund, dass die AfD – im Gegensatz zu anderen Parteien – Verschärfungen des EU-Waffenrechts weitestgehend ablehnt. Dass die GRA daraus ableitet, REPORT MAINZ habe versucht “eine Nähe zur AfD zu konstruieren”, ist für uns nicht nachvollziehbar.

    – Schließlich haben einige Zuschauerinnen und Zuschauer nach dem Zustandekommen der Filmausschnitte von der Veranstaltung der „German Rifle Association“ gefragt. Hierzu bitten wir um Ihr Verständnis, dass wir prinzipiell keine Auskünfte darüber geben können, welche Informationen auf welchem Wege die Redaktion erreichen. Informantenschutz ist für die Redaktion ein hohes Gut und wird in Deutschland durch einschlägige Gesetze garantiert. Nur so kann kritischer Journalismus auch in Zukunft gewährleistet bleiben. Als Redaktion tragen wir Sorge dafür, dass Informationen, die uns erreichen, sorgfältig überprüft und bewertet und zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte ggf. bearbeitet werden, bevor diese gesendet werden.

    Abschließend möchten wir noch einmal betonen, dass es keineswegs Absicht von REPORT MAINZ war, Sportschützen und Jäger als „potentielle Mörder oder Terroristen“ unter Generalverdacht zu stellen. Nach unserem Dafürhalten sollte es allerdings in einem ARD-Politikmagazin wie REPORT MAINZ möglich sein, die grundsätzliche Frage nach der Verfügbarkeit bestimmter Waffen zu stellen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Eric Beres
    Südwestrundfunk, Redaktion REPORT MAINZ

    Sehr geehrter Herr Berens, SWR und ARD Redaktion,
    Ihr Bericht zum europaweiten Verbot von halbautomatischen, kriegsähnlichen Gewehren vom 05.07.2016 hat mich als Jäger und Waffenbesitzer empört. Von einem öffentlich rechtlichen Sender erwarte ich eine neutrale Berichterstattung, doch sie stellen in ihrem Bericht nur die Argumente der Waffengegner da. Wieder wird der alte vergleich der USA herangezogen. Wobei die dortigen Verhältnisse doch mit Europa gar nicht zu vergleichen sind. Dort ist nämlich das Waffengesetz nicht USA übergreifend geregelt sondern jeder Staat macht seine eigenen Gesätze somit ist ein Vergleich mit gesamt USA nicht sinnvoll möglich.
    In ihrem Bericht behaupten sie die geforderten Änderungen im Waffengesätz wären minimal. Das finde ich doch etwas untertrieben in Anbetracht der Tatsache dass eine gesamte Kategorie von legalen Schusswaffen verboten werden soll. Übrigens um sicherzustellen dass eine Waffe nicht mehr als die geforderten 11 Schuss verschießen kann müssten alle Halbautomatischen Waffen mit Wechselbarem Magazin verboten werden. Warum fragen sie nicht mal beim Deutschen Jagdverband nach wie wichtig diese Waffen z.B. auch für uns Jäger sind um den nötigen Jagddruck auf Schwarzwild bei und aufrecht zu erhalten.
    Hier einfach noch ein paar weiter Denkanstöße:
    – Ich weiß nicht was Herrn Oliver Malchow in ihrem Gespräch bewegt hat sich derart negativ zu halbautomatischen Gewehren zu äußern (vielleicht ist es ja nur seine eigene Meinung oder durch Schnitt so verzerrt worden) aber im offiziellen Statement von der Polizeigewerkschaft sowie von Europol heißt es eindeutig, dass vom privaten legalen Waffenbesitz keine Gefahr ausgeht.
    – Warum erwähnen sie nicht einmal in ihrem Bericht dass für Terroristische Anschläge in Europa, die eigentlich mit der neuen Richtlinie verhindert werden sollten nicht ein einziges Mal legale Schusswaffen verwendet würden. Ja in USA mag das in manchen Staaten möglich sein aber recherchieren sie doch mal wie Streng die Überprüfungen und Auflagen bei uns in Deutschland sind. Es ist von der Gesetzgebung her nicht miteinander zu vergleichen
    – in ihrem Bericht verwenden sie den Reißerischen Ausdruck „halbautomatische Sturmgewehre für Privatbesitzer“. Recherchieren sie mal den Begriff Sturmgewehr. Dabei wird ganz klar von einer vollautomatischen Waffe ausgegangen wie sie ohnehin in Deutschland verboten ist.
    – Warum sollte eine Waffe gefährlicher sein weil sie militärisch aussieht Streiche ich mein Auto in Camouflage wird es auch nicht gefährlicher. Es kommt immer auf die Technik im inneren an. Vielleicht sehen sie sich mal ein paar Funktionsmodelle von legalen und von Kriegswaffen an, dann wird ihnen der Unterschied bewusst.

    Der Bericht von Treffen der GRA ist auch mehr als dubios ich kann mir nicht vorstellen dass das dort so gesagt wurde. Warum haben sie nicht offiziell in ihrem Interview Herrn Marc Schieferdecker dazu Stellung nehmen lassen?

    Ich würde mich über eine Antwort freuen und werde mich nicht scheuen diese bei der German Rifle Association zu veröffentlichen.
    Wünschenswert wäre ein Bericht zu dem Thema der die Fehler aufklärt und auch die Seite der Waffenbesitzer und Befürworter sachlich und logisch darstellt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Grüße
    Felix